Schlagwort-Archive: Warnhinweis

USA: Musikindustrie verklagt ISP

Mehrere große Plattenfirmen (Sony, EMI, Universal, Warner u.a.) haben den Zugangsprovider Cox Communications verklagt. Wie im noch nicht abgeschlossenen Verfahren von BMG werfen sie dem ISP vor, zu wenig gegen hartnäckigen Piraten zu unternehmen. Nach US-Recht müssen Anbieter die Konten von Wiederholungstätern „unter geeigneten Umständen“ kündigen.
Um die Verletzungshandlungen zu unterbinden, schickten die Musikunternehmen Hunderttausende von Mitteilungen an den Internet-Provider. Dies habe aber nicht viel geholfen, da Cox die Anzahl der verarbeiteten Nachrichten aktiv begrenzt habe.
Anstatt mit den Klägern zusammenzuarbeiten, um diesen massiven Verstoß einzudämmen, hat Cox einseitig eine willkürliche Obergrenze („Dreizehn-Streik-Politik“) für die Anzahl der von den Urheberrechtsinhabern akzeptierten Verstöße festgelegt
Aber selbst das war nur eine Täuschung. Mindestens 20.000 Cox-Kunden müssen als eklatante Wiederholungstäter eingestuft werden, von denen einige mehr als 100 Mal „gewarnt“ wurden.
Die Kläger betonen, dass der ISP nie einen Abonnenten dauerhaft gekündigt hat. Stattdessen würde Cox eine so genannte „weiche Kündigung“ anwenden, bei der die Konten der Teilnehmer schnell wiederhergestellt werden können, nachdem sie getrennt wurden.
Die Klage kann Cox theoretisch mehr als 1,5 Milliarden Dollar kosten.
https://torrentfreak.com/record-labels-file-billion-dollar-piracy-lawsuit-against-isp-cox-180802/

US-Warnhinweise: Piraterie kann Videoüberwachung und Heizung stören

Der US-Internetprovider Armstrong warnt hartnäckige Piraten unter den Kunden davor, dass ihr Internetzugang gedrosselt werden könnte. Dann könne man zwar noch auf die E-Mails zugreifen, aber Up- und Downloads und andere Dienste wie Thermostatfernsteuerung oder Videoüberwachung könnten gestört werden.

https://torrentfreak.com/piracy-notices-can-mess-with-your-thermostat-isp-warns-171224/

Frankreich: Neuer Hadopi Bericht

Nach einem neuen Bericht der französische Anti-Piraterie-Agentur Hadopi hat diese seit 2012 mehr als neun Millionen erste Warnhinweise und mehr als 800.000 weiteren Warnhinweise versendet.

Mehr als 2.000 Fälle wurden an Staatsanwälte verwiesen die zu 583 Gerichtsentscheidungen gegen Piraten führten. 394 von ihnen erhielten eine kleine Geldstrafe, eine Verwarnung oder eine andere gemeindebasierte Strafe. Bei 189 Bürger gab es eine strafrechtliche Verurteilung mit Bußgelder bis zu 1.500 Euro oder im Extremfall bis zu drei Jahren Gefängnis und/oder 300.000 Euro Geldstrafe.

https://torrentfreak.com/seven-years-of-hadopi-nine-million-piracy-warnings-189-convictions-171201/

Den vollständigen französischen Bericht erhalten Sie unter:
https://www.hadopi.fr/sites/default/rapportannuel/HADOPI-Rapport-d-activite-2016-2017.pdf

USA: Warnhinweise werden beendet

Nach einer kurzen Meldung des „Center for Copyright Information“ wird das US-amerikanische Warnhinweismodell (Copyright Alert System) beendet:

“After four years of extensive consumer education and engagement, the Copyright Alert System will conclude its work. The program demonstrated that real progress is possible when content creators, Internet innovators and consumer advocates come together in a collaborative and consensus-driven process. CAS succeeded in educating many people about the availability of legal content, as well as about issues associated with online infringement. We want to thank everyone who put in the hard work to develop this program and make it a success, including past and present members of our Advisory Board. While this particular program is ending, the parties remain committed to voluntary and cooperative efforts to address these issues.”

http://www.copyrightinformation.org/statement/statement-on-the-copyright-alert-system/

Großbritannien: Warnsystem startet in Kürze

Die ISPreview hat veröffentlicht, dass in diesem Monat die größten Provider starten, Warnhinweise an Kunden zu versenden, die im Verdachts stehen online Urheberrechte zu verletzen. Von Anfang an dabei sind BT, Virgin Media, TalkTalk und Sky Broadband; weitere dürften folgen.

Zum Start sollen nur Hinweise über den Sachverhalt und mögliche legale Alternativen an diejenigen versendet werden, deren IP-Adresse beim „Tausch“ in P2P-Netzwerken gefunden wird.
Diese Recherche der Uploader obliegt den Rechteinhabern, die diese Daten an die ISPs weitergeben, von dort aber keine Informationen über die erwischten Kunden erhalten.

Über die Kosten des Systems liegen keine Informationen vor.
Nach Angaben von Torrentfreak sind 2,5 Mio. Warnhinweise geplant, womit schon klar sei, dass nur ein Teil der Nutzer überhaupt einen Hinweis erhält.

Der BBC hat einen Entwurf veröffentlicht, der zeigt wie zurückhalten die Warnung erfolgt:
“Sample Piracy “Alert” Email / Letter
Get It Right from a Genuine Site’ has got in touch with us.
Get it Right is a government-backed campaign acting for copyright owners who think their content’s been shared without their permission.
It looks like someone has been using your broadband to share copyrighted material (that means things like music, films, sport or books).
And as your broadband provider, we have to let you know when this happens.
[List of the content in question]
[Further guidance on how to stop the activity]”

http://www.ispreview.co.uk/index.php/2017/01/big-uk-isps-send-first-internet-piracy-warning-letters-month.html

https://torrentfreak.com/uk-piracy-warnings-coming-month-heres-works-170111/

Neuseeland: Warnhinweise zu teuer

Neuseeland hat als eines der ersten Länder ein Warnhinweissystem eingeführt, über welches Nutzer von Tauschbörsen wegen der Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte ermahnt werden können.
Aufgrund der hohen Kosten wird es aber nur wenig genutzt. Jede Verwarnung kostet $25 (14€), die geplanten drei Verwarnungen somit $75. Danach könnten die Rechteinhaber für weitere $200 eine offizielle Beschwerde einreichen. Dies geschieht aber fast nie.
https://torrentfreak.com/warning-illegal-downloaders-is-too-expensive-record-labels-complain-150914/

USA: Filmstudio kritisiert „Six Strikes“

Mark Gill, Präsident von Millenium Film,  kritisiert das US-amerikanische Warnhinweismodell „Six Stirkes Copyright Alert System“ (CAS). Der Film „Expendables 3“ wäre 60 Millionen mal illegal angeschaut worden, aber nur 0,3 % der Betrachter wären über das CAS angeschrieben worden.

Da die P2P-Nutzung bei den Providern, die sich am CAS beteiligen, sogar leicht angestiegen sei, sieht man in dem System nur eine Alibifunktion für die Provider:
“These alarming numbers show that the CAS is little more than talking point utilized to suggest these five ISPs are doing something to combat piracy when in actuality, their customers are free to continue pirating content with absolutely no consequences,” Voltage Pictures CEO Nicolas Chartier notes.

http://torrentfreak.com/six-strikes-anti-piracy-scheme-is-a-sham-filmmaker-say-150513/

Kanada: Warnhinweise eingeführt

In Kanada können Rechteinhaber seit dem 2.1. diesen Jahres Personen, die sie bei Urheberrechtsverletzungen im Internet  (Tauschbörsen) erwischt haben, Warnhinweise zukommen lassen. Dazu müssen sie dem Provider die ermittelte IP zukommen lassen damit dieser dann eine entsprechende Warnung an den Anschlussinhaber sendet.

Provider müssen diese Vorgänge 12 Monate speichern und für die zivilrechtliche Verfolgung Akteneinsicht gewähren.

Zusätzlich sind VPNs gezwungen 6 Monate lang ihre Daten zu speichern, damit auch über VPNs begangene Urheberechtsverletzungen nach diesem Schema bearbeitet werden können.
http://torrentfreak.com/canadian-isps-vpns-now-alert-pirating-customers-150102/
www.heise.de/newsticker/meldung/Kanadische-Provider-muessen-Warnhinweise-an-Copyright-Suender-schicken-2508523.html

USA: Ein Jahr “Six Strikes” – CCI legt ersten Bericht vor

Das US-amerikanische “Center for Copyright Information“ (CCI) hat einen ersten Ergebnis-Bericht über das amerikanische Warnhinweissystem in Tauschbörsen veröffentlicht. Er umfasst die letzten 10 Monate in 2013.

Danach wurden den ISPs über 2. Mio. Verstöße gemeldet. Daraus wurden 1,3 Mio. Warnhinweise erstellt. Diese betrafen 723.000 Personen. Mehr als 70 % der „Erwischten“ wurden nur einmal angeschrieben. 5 % erhielten aber auch die letzte Warnung: USA: Ein Jahr “Six Strikes” – CCI legt ersten Bericht vor weiterlesen