Three Strikes (Hadopi) und das Verhalten der digitalen Piraten

Vier Ökonomen aus den USA und Frankreich haben die Auswirkungen von Hadopi untersucht. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden Nutzer, die bei illegalen Tätigkeiten in Tauschbörsen erwischt wurden, zweimal verwarnt und mussten beim dritten Mal mit weiteren Maßnahmen rechnen.
Die Studie arbeitet mit Daten von 2.000 Internetnutzern aus dem Mai 2012, darunter 72 Personen, die bereits verwarnt wurden. In Ermangelung genügender Verwarnungen, arbeiten die Ökonomen mit einer angenommen Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden.

Schon vom theoretischen Ansatz her haben die Autoren Bedenken, ob die angedrohte Strafe helfe, da die Tat direkt einen Erfolg bringt und Bestrafung (Verwarnung) vielleicht irgendwann später erfolgen würde.
Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass Hadopi die Bürger nicht von der digitalen Piraterie abhält und auch die Intensität der Nutzung sich nicht ändert.
Abwanderungsbewegungen von Tauschbörsen zu anderen Piraterieformen sind nur für informierte Nutzer festzustellen. Diejenigen, die sich nicht genügend auskennen oder nicht genau wissen, was überwacht wird, richten ihr Nutzungsverhalten weniger strategisch aus.

Die Verfasser kommen zu dem Schluss, dass die theoretischen und empirischen Befunde zeigen, dass solche Warn-Maßnahmen nicht vor Piraterie abschrecken, zumindest, so die Autoren, nicht bis ein signifikanter Anteil der Bevölkerung Verwarnungen erhalten hat oder mit Strafe rechnen muss.

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2380522 http://crem.univ-rennes1.fr/wp/2014/201401.pdf