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YouTube und illegale TV-Mitschnitte

Unter dem Titel „Illegale Mitschnitte auf Youtube verfälschen die Quote der Sender“ zeigt die Süddeutsche Zeitung am Beispiel der „Heute Show“ vom 15.4.2016, wie stark illegale Mitschnitte die Qouten ändern können:

  • Klassisches Fernsehen: 4,36 Millionen Zuschauer
  • Mediathek: 236 000 Zuschauer (ohne Smartphones / Smart TV)
  • YouTube illegaler Mitschnitt von „Sonnenmond8“: 618 580 Sichtungen

YouTube und Uploader verdienen an der Werbung, Sender und Autoren gehen leer aus. Als Gegenmaßnahme zeigt der Artikel freundlichen Ermahnungen der Rechtsabteilung und den Einsatz der YouTube-Content-ID auf.

Aber: „Bei der Heute-Show scheint das Verfahren indes noch nicht so recht zu greifen. Die Folgen der jüngsten Staffel sind fast lückenlos bei Youtube zu finden. Auch die Episode vom vorvergangenen Freitag hat „Sonnenmond8“ wieder hochgeladen. Am Sonntagnachmittag lag die letzte Folge vor der Sommerpause schon bei 236 917 Sichtungen, Tendenz steigend. Da hat das ZDF noch reichlich zu tun. Effektiver Schutz von Inhalten sieht nämlich irgendwie anders aus.“

Leider thematisiert der Artikel nicht, wieso YouTube keine Wortfilter einsetzt und es einem anonymen Nutzer erlaubt einen illegalen Inhalt noch ein zweites Mal hochzuladen.

http://www.sueddeutsche.de/medien/piraterie-verdienstausfall-1.3029754

Drogenverkäufe über YouTube – Google versuchte Untersuchungen zu verhindern

Musictechpolicy belegt, dass über Google weiterhin illegal Drogen verkauft werden. In dem aktuellen Fall Fentanyl, das Schmerzmittel an dem Prince gestorben ist.
Zudem wird ausführlich über die juristischen Streitigkeiten in den USA berichtet, in den Google sogar erfolglos versucht hatte, einen Staatsanwalt auf dem Klageweg an seiner Arbeit zu hindern.

https://musictechpolicy.com/2016/06/05/google-facilitates-the-sale-of-the-drug-that-killed-prince/

Lasche Selbstverpflichtung statt Rechtsdurchsetzung?

Die EU-Kommission hat zusammen mit Facebook, Twitter, YouTube und Microsoft einen Verhaltenskodex vorgestellt, der eine Reihe von Verpflichtungen zur Bekämpfung der Verbreitung von illegaler Online-Hetze in Europa enthält.
Dass die Verpflichtung aber sehr offen formuliert und kaum nachprüfbar ist zeigt schon der Kernsatz:
„Mit der Unterzeichnung dieses Verhaltenskodex verpflichten sich die IT-Unternehmen, weiterhin gegen illegale Hassrede im Internet vorzugehen. Dazu gehört die fortlaufende Entwicklung interner Verfahren und die Schulung von Mitarbeitern, damit die Mehrheit der stichhaltigen Anträge auf Entfernung illegaler Hasskommentare in weniger als 24 Stunden geprüft und diese erforderlichenfalls entfernt bzw. der Zugang dazu gesperrt werden kann.“

Die Kritik bleibt nicht aus. Staatssekretär Gerd Billen aus dem Bundesjustizministerium stellt fest: „Die Maßnahmen, über die wir uns in Deutschland mit den in unserer Task Force vertretenen Unternehmen verständigt haben, gehen aber weiter.“

Estelle Masse, von der digitalen Bürgerrechtsgruppe Access Now verdeutlich, dass eine solche Vereinbarung auch rechtsstaatlich problematisch sein kann: „Der Verhaltenskodex stellt Geschäftsbedingungen der Dienste über das nationale Recht.“

http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-1937_de.htm

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-berlin-hadert-mit-bruessels-hatespeech-kodex-a-1095197.html#ref=nl-dertag

Alibiaktion von YouTube?

YouTube hat vor kurzem die Betreiber des populären Download-Service TubeNinja aufgefordert ihre Video-Download-Funktion einzustellen, da der Download von Videos gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube und dessen Programmierschnittstelle (API) verstoße.
Offen bleibt, wieso man nicht direkt abgemahnt hat, wieso Google beim Chrome Browser ähnlich arbeitende Plug-ins zulässt und eine ähnliche Aufforderung gegen Youtube-mp3.org ins Leere lief.

https://torrentfreak.com/youtube-threatens-legal-action-video-downloader-160530/

Frankreich: Klage gegen Facebook, Google und Twitter

In Frankreich wurden Facebook, YouTube (Google) und Twitter wegen Verbreitung von Rassismus verklagt.

Die Kläger, zwei gemeinnützige Organisationen, werfen den Unternehmen vor, rassistische, antisemitische, den Holocaust leugnende und homophobe Inhalte trotz Hinweises nicht gelöscht zu haben.
Von den in etwa 4 Wochen gemeldeten 586 Postings löschte Facebook 34 Prozent, Youtube 7 Prozent und Twitter  4 Prozent.

http://www.zdnet.de/88269362/facebook-google-und-twitter-in-frankreich-wegen-verbreitung-von-rassismus-verklagt/

 

Jüdischer Weltkongress kritisiert YouTube

Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat eine massenhafte Verbreitung von Neonazi-Musik auf YouTube angeprangert und dazu auch Beispiele aufgeführt.
Da anscheinend ein Teil der Videos gelöscht wurde, kann man YouTubes Ausrede „Wir entfernen alle Videos, die gegen diese Richtlinien verstoßen, sobald sie gemeldet werden. Dies gilt ebenso für verbotene rechtsextreme Musikstücke.“ nur so verstehen, dass man das eigene Content-ID-System nicht für Nazi-Musik nutzt.

www.welt.de/politik/deutschland/article154959419/Ende-von-Neonazi-Bands-auf-YouTube-gefordert.html

Nachtrag 08.06.2016
Inzwischen gibt es weitere ergänzende Berichterstattung:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/neonazi-videos-auf-youtube-juedischer-weltkongress-greift-google-an-a-1096313.html

http://www.swr.de/report/neonazi-musik-stiftet-zu-straftaten-an/-/id=233454/did=17334864/nid=233454/y28tga/index.html

 

OLG München: YouTube darf verdienen und muss keinen Schadensersatz leisten

Nach Ansicht des OLG München kann YouTube nicht für Urheberrechtsverletzungen in die Pflicht genommen werden. Nach Ansicht der Richter liege die alleinige Verantwortung bei den einzelnen Uploadern.
Dass YouTube aus diesen bereitgestellten Videos erhebliche wirtschaftliche Gewinne erzielt, sei egal. YouTube sei nicht zu Schadensersatz an die GEMA verpflichtet.
Eine Revision vor dem BGH ist zugelassen und wahrscheinlich.

[OLG Münchner OLG, 28. Januar 2016, Az.: 29 U 2798/15]
www.gema.de/aktuelles/olg_muenchen_urteilt_uploader_in_der_lizenzpflicht_nicht_youtube/

Differenzierter hatte sich das OLG Hamburg mit der Haftung von YouTube auseinandergesetzt:
www.webschauder.de/olg-hamburg-urheberrechtsverfahren-gegen-youtube-und-google/

Hatespeech 1: Youtube verdient mit

Der Spiegel berichtet über Hatesspeech-Videos auf YouTube vor denen teilweise auch Werbung geschaltet ist. Die jeweiligen Werbenden wissen in der Regel nichts davon und kümmern sich schnell um eine Abschaltung.
Diese Videos – oft verfälschende Zusammenstellungen von TV-Material – verstoßen zudem gegen Urheberrechte. Es sei leichter wegen Urheberrechtsverletzung Inhalte bei YouTube löschen zu lassen, als wegen der verbreiteten Hassbotschaft, stellt der Spiegel fest.
www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/youtube-werbung-vor-hetzvideos-gegen-fluechtlinge-a-1058254.html

YouTube muss (vorerst) nicht für Nutzerinhalte zahlen

Das Landgericht München hat eine Klage der GEMA gegen YouTube abgewiesen, nach der die GEMA von Youtube für vom Nutzer hochgeladene Musikvideos Schadensersatz verlangte.

Eine Begründung für das Urteil scheint es (bisher) nicht zu geben. Ob die GEMA Berufung einlegt ist noch offen.

www.welt.de/wirtschaft/article143368200/Gema-verliert-den-Prozess-gegen-YouTube.html?wtrid=socialmedia.socialflow….socialflow_facebook