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Venture Capital finanzierte BitTorrent Tracker

Nach einem Bericht von „The Trichordist” wurde der P2P-Tracker „Vuze“ in mehreren Runden von Venturekapitalgebern finanziert. Mit dabei Jarl Mohn, nun CEO eines nationalen US-Radionetzwerks.
Vuze ist nach eigenen Angaben „Die leistungsstärkste BitTorrent-Anwendung der Welt.“ und erzielt Erträge durch Werbung. Der Autor legt ein Beispiel vor, bei dem beim illegalen Download eines seiner Musikstücke Werbung von American Express angezeigt wird. Dabei handelt es sich nicht um Bannerwebung über vielfältige Vermarktungsstufen, sondern über eine direkte Einbindung von Werbung in ein Computerprogramm.

Zudem belegt er, dass der Piraterienachrichtendienst Torrentfreak auch eine direkte Werbebeziehung zu „Vuze“ hat. Somit finanzieren die Venturekapitalgeber nicht nur den Tracker sondern auch direkt die „unabhängige“ Meinungsbildung für das Produkt.

http://thetrichordist.com/2015/05/03/npaaaargghhhhh-npr-ceo-jarl-mohn-funded-piracy-client-vuze-and-vuze-sponsors-torrent-freak/

Werbung: Selbstregulierung gegen Werbung auf illegalen Webseiten gescheitert

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) hat heute mitgeteilt, dass der Versuch einer Selbstregulierung gegen Werbeschaltungen auf illegalen Seiten am Kartellamt gescheitert ist. Im Rahmen der Selbstregulierung sollte eine Liste von strukturell urheberrechtswidrige Internetangebote zusammengestellt werden. Damit wäre es der Werbewirtschaft möglich gewesen, Werbeschaltungen auf diesen Webseiten zurückzudrängen.

Das Bundeskartellamt sah aber insbesondere in der aktiven Beteiligung der Werbewirtschaft ein kartellrechtliches Problem. „Ohne die Werbetreibenden ist es jedoch schon begrifflich keine gemeinsame Selbstregulierung mehr und widerspricht zudem grundsätzlich dem Ansatz einer branchenübergreifenden Lösung. Es bleibt der irritierende Eindruck, illegale Angebote würden stärker geschützt als Maßnahmen, die der legale Wettbewerb ergreift“, so ZAW-Geschäftsführer Dr. Bernd Nauen.

Man will nun die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen mit der Politik diskutieren, da „ein gemeinsames Vorgehen die einzige Möglichkeit bleibt, effektiv Werbeschaltungen auf illegalen Seiten einzudämmen und damit gegen die Betreiber urheberrechtsverletzender Angebote vorzugehen“.

 

Dem muss nun widersprochen werden. Bereits heute kann ein werbetreibendes Unternehmen Dienstleister nutzen, die eine Schaltung auf illegalen Seiten verhindern (Batch Media, Project Sunblock) oder mit seinen Agenturen Verträge abschließen, die eine Werbeschaltung auf illegalen Seiten verbieten und bei Verstoß eine Vertragsstrafe vorsehen (Vgl. OLG München).
Insoweit hängt eine Eindämmung der Werbung auf illegalen Seiten im Wesentlichen vom Willen der Beteiligten ab und nicht vom Kartellamt.

http://zaw.de/zaw/aktuelles/meldungen/ZAW-Pressemeldung-Nr-4-15.php

 

Frankreich: Schwarze Liste für Werbung

Werbewirtschaft und Rechteinhaber haben in Frankreich eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der sie nicht mit Webseiten zusammenarbeiten wollen, die unerlaubt urheberrechtlich geschützte Inhalte anbieten. Entsprechende Blacklists werden erstellt. Der erste Schwerpunkt soll dabei auf Streaminseiten liegen, die ungehindert von Hadopi agieren.

Die Unterzeichnung erfolgte am 24.3. auf einer Veranstaltung der Kulturministerin Fleur Pellerin.

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USA: Google profitiert weiterhin von illegale Aktivitäten

Die Digital Citizens Alliance hat erneut festgestellt, dass auf youtube unzählige Filme über illegale Aktivitäten mit Werbung verbunden werden. Somit verdient Google massiv an Filmen, die illegale Medikamente, Steroide, gefälschte Pässe, gestohlene Kreditkarten oder Bilder Minderjähriger bewerben. Zudem sind viele der nach Protesten vor neun Monaten gelöschten Filme wieder erhältlich.

https://media.gractions.com/3DE696054309A422E45E08789A37B98CA008EEE5/62eb9ba4-d80b-48f0-af35-9f1870757265.pdf

Film zum Thema:
www.digitalcitizensalliance.org/cac/advocacy/content.aspx?page=Digitalweeds

USA: Wiederholte Werbeschaltung auf illegalen Seiten

In den USA hat das USC Annenberg Innovation Lab inzwischen 5 Reports zur Werbung auf illegalen Internetseiten veröffentlicht. In den letzten vier Reports wurden auch die werbenden Unternehmen aufgeführt. Dass eine Benennung nicht unbedingt weitere Werbeschaltungen auf illegalen Seiten verhinderte, zeigt sich daran, dass mehrere Unternehmen mehrfach erwischt wurden: USA: Wiederholte Werbeschaltung auf illegalen Seiten weiterlesen