Schlagwort-Archive: Urheberrechtsrichtlinie

Fake News vom YouTube CEO

Der Vermarkter fremder Inhalte, YouTube, hat seine Chefin Susan Wojcicki nun gegen Artikel 13 der Urheberrechtsrichtlinie ins Rennen geschickt. Sie fordert die Anbieter von Videoinhalten auf der Google-Plattform auf, gegen Artikel 13 zu protestieren.
Leider ist die Argumentation etwas einseitig ausgefallen, wie selbst der netzaffine Nachrichtendienst heise feststellt: „Bei aller berechtigten Kritik an den EU-Plänen erwähnt Wojicki nicht, dass es für einen großen Teil des Problems noch eine weitere mögliche Lösung gibt: Youtube könnte sich mit den Inhalteanbietern auf ein Lizenzmodell für die Verwertung von Musik oder Filmschnipseln durch User einigen.“

Analog der begrifflichen Klärung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages handelt es sich bei dem Aufruf von Frau Wojcicki um Fake News. Fake News vom YouTube CEO weiterlesen

Nach der Manipulation ist vor der Manipulation

Am 12.09.2018 stimmte das EU Parlament für die Annahmen der EU Copyright Direktive. Der gesamten Sommer 2018 war geprägt von einer massiven Lobbyschlacht bei der die Gegner der Direktive auf das Mittel des asymmetrischen Lobbyings zurückgriffen und die EU Abgeordneten mit Mail-Lawinen und Twitter Stürmen eindeckten und eine Graswurzelbewegung imitierten.
Bereits unmittelbar nach der Abstimmungsniederlage sammelten die Gegner der Direktive ihre Kräfte und beschrieben auch, wie sie den laufenden Trilog, also die Verhandlungen zwischen dem Europarat (den Ländern), der EU Kommission und dem EU Parlaments für sich beeinflussen können.

„Dass das von Google kommt“?
Am 21.09.2018 fand in Berlin die fünfte „Das ist Netzpolitik!“ Konferenz statt. Eine der Rednerinnen war die einzige Abgeordnete der Piraten Partei im EU Parlament, Julia Reda. Sie empfahl auf der Konferenz ihren Anhängern die EU Abgeordneten anzuschreiben:

„Die müssen das Gefühl haben, dass das für ihren Wahlkreis relevant ist. Dann glauben sie auch nicht, dass das von Google kommt.“ Nach der Manipulation ist vor der Manipulation weiterlesen

Kunstrasen statt Graswurzel: Wenn Clicktivismus auf harte Realität trifft

Am vergangenen Wochenende riefen mehrere Organisationen zu einem „Day of Action“ mit Demonstrationen in ganz Europa gegen die geplante Urheberrechts-Richtlinie der EU auf.
Zu den Unterstützern der Veranstaltungen gehörten u. a. die
Piraten Partei, die Linken, Die Grünen sowie der Netzverein Load e.V. (FDP).

Die Webseite saveyourinternet.today hatte eine Übersichtskarte aller 27 Demonstrationen erstellt.
Obwohl auch diese Seite, wie schon zahlreiche andere Seiten der Kampagne, kein Impressum, geschweige denn eine Datenschutzerklärung aufweist, wurde sie fleißig verlinkt u. a. von Change.org. Offenes Visier sieht anders aus. Sorgfalt auch.

Abbildung: Saveyourinternet.today mit Aufrufen und Links zu den Demonstrationen.
Betreiber der Seite unbekannt, Datenschutzhinweis fehlt. Die WhoIs Angaben führen zu WhoIs Guard in Panama.

 

Der „Day of Action“ in Deutschland
Den Auftakt bildete Mainz am Samstag, den 25.08.2018. Dort traten durchaus prominente Bundestagsmitglieder wie Tabea Rösner (Die Grünen) oder auch Manuel Höferlin (FDP) auf. Dennoch sprachen sie nur vor ca. 30 Teilnehmern. Kunstrasen statt Graswurzel: Wenn Clicktivismus auf harte Realität trifft weiterlesen

Matthias Hornschuh: Manipulationsmaschine

Der Komponist Matthias Hornschuh beleuchtet die Hoffnung der Berufsurheber auf eine längst überfällige Reform Urheberrechtsrichtlinie und analysiert Status Quo, Interessenlagen und Strategien der betroffenen Plattformen.

Wovon Musikurheber leben …
Musik funktioniert arbeitsteilig. Die einen komponieren und texten, die andern singen, spielen und nehmen auf. Ein klares Prinzip mit Ausnahmen („Selbstaufführer“), in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Das Prinzip bildet sich auch im Recht ab: Den Autoren gehört das Urheberrecht, den Interpreten ein Leistungsschutzrecht; beide sind sowohl Ausdruck eigentumsrechtlicher wie auch persönlichkeitsrechtlicher Ansprüche.
Für Nutzungen müssen beide Rechte lizenziert und „angemessen“ vergütet werden; das passiert i.d.R. über Verwertungsgesellschaften (VG) wie die GEMA. Da Kompositionsarbeit im Regelfall unvergütet ist, machen die VG-Ausschüttungen als einzige erzielbare Einnahmen bis zu ¾ der Jahreseinnahmen professioneller Musikautoren aus.

… und wovon sie nicht leben können: #ValueGap

Weiter über ….
http://hornschuh-musik.de/manipulationsmaschine