US-Studie belegt Schäden durch Safe-Harbour

Der amerikanische Professor Stan J. Liebowitz hat die Schäden der Safe Harbour-Regelung für Urheberrechtsinhaber detailliert untersucht. Mit der Safe-Harbour-Regelung werden Internetdiensteanbieter vor der Haftung für Urheberrechtsverletzungen geschützt, solange sie rechtsverletzende Inhalte unverzüglich entfernen.

Die Liebowitz-Analyse zeigt, dass Safe Harbor Internetseiten mit von Nutzern hochgeladenen Inhalten einen unfairen und ineffizienten Vorteil bei Verhandlungen mit den Rechteinhabern verschafft, da sie entweder gar nicht für Urheberrechte zahlen müssen oder zumindest deutlich weniger als den Marktpreis (value gap). Empirische Studien belegen diese Schlussfolgerung.

Zudem benachteiligen die Safe-Harbor-Gesetze Anbieter, die Rechte einkaufen. Diese haben dadurch geringere Umsätze und zahlen so auch weniger an die Urheber.

Zudem liefern einige der Webseiten mit von den Nutzern hochgeladenen Inhalten Informationen an verbundene Unternehmen (YouTube zu Google). Deren Wert wird beim value gap bisher gar nicht berücksichtigt.
Mit diesen Informationen können die verbundenen Unternehmen weitere Umsätze generieren, die es ihnen ermöglichen die Angebote (bspw. YouTube) mit weniger Werbung zu versehen. Dies schafft einen weiteren Wettbewerbsvorteil gegenüber werbefinanzierten Angeboten, die Rechte regulär einkaufen.

Professor Liebowitz beschreibt zudem, wie die Safe-Harbour-Regelung es ermöglicht Geschäftsmodelle zu entwickeln, die hauptsächlich auf der Vermeidung von Zahlungen an  Urheber basieren (Beispiel Grooveshark).

Bei der Untersuchung von YouTube´s Content-ID-System und dessen Auswirkungen verweist Prof. Liebowitz darauf, dass YouTube aufgrund der Safe-Harbour-Regelung gar keinen Anreiz hat, ein effizientes Content-ID-Systems zu entwickeln. Würde YouTubes Content-ID-System so gut funktionieren wie behauptet, würde gar kein Safe-Harbour-Schutz benötigt.
Die Studie liefert auch Belege dafür, dass das derzeitige Content-ID-System nicht genau genug ist, um die bisherigen Schlussfolgerungen über die durch den Safe Harbour verursachten Schäden zu ändern.
Zum Schluss erläutert die Studie, wie der Schaden für die Urheberrechtsinhaber abgeschätzt werden kann.

ECONOMIC ANALYSIS OF SAFE HARBOR PROVISIONS
Dr. Stan J. Liebowitz
(Ashbel Smith Professor of Economics, Director of the Center for the Analysis of Property Rights and Innovation, University of Texas at Dallas.)

http://www.cisac.org/Media/Studies-and-Reports/Publications/Transfer-of-Value-Study/Dr.-Stan-Liebowitz-Economic-Analysis-of-Safe-Harbor-Provisions-Summary

http://www.cisac.org/Media/Studies-and-Reports/Publications/Transfer-of-Value-Study/Dr.-Stan-Liebowitz-Economic-Analysis-of-Safe-Harbor-Provisions