Der Fall Share-Online

Wenn Behörden illegalen Machenschaften das Handwerk legen, so sind verschiedenste Abläufe dabei denkbar. Manchmal geht es – sowohl in der Sache selbst wie auch ihrem Echo – beinahe zu wie im Hollywood-Film: Mit kräftigem Getöse.
So geschehen etwa im Jahr 2012, bei der Schließung des Filehosters Megaupload  sowie der Inhaftierung des Gründers Kim Schmitz – alias „Dotcom“ – inklusive eines Hubschrauber-Einsatzes und dem Verbarrikadieren des Hauptverdächtigen in einem „Panikraum“.

Derart spektakuläre Fälle stellen die Ausnahme dar. Deutlich ruhiger verlief offenbar eine am 17.10.2019 bekanntgewordene Maßnahme der Cybercrime-Unit der Staatsanwaltschaft Köln (ZAC) in Sachen des Filehostingdienstes Share-Online, die jetzt per Pressemitteilung veröffentlicht wurde. Ihre Brisanz jedoch, vor allem für Deutschland, ist keineswegs geringer als bei der Festnahme von Kim Dotcom vor sieben Jahren. Der Fall Share-Online weiterlesen

Die EU-Kommission, eine Anhörung und die Gurke

Anfang der 1970er Jahre lief in der ARD die Rudi Carell Show, eine bunte Mischung aus Sketchen, Klamauk und Gesang.
Einer der Sketchpartner des niederländischen Entertainers war der Deutsch-Rumäne Mircea Krishan, der durch seinen eigenwilligen osteuropäischen Dialekt auffiel.
Der Parade-Sketch von Krishan war „Die Gurke“.
Es geht dabei kurz gesagt um einen Prüfling, der sich lediglich auf ein einziges Thema vorbereitet hat und das ist die besagte Gurke. Über sie kann er jeweils einen Vers herunterrattern und so Kompetenz vortäuschen.
Nun wird der Prüfling leider nicht nur in Biologie geprüft sondern auch in anderen Fächern.
Es ist allerdings egal, was er gefragt wird, er kommt immer wieder auf die Gurke und spult sein Verslein runter und versucht sich so durch die Prüfung zu retten.
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Sandvine: Daten zum Internet-Traffic

Der Netzwerkausrüster Sandvine hat den aktuellen Global Internet Phenomena Report veröffentlicht. Dieser zeigt, dass die wichtigste Anwendung im Netz das Videostremaing ist. Darauf entfallen 60,6 % des Downloadtraffics. Unter den Top 10 Videoquellen ist mit OPENLOAD (2,4%) wieder ein illegales Angebot.

Internet-Traffic TOP 5
VIDEO STREAMS: Download: 60,6%(+2,9), Upload: 22,2%(-0,1)
WEB:                      Download: 13,1%(-3,8),  Upload: 10,3%(-10,6)
GAMING:                Download:  8,0%(0,2),    Upload: 4,9%(+2,2)
SOCIAL:                 Download:  6,1%(+1,1),  Upload: 7,6%(+3,8)
FILE SHARING:     Download:  4,2%(+1,4),  Upload: 30,2%(+8,1)

File Sharing hat an Bedeutung gewonnen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es eine Steigerung von knapp 48 Prozent bei den Downloads und 37 Prozent bei den Uploads.

Sandvine hat zudem den HBO Go Traffic mit dem Kodi-Traffic (der gewöhnlich ein raubkopierter IPTV-Dienst ist) verglichen. Während der GoT-Season erreichten beiden den Höhepunkt:

Global Internet Phenomena Report
https://www.sandvine.com/phenomena

Facebook: Kinder, Glücksspiel und Alkohol

Eine Untersuchung des Guardian und des Dänischen Rundfunks hat gezeigt, dass Facebook auch ganz spezielle Zielgruppen bei Kindern und Jugendlichen anbietet:

  • 940.000 Minderjährige mit Interessengebiet alkoholische Getränke
  • 740.000 Minderjährige mit dem Interessengebiet Glücksspiel

https://www.golem.de/news/facebook-werbekategorien-alkohol-und-gluecksspiel-auch-bei-kindern-1910-144364.html

Seltsames Vorgehen der Behörden gegen illegale Glücksspielwerbung in der Fußball-Bundesliga

Mehrere Fußball-Profivereine sind ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten, weil sie für unerlaubtes Glücksspiel werben. Laut einem aktuellem Bericht der ARD-Recherche Sport läuft unter anderem gegen Borussia Dortmund ein Verfahren.

Irritierend bleibt dabei, dass zumindest die Bezirksregierung Düsseldorf glaubt, dass den Vereinen „häufig nicht bewusst ist, dass sie durch ihre Werbemaßnahmen auch die illegalen Online-Casino-Angebote der Sportwettveranstalter bewerben“.

Auch den Ansatz, dass die Vereine deutlich darauf hinweisen sollen, dass sie nur für das Sportwetten-Angebot der Unternehmen werben, bleibt aus Markensicht unverständlich.

Untersagungsverfügungen drohen erst, wenn die Vereine damit nicht aufhören oder Internetlinks weiterhin auf Seiten der Wettanbieter führen, die auch Online-Casinos im Angebot haben.

Ein Blick von WebSchauder auf die aktuellen Angebote zeigt, Seltsames Vorgehen der Behörden gegen illegale Glücksspielwerbung in der Fußball-Bundesliga weiterlesen

Besser Telefonseelsorge

Die britische NGO Privacy International hat festgestellt, dass Webseiten, die über psychische Krankheiten wie Depressionen informieren, fleißig Daten sammeln und weitergeben.
Cookies und Tracking-Elemente gab nach dem Besuch bei fast allen Seiten (97,78 Prozent). Über 60 Prozent wurden dafür für Marketing-Zwecke eingesetzt. Die Daten gingen u.a. an Facebook, Amazon und Google. Manche Seite schrieben sogar mit, was man eingegeben und dann wieder gelöscht hat.
Im Ergebnis wird empfohlen, bei einem psychischen Notfall besser die Telefonseelsorge anzurufen.

https://futurezone.at/netzpolitik/online-psycho-tests-verraten-werbern-ergebnisse/400640759

Werbeblocker: Wettbewerbsverfahren beendet

Das Bundesverfassungsgericht hat in dem Verfahren Axel-Springer-Verlag gegen den Werbeblocker Adblock Plus von Eyeo die Verfassungsbeschwerde wegen Eingriffs in das Grundrecht der Pressefreiheit abgewiesen.
[BvR, 22. 8. 2019, Az.: 1 BvR 921/19]

Der Axel-Springer-Verlag teilte Golem.de mit, dass das wettbewerbsrechtliche Verfahren damit beendet sei, der Verlag aber auch Urheberrechtsklage beim Landgericht Hamburg eingereicht habe.

https://www.golem.de/news/axel-springer-verlag-verfassungsbeschwerde-gegen-adblocker-abgelehnt-1910-144297.html

Frankreich: Hadopi-Zwischenbericht

Die für die Durchsetzung der Anti-Piraterie in Frankreich zuständige Regierungsbehörde hat mitgeteilt, dass zwischen Januar und August 2019 mehr als 644.000 Warnhinweise versendet wurden, davon 479.177 an Ersttäter und 165.683 an Wiederholungstäter.
1.149 Fälle wurden an den Staatsanwalt überweisen (Vorjahr 1.045).

Dies führte zu 86 Verurteilungen (Vorjahr 83). Darunter 31 Verurteilungen wegen grober Fahrlässigkeit, die durchschnittlich 350 € kosten zzgl. 300 € Schadensersatz. In 47 Fällen gab es Strafbefehle mit Bußgeldern von 150 € bis 1.000 €.

Bei weiteren 301 Fällen gab es alternative Maßnahmen zur Strafverfolgung. Darunter 64 Vergleiche mit Geldbußen von 100 € bis für 500 €. 199-mal wurde nur an die Rechtslage erinnert.

https://hadopi.fr/sites/default/files/sites/default/files/ckeditor_files/HADOPI_REPONSE%20GRADUEE_N8_BD.pdf

EuGH zu Glawischnig ./. Facebook: Stay-Down- Anordnungen möglich

Der EuGH hat entschieden, dass das Unionsrecht es nicht verbietet, einem Hosting-Anbieter wie Facebook aufzugeben, mit einem zuvor für rechtswidrig erklärten Kommentar wortgleiche und unter bestimmten Umständen auch sinngleiche Kommentare zu entfernen.
Diese Anordnung kann auch weltweit erfolgen. Allerdings darf bei sinngleichen Inhalten der Anbieter nicht zu einer autonomen Beurteilung dieses Inhalts gezwungen werden. Techniken zur Inhaltserkennung dürfen selbstverständlich angewendet werden.

Aus der Pressemeldung: EuGH zu Glawischnig ./. Facebook: Stay-Down- Anordnungen möglich weiterlesen

RIAA an US-Regierung: Piraterie bei Telegramm u.a.

Die RIAA hat der US-Regierung ihren neuesten Überblick über „notorische Märkte“ vorgelegt. Wie üblich listet die Musikindustriegruppe verschiedene Torrent-Websites, Download-Portale und Stream-Ripping-Websites als direkte Bedrohungen auf.

In diesem Jahr wird aber auch die Messaging-App Telegram als Problem hervorgehoben.
Die RIAA weist darauf hin, dass Messaging-Apps selbst keine besondere Bedeutung haben. Telegram ermöglicht es seinen Benutzern jedoch auch, Dateien mit bis zu 1,5 GB automatisiert zu teilen.
Viele dieser Dateien werden auf den Servern von Telegram gehostet. 18.000 Löschaufforderungen an Telegram blieben aber mehr oder weniger ohne Ergebnis.

https://torrentfreak.com/riaa-reports-telegram-to-us-govt-over-piracy-concerns-191002

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