YouTube: Pädophile als Werbezielgruppe

Posendarstellungen, also die Darstellung Minderjähriger in unnatürlicher, geschlechtsbetonter Körperhaltung, dürfen nach § 4 Abs. 1 JMStV im Internet nicht verbreitet werden.
Dennoch passiert dies in großem Umfang bei YouTube, wie der YouTuber Matt Watson in einem Video auf YouTube zeigt.

Für dieses Video hat Matt Watson sich, um jegliche Beeinflussung des Algorithmus von YouTube auszuschließen, über ein VPN auf YouTube eingewählt und sich dort neu angemeldet.
In dieser Funktion als neuer Nutzer benötigt er dann nur ein paar Klicks, bis ihm die Empfehlungsalgorithmen der Plattform nach einer Suche nach „Bikini Hol“-Videos erwachsener Frauen auf Clips von knapp bekleideten Minderjährigen weiterleiteten.   

Diese – oft von den Minderjährigen selbst eingestellten Videos, was in den meisten Fällen nicht den von Youtube geforderten Mindestalter entspricht – könnten auf den ersten Blick auch als harmlos gelten. Was die Situation aber so perfide macht, sind Kommentare unter den Videos in denen auf die genaue Zeitangabe hingewiesen wird, bei der in dem Film besonders aufreizende Stellungen oder mehr nackte Haut zu sehen sind.

 

Dieser „Soft-Core-Pädophilien-Ring“ auf YouTube wird noch vom YouTube-Empfehlungsalgorithmus unterstützt. Kaum ist man einmal auf einem solchen Video, werden fast ausschließlich nur noch solche Videos angezeigt. Darunter Videos die junge Mädchen in Turnhaltungen oder beim Lecken von Eis am Stiel zeigen.
Im Januar hatte YouTube noch dem Empfehlungsalgorithmus optimiert: „That’s why we update our recommendations system all the time—we want to make sure we’re suggesting videos that people actually want to watch.”

Dass so etwas passiert ist völlig unverständlich. Schließlich ist es entsprechend der eigenen Regelungen verboten und Videos, bei denen unangemessene Kommentare über die Kinder gefunden würden, sollen sogar gesperrt werden.

Sexualisierung von Minderjährigen
Wir verbieten strikt sexuell explizite Inhalte mit Minderjährigen und Inhalte, in denen Minderjährige sexuell ausgebeutet werden. Das Hochladen, Kommentieren oder Involvieren in Aktivitäten, die Minderjährige sexualisiert darstellen, kann zur Entfernung der jeweiligen Inhalte und zur Kündigung des Kontos führen.“

Was den Youtuber Matt Watson offensichtlich sehr wütend macht ist die Tatsache, dass er die besagten Video bereits an YouTube gemeldet hat, diese aber zum Zeitpunkt der Filmerstellung immer noch online waren.

Aber natürlich lohnt sich das Geschäft für YouTube, Watson listet unter seinem Film die Marken auf von denen er bei seinen Recherchen Werbung gesehen hat. Dies sind namhafte Marken wie Grammerly, Chromebook (Google), Purina, Ikea, Glad, GNC, Lysol, Vitacost, Japanese Green Tea (Jfoodo), Modern Line Furniture, McDonald’s, The Walt Disney Company, Canada Goose, Hemp Hearts oder Dr. Oetker.

Dabei ist nicht davon auszugehen, dass YouTube zum Kontext des Video Werbung ausliefert, sondern die Zuschauer solcher Videos als Zielgruppe betrachte. Dementsprechend gibt es wie in diesem Fall keine Werbung zu Mädchenprodukte, sondern Erwachsenen-Schuhe. YouTube scheint also genau zu wissen, wer solche Videos gern ansieht.

Ob Markenartikler die eigene Werbung gern in einem solchen Umfeld sehen möchten, darf ernsthaft bezweifelt werden. In 2016 hatten sich zahlreiche Werbetreibende zumindest zeitweise von YouTube verabschiedet, da dort Werbung zu eindeutig radikalen, rassistischen, antisemitischen oder extremistischen Inhalte gezeigt wurde.

Nachtrag 6.3.2019:
Nachdem Firmen, wie AT&T, Hasbro, Nestle, Disney und Epic Games Anzeigen gestrichen haben, will YouTube die Kommentarfunktion unter Videos mit Minderjährigen einschränken.
https://www.thedrum.com/news/2019/02/28/youtube-bans-comments-videos-minors-after-advertisers-exit-site-over-safety-concerns