EU-Studie: Ein Drittel der Jugendlichen nutzt illegale Quellen

Die EUIPO Studie „Jugendbarometer 2019 zum Thema geistiges Eigentum“ zeigt, dass 21 % der 15- bis 24-Jährigen in Europa in den vergangenen 12 Monaten absichtlich Inhalte aus illegalen Quellen verwendet, gespielt, heruntergeladen oder gestreamt haben (2016 lag der Anteil noch bei 25 %). Dazu kommen noch 12 %, die unabsichtlich auf illegale Quellen zugegriffen haben.

Zugenommen hat hingegen der Kauf von Fälschungen im Internet. Das Hauptargument für den Kauf gefälschter Waren wie Kleidung, Accessoires oder Schuhe im Internet ist nach wie vor der Preis. 13 % der befragten jungen Menschen gaben an, in den letzten 12 Monaten bewusst Fälschungen gekauft zu haben; in der Umfrage von 2016 waren es 12 %.

Daten nach Ländern:

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KMU-BAROMETER 2019: GEISTIGES EIGENTUM

Im Jahr 2016 veröffentlichte das EUIPO das erste KMU-Barometer zu Rechten des geistigen Eigentums, um einen Einblick in die Gründe zu geben, weshalb KMU Rechte geistigen Eigentums eintragen lassen oder nicht, und welche Probleme ihnen im Zusammenhang mit Rechten geistigen Eigentums begegnen.

Im Rahmen ihrer Verpflichtung, umfangreiche Studien alle drei Jahre zu aktualisieren, beauftragte die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums das Unternehmen KPMG Spanien mit der Durchführung einer neuen Studie für das Jahr 2019 über die Einstellung von KMU zu Rechten geistigen Eigentums. Insgesamt 9.000 KMUs wurden befragt.

Themen der Studie sind: KMU-BAROMETER 2019: GEISTIGES EIGENTUM weiterlesen

Großbritannien: Umfrage zu illegalen Fußballstreams

Eine im Auftrag des Wetttippdienstes OLBG durchgeführte Umfrage unter 1.000 britischen Fußballfans hat gezeigt, dass 22,4% der befragten Fußballfans, irgendwann wissentlich „inoffizielle Streams“ verwendet haben. Hochgerechnet sollen dies „über fünf Millionen britische Fußballfans“ sein.

Neben den auch von Torrentfreak kritisierten Frageformulierungen, lässt die Zahl viele Fragen offen, da angeblich viele Nutzer ihr Verhalten gar nicht als illegal bewerten:

  • Unofficial online internet streams (any stream from non-mainstream providers): 61,1%
  • Third-party access devices (e.g., Kodi boxes): 49%
  • Social media live streams (Such as Facebook live, Periscope, Twitter etc): 28,9%

https://www.olbg.com/insights/fans-of-the-epl/how-do-fans-watch/

https://torrentfreak.com/millions-of-uk-football-fans-seem-confused-about-piracy/

Hass im Netz: Ein Schritt vor zwei zurück?

Facebook will nun schneller Nutzerdaten bei Volksverhetzung herausgeben: „Zukünftig werden wir die deutschen Strafverfolgungsbehörden bei Auskunftsersuchen zu Hasskriminalität nicht länger an das internationale Rechtshilfeverfahren MLAT verweisen“, erklärte eine Facebook-Sprecherin.

Die Europäische Kommission hat die ersten jährlichen Selbstbewertungsberichte von Facebook, Google, Microsoft, Mozilla, Twitter und sieben europäischen Branchenverbänden im Rahmen des Verhaltenskodex für den Bereich der Desinformation veröffentlicht.
In einer offiziellen Erklärung wird deutlich, dass man nicht zufrieden ist: „Dennoch gibt es nach wie vor eine umfangreiche automatisierte Propaganda und Desinformation, und in allen Bereichen des Kodex sind weitere Anstrengungen erforderlich. Wir dürfen dieses Phänomen nicht als normal hinnehmen.“

Leider scheint die Desinformation zumindest bei Facebook systemimmanent zu sein. Facebook bietet ausgewählten Qualitätsmedien, darunter auch dem rechtsradikalen Portal „Breitbart“ einen eigenen Newsfeed auf der Plattform an.

Kein Wunder, dass da der Landes-Antisemitismusbeauftragter in Baden-Württemberg, Michael Blume, verlässt Facebook und Twitter verlässt. Grund hierfür seien neben Drohungen und Beschimpfungen auch die Geschäftsmodelle der sozialen Medien.

Bundesverwaltungsgericht bestätigt Indizierung

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass Bushidos Album „Sonny Black“ zu Recht als jugendgefährdend eingestuft worden ist. Damit bestätigten die Richter die Entscheidung der Bundesprüfstelle, das Album auf den Index für jugendgefährdende Medien zu setzen. Die Vorinstanz, das OVG Münster, hatte anders entschieden.
Das Album darf nun 5 Jahre nach seinem Erscheinen nicht mehr Kindern und Jugendlichen zugänglich gemacht werden.
[BVerwG, Az.: 6 C 18.18]

https://www.spiegel.de/kultur/musik/bushido-album-sonny-black-steht-laut-urteil-zu-recht-auf-dem-index-a-1294192.html

Australien: AVS mit Gesichtserkennung

Die australische Regierungsbehörde DHA will eine Gesichtserkennungs-Software einsetzen, die das Foto des Nutzers mit jenem auf seinen Identitätspapieren abgleicht. Dieser Abgleich soll für Glücksspiel- und Pornographieangebote genutzt werden.
Bisher liegen keine technischen Details und kein Zeitplan vor.

https://futurezone.at/netzpolitik/australien-will-dass-sich-porno-konsumenten-per-gesicht-identifizieren/400660268

Nichts gelernt – Astroturf, die….

Um im US-Senat den Case Act zu blockieren, verwenden die von Google finanzierten Astroturf-Gruppen EFF und Public Knowledge die gleichen fragwürdigen Methoden, die beim Kampf um die EU-Urheberrechtsrichtline genutzt wurden: Spambots, Tweetbots und automatisierte Anrufe.
Der Case Act sieht die Einrichtung eines Bagatellgerichts für Urheberrechtsstreitigkeiten vor. Befürworter halten dies für das ideale Instrument für kleinere Urheberechtsinhaber.

https://thetrichordist.com/2019/10/24/deja-vu-google-funded-astroturf-groups-use-spambots-robocalls-in-senate-to-block-case-act/

Nachtrag 29.10.2019:
Über die Datenschutzprobleme beim Tool von PublicKnowledge berichtet thetrichordist.com:Stunning Privacy Violations by Privacy Advocate PublicKnowledge and Other Outrages

BGH: Kartellrecht könnte für Werbeblocker zum Problem werden

Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs hat eine Entscheidung des OLG München zum Werbeblocker von Eyeo kassiert.
Das Gericht habe den relevanten Markt nicht richtig bestimmt. Eyeo könnte sehr wohl marktbeherrschend sein und dann auch missbräuchlich handeln, zumindest indem es seinen Werbeblocker mit der Möglichkeit koppelt, angemessene Werbung gegen Entgelt doch wieder schalten zu können.
Nun muss das OLG München neu abwägen.
[BGH, 8.10.2019, Az. KZR 73/17; Werbeblocker III]

https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-kzr-73-17-werbeblocker-iii-kartellrecht-eyeo-marktbeherrschend-whitelisting-kartellrecht-wettbewerbsrecht/

Share-Online und die Folgen: Weitere Dienste geben auf

Mit der Beschlagnahmung der Server von Share-Online.biz gingen für einige Portale große Teile (ihrer) Uploads verloren. Die meisten Links zu den Filmkopien laufen dann ins Leere.
In der Folge hat das Team von funxd.pw die Seite ohne explizite Begründung einfach abgeschaltet.
HD-Area.org hat angekündigt, in absehbarer Zeit vom Netz zu gehen. Die Server laufen noch, bis die Miete aufgebraucht ist und dann schalten sie sich ab.

https://tarnkappe.info/nach-bust-von-share-online-warez-seite-funxd-pw-kapituliert/
https://tarnkappe.info/hd-area-org-zieht-endgueltig-den-stecker-raus/

USA: TeaTV ist erstmal weg

Webseiten und Social-Media-Accounts zur Piraterie-App TeaTV sind aus dem Internet verschwunden. Vor ein paar Tagen hatte die Nachrichtenagentur CNBC einen Artikel über die Software veröffentlicht und festgestellt, dass sie teilweise von Werbetreibenden wie Pandora, Hulu und Yahoo Mail finanziert wird.
Personen aus dem Umfeld der App informierten TorrentFreak darüber, dass eine Rückkehr geplant ist, aber möglicherweise in einer anderen Form.

https://torrentfreak.com/pirate-app-teatv-gets-featured-on-cnbc-disappears-but-will-be-back-191023/

 

Niederlande: Server für russische Streamingseiten abgestellt

In Zusammenarbeit mit der Motion Picture Association und der Alliance for Creativity and Entertainment hat die niederländische Anti-Piraterie-Einheit BREIN dafür gesorgt, dass fünf Host-Provider in den Niederlanden Streaming-Server aus dem Netz nehmen und Beweise sichern mussten.
Die Maßnahme richtet sich gegen den Dienst Moonwalk, der illegale Inhalte für rund 80% der bekannten russischen illegalen Streaming-Webseiten bereitstellt. Die Top 50 dieser Webseiten haben 395 Millionen Besuche von 89,9 Millionen Unique Visitors pro Monat, was zu Verlusten in Höhe von Hunderten von Millionen Euro führt.
https://stichtingbrein.nl/brein-serves-ex-parte-order-on-dutch-hosting-providers-for-80-of-russian-streaming-sites/