Schlagwort-Archive: Werbung

Werbeumsatz mit gestohlenem Instagram-Content

Webseiten, die bei Instagram hochgeladenen Content über die Instagram API klauen und auf ihrer eigenen Seite spiegeln, erreichen Millionen von Visits. Die meisten Besucher werden dabei über die Text- oder Bildsuche von Google erreicht.
Auch bei der Finanzierung dieser Angebote hilft Google. Die Seiten der Instagram Web Viewer sind vollgepackt mit Google-Adsense-Bannern.

https://omr.com/de/instagram-web-viewer/

Russland: Online-Casinos sorgen für Piraterieangebot

Das Cybersicherheitsunternehmen Group-IB weißt daraufhin, dass in Russland inzwischen fast alle aktuellen Filme illegal angeboten werden. Eine besonders aktive Gruppe von Piraten wird von Online-Casinos finanziert. Die Online-Casinos integrieren ihre Anzeigen in die Raubkopien in Form von Logos, Bildunterschriften oder als Audiospuren.
https://torrentfreak.com/piracy-is-booming-in-russia-with-help-from-online-casinos-180923/

Illegale Sportwettenwerbung bei Handballjugend

Die Gatecom GmbH veröffentlicht auf sis-handball.de Spielergebnisse aus dem Handball. Kooperationspartner sind u.a. die 3. Liga, die Jugendbundesliga, sowie einige Landes-Handballverbände.
Zur Finanzierung wird dort auch Werbung geschaltet. Dabei zögert man auch nicht Werbung für Sportwetten zu schalten. Dies geschieht sowohl auf den Startseiten als auch im Jugendbereich.
Allerdings ist nach § 5 Abs. 2 Satz 1 GlüStV Werbung für Glücksspiel oder Sportwetten, die sich an Minderjährige oder vergleichbar gefährdete Zielgruppen verboten.

Werbung für Spielwetten auf sis-handball.de 12.09.2018

Bei dem Wettangebot kann man sich übrigens mit Fantasiedaten und ohne jede Altersprüfung anmelden, also auch Kinder und Jugendliche.

http://sis-handball.de/default.aspx?view=Spielplan&Liga=001519414000000000000000000000000000000

http://gatecom.de/kooperation.aspx

Zur Rechtslage:
https://www.lds.sachsen.de/gluecksspiel/?ID=12361&art_param=822

https://www.wr-recht.de/rechtliche-bewertung-von-sportwetten-in-deutschland-2018/

Umfrage: Werbung von Inhalt nur schwer zu unterscheiden

Eine Umfrage von Bitcom hat ergeben, dass viele Social-Media-Nutzer Schwierigkeiten haben, zwischen Werbung und inhaltlichen Beiträgen zu unterscheiden. So sagt knapp jeder zweite Nutzer (48 Prozent), dass er Werbung von Inhalt nur schwer unterscheiden kann. Unter den jüngeren Nutzern im Alter von 14 bis 29 Jahren sind es sogar 56 Prozent, unter den 50- bis 64-Jährigen und bei der Generation 65 Plus dagegen nur jeweils 40 Prozent.

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jeder-zweite-Social-Media-Nutzer-kann-Werbung-von-Inhalt-nur-schwer-unterscheiden.html

USA: Gericht ordnet Zahlungssperren an

Ein Bundesgericht in Florida hat eine umfangreiche vorläufige Verfügung gegen 33 relativ kleine Piraterieseiten erlassen. Auf Antrag des Medienkonzerns ABS-CBN hat das Gericht bestimmt:

  • Domain-Registrare und Registrierungsstellen dürfen die Webseiten nicht mehr verfügbar machen.
  • Werbenetzwerke müssen das Geschäft mit diesen Seiten einstellen und ausstehende Gelder einfrieren.
  • PayPal und andere Zahlungsabwickler müssen sofort alle Gelder in den Werbe- oder PayPal-Konten, die mit den Beklagten in Verbindung stehen, und ihre zugehörigen Zahlungskonten und E-Mail-Adressen identifizieren und sperren.

Die Verfügung bleibt in Kraft, bis das Gericht über den Antrag von ABS-CBN auf einstweilige Verfügung entscheidet. Ausgehend von früheren Fällen ist es wahrscheinlich, dass die Entscheidung bestehen bleibt.

https://torrentfreak.com/court-orders-paypal-to-restrain-pirate-site-funds-180709/

Google: Pirates Best Friend

Auf mehreren Augen blind scheint Google zu sein, wenn es um die wissentliche oder unwissentliche (aber registrierbare) Unterstützung von Piraterieseiten im Netz geht.
Diese Unterstützung durch Google fällt sehr mannigfaltig aus und sie ist das Thema dieser Betrachtung.

Seit Jahren moniert der Filmverband MPAA, dass Google zu wenig gegen die Piraterie unternimmt. In erster Linie geht es dabei um die Sichtbarkeit von illegalen Angeboten bei Suchanfragen an Google. Getreu dem Motto: „Wo versteckt man eine Leiche am sichersten? Auf Seite 2 der Google Suche“, erhofften sich die Filmschaffenden, dass zumindest das Such-Fußvolk von rechteverletzenden Seiten ferngehalten wird, wenn in den Toptreffern keine rechteverletzenden Seiten auftauchen.
Im Grunde sollte Google selber ein Interesse daran haben, weil es in seinem eigenen Playstore ja ebenfalls Filme vertreibt. Je mehr illegale Angebote also in der Suche angezeigt werden, desto geringer die Chancen einem interessierten Konsumenten den Film sogar selber zu verkaufen.
Machen wir daher die Probe auf das Exempel und suchen nach dem Film „Black Panther“.
Google: Pirates Best Friend weiterlesen

Frankreich: Kulturminister fordert Piraterie-Blacklist

Die französische Kulturministerin Françoise Nyssen hat gegenüber der Presse geäußert, dass eine nationale Blacklist gegen Piraterie eingeführt werden sollte. Die vorgeschlagene Liste sollte regelmäßig aktualisiert werden, damit ISPs, Suchmaschinen und Werbeunternehmen die Seiten blockieren können. Die Führung der Liste könnte die Hadopi-Behörde übernehmen.

https://torrentfreak.com/french-minister-of-culture-calls-for-pirate-streaming-blacklist-180423/

YouTube: Weiterhin Werbung bei Extremisten

YouTube bekommt anscheinend die Werbung vor extremistischen Inhalten nicht in Griff. CNN berichtet von mehr als 300 namhaften Werbekunden deren Anzeigenvideos auf Channels von Neonazis, Verschwörungstheoretikern, White-Supremacy-Rassisten und Pädophilen gezeigt wurden.
So lief Werbung für 20th Century Fox auf dem Channel eines amerikanischen Neonazis oder Werbung für zwei jüdische Non-Profit-Organisationen vor einem Video eines militanter Neonazis und Ku-Klux-Klan-Aktivisten, der sich über die „jüdische Weltherrschaft“ ausließ.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/YouTube-schaltet-weiterhin-Werbung-vor-extremistischen-Inhalten-4029170.html

Russland sperrt 250 Piraterieseiten mit Werbung für illegales Glücksspiel

Die russischen Steuerbehörden haben die Telekommunikationsaufsicht Rozcomnadzor aufgefordert rund 250 Piratenseiten mit Glücksspielwerbung sperren zu lassen. 200 der Webseiten wurden sofort von den lokalen ISPs blockiert, da sie die Werbung nicht entfernten. Bei 50 weiteren Seiten ist die Frist zur Entfernung der illegalen Werbung noch nicht abgelaufen.

Online-Glücksspiel wurde in Russland 2006 komplett verboten. Im Jahr 2012 entschied der Oberste Gerichtshof Russlands, dass ISPs den Zugang zu Glücksspielseiten blockieren müssen.

https://torrentfreak.com/russia-blacklists-250-pirate-sites-for-displaying-gambling-ads-180421/

Bundesgerichtshof: Werbeblocker AdBlock Plus nicht unlauter

Der BGH hat entschieden, dass das Werbeblockerprogramm AdBlock Plus nicht gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstößt.
Mit AdBlock Plus wird Werbung auf Internetseiten, die von den Filterregeln erfasst wird, die in einer sogenannten Blacklist enthalten sind,  automatisch blockiert.
Zudem bieten die Betreiber an, „akzeptable Werbung“ nicht zu blockieren, wenn sie am Umsatz beteiligt werden. Bei kleineren und mittleren Unternehmen verlangt die Beklagte für die Ausnahme von der automatischen Blockade nach eigenen Angaben keine Umsatzbeteiligung.

Der Bundesgerichtshof hat auf die Revision der Beklagten das Berufungsurteil aufgehoben und die Klage auch hinsichtlich des Hilfsantrags abgewiesen: Bundesgerichtshof: Werbeblocker AdBlock Plus nicht unlauter weiterlesen

Spanien: Weiterhin hohe Schäden durch Piraterie

Nach einem Bericht der „Coalition of Creators and Content Industries” wurde in Spanien 2017 etwas mehr als vier Milliarden Mal auf unlizenzierte digitale Inhalte zugegriffen. Dies entspricht fast 21,9 Milliarden Euro an Umsatzeinbußen; gegenüber 2016 ist dies ein Rückgang von 6%.

Wichtigster Pirateriemarkt sind Filme: In 2017 wurden 726 Millionen Filme illegal abgerufen. Dies entspricht einem Marktwert von 5,7 Milliarden Euro gegenüber 6,9 Milliarden im Jahr 2016.
35% der Zugriffe erfolgten während der Film noch in Kinosälen lief (2016 noch 33%).

Filme sind bei Piraten am beliebtesten, 34% nutzen diese ohne zu bezahlen. Danach kommen TV-Sendungen (30%), eBooks (24%) und  Musik (22%) gefolgt von Videospielen (11%) und Fußball (10%).

Trotz eines Rückgangs um mehr als 37% enthält mehr als ein Viertel der auf Piratenseiten erscheinenden Werbung immer noch bekannte Marken. Dies müsse weiter verbessert werden, so die Koalition.

Nach Ansicht der Nutzer wären die wirksamsten Maßnahmen gegen Piraterie die Sperrung der Webseiten (78%) und die Bestrafung der Internetanbieter (73%).

https://torrentfreak.com/piracy-falls-6-in-spain-but-its-still-a-multi-billion-euro-problem-180409/

Influencer = Schleichwerbung?

Viele Influencer verdienen auf YouTube, Pinterest und Instagram durch „Affiliate Links“ oder direkte Zahlungen der Unternehmen. Allerdings weisen sie nicht auf den werblichen Charakter ihrer Beiträge hin. Eine Studie der Princeton University zeigt:

Von 500.000 untersuchten YouTube-Videos hatten 3.472 Videos Produktlinks. Auf den Werbecharakter hingewiesen wurde nur in zehn Prozent der Fälle.

Von 2,1 Millionen Pinterest Pins verdienten 18.237 Fälle durch platzierte Links. Auf den Werbecharakter hingewiesen wurde nur in sieben Prozent der Fälle.

https://futurezone.at/digital-life/youtube-influencer-verheimlichen-dass-sie-gekauft-sind/400012738