Schlagwort-Archive: Steuern

Deutsche Mittelständler sollen Quellensteuer für Google & Co zahlen

Seit Jahren versagt der Staat dabei, Google & Co angemessen zu besteuern – nun gehen einige Finanzämter einen umstrittenen Weg: Sie lassen deren deutsche Geschäftspartner die Steuern zahlen. Die Finanzbehörden fordern neuerdings eine Quellensteuer von 15 Prozent auf Zahlungen an Internetkonzerne wie Google – und das bis zu sieben Jahre rückwirkend, berichtet das ZDF-Magazin „Frontal 21“ in seiner Sendung am Dienstag, 19. Februar 2019, 21.00 Uhr.
Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das, Rückstellungen in Millionenhöhe in der Bilanz vorzusehen – Beträge, die kaum eines der oft jungen Unternehmen zur Verfügung hat.
Die bayerischen Finanzämter seien aber angewiesen, „die betroffenen Fälle bis zur endgültigen Festlegung einer bundeseinheitlichen Verwaltungsauffassung offen zu halten“, heißt es nun aus dem bayerischen Finanzministerium gegenüber „Frontal 21“.
https://www.presseportal.de/pm/7840/4196765

Großbritannien: Erfolge gegen Steuerhinterziehung bei Online-Händlern

Von über 7.000 untersuchten Online-Händlern, die auf Ebay oder Amazon in Großbritannien verkauften, haben in den letzten zwei Jahren 4.600 Steuern hinterzogen. Ein Großteil der Online-Shops wurde geschlossen bzw. von den Plattformen gelöscht. Der Rest muss Steuern nachzahlen, wohl insgesamt 230 Millionen Euro.
Zuständig ist die Regierungsbehörde HM Revenue and Customs, die von sieben Marktplätzen Verkaufsdaten erhält, um Händler einer möglichen Steuerhinterziehung zu überführen.
http://www.onlinehaendler-news.de/online-handel/marktplaetze/130326-grossbritannien-steuerhinterziehung-4-600-online-haendlern

Italien erfolgreich gegen Steuerhinterziehung (bei Tech Giants)

Die italienischen Steuerbehörden schaffen es mit Untersuchungen wegen Steuerhinterziehung die Tech-Giganten zu ordentlichen Zahlungen zu verpflichten. Nach Amazon, Google und Apple hat nun auch Facebook akzeptiert, an den italienischen Staat Steuern nachzuzahlen; insgesamt mehr als 100 Millionen Euro für die Jahre 2010 bis 2016.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/facebook-firma-akzeptiert-nachzahlung-von-100-millionen-euro-an-italien-a-1239958.html

Steuerfahndung gegen die chinesische Online-Mafia

Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Hamburg hat die Hamburger Steuerfahndung Anfang April mehrere Objekte eines Onlinehändlers sowie die Privatwohnung des Geschäftsführers in Hamburg durchsucht. Der Geschäftsführer (44), ein deutscher Staatsbürger chinesischer Abstammung, wurde von Zielfahndern der Polizei verhaftet. Zudem wurden Vermögensgegenstände im Wert von mehr als 350.000 € eingezogen.
Die in Hamburg ansässige und über ein chinesisches Netzwerk gesteuerte Firma hatte in ihren Steuererklärungen die Umsätze von einem eBay-Account angemeldet. Tatsächlich verfügte die Firma aber über mindestens 14 weitere Accounts – die dem Finanzamt verschwiegenen Umsätze betrugen innerhalb von zweieinhalb Jahren insgesamt 45 Millionen Euro. Die hinterzogene Steuer beträgt mehr als 7 Millionen Euro.

https://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/10851888/2018-04-04-fb-pm-erfolgreiche-steuerfahndung-schlag-gegen-die-chinesische-online-mafia/

Steuerbetrug: Beschlagnahmen bei Amazon

Erstmals sind deutsche Finanzbehörden in größerem Umfang gegen den seit Jahren bekannten Mehrwertsteuerbetrug bei Amazon vorgegangen. Kurz vor Weihnachten haben Steuerfahnder Waren von knapp 100 chinesischen Händlern in Amazon-Lagern beschlagnahmt und deren Guthaben bei Amazon einfrieren lassen.

Die Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin äußert sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, auch Amazon verweigert der Presse weitere Angaben, soll aber voll umfänglich mit den Behörden kooperieren.

Branchenexperten schätzen den Betrag, der dem Fiskus pro Jahr entgeht, auf bis zu einer Milliarde Euro. Mehr als 10.000 chinesische Händler sollen über Amazon in Deutschland ihre Waren anbieten, 432 davon sind beim Finanzamt steuerlich registriert.
Die zuständigen Behörden in Neukölln setzen gerade neun Mitarbeitern dafür ein.
Dass es auch anders geht zeigen die Briten: Kein Verkauf ohne britische Steuernummer und bei Verstößen haften die Plattformbetreiber.

http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/handel-konsumgueter/steuerbetrug-auf-onlineplattformen-zugriff-im-lager-von-amazon/20808258.html

VG Freiburg: Auskunftsrecht gegen Online-Portal

Das VG Freiburg hat entschieden, dass die Stadt Freiburg von einem Online-Buchungs-Portal, über das private Zimmer und Wohnungen angemietet werden können, Auskunft über die beim Portal registrierten Vermieter im Stadtgebiet verlangen darf, wenn aus der Beschreibung der Mietobjekte in dem Portal weder der vollständige Name und die Anschrift des Vermieters noch die konkrete Adresse des Mietobjekts ersichtlich sind.
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Bundesrechnungshof beklagt Steueroase Internet

Nach Angaben von Bundesrechnungshof-Präsident Kay Scheller entgehen dem Fiskus im großen Stil Steuereinnahmen aus dem Online-Handel. Trotz Milliardenumsätzen habe man in 2013 nur 28 Millionen Euro eingenommen.
Betroffen sei vor allem der Handel mit digitalen Gütern, also Software, Spielen und Musik. Ob Produkte steuerlich deklariert würden, sei praktisch Entscheidung des Unternehmers. Kontrollen gäbe es kaum, auch fehlen Konzepte die Lage zu verbessern. Letztendlich führe dies zu einer Schieflage im Wettbewerb.

https://www.morgenpost.de/politik/inland/article208953033/Rechnungshof-Praesident-Scheller-Internet-ist-Steueroase.html

Frankreich: YouTube soll besteuert werden – Filmförderung bekommt etwas ab

Das Unterhaus des französischen Parlaments, hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der eine Besteuerung der Werbeerlöse von Online-Videoplattformen wie YouTube vorsieht. Von der Steuer in Höhe von 2% der Werbeerlöse soll die Filmförderungsbehörde Centre national du cinéma (CNC) die ersten 70 Millionen Euro erhalten. Der Rest geht dann an die Staatskasse.

Bevor es soweit ist, müssen aber noch der französische Senat und die Europäische Kommission zustimmen.

http://www.kontakter.de/internationale_news/frankreich_will_werbeerloese_von_youtube_besteuern

EU-Kommission verklagt Staaten wegen illegalen Steuervergünstigungen

Die EU-Kommission hat förmliche Ermittlungen gegen Irland, Luxemburg und die Niederlande eingeleitet.
Die Länder stehen unter dem Verdacht, dass sie internationalen Firmen wie Apple oder Starbucks reduzierte Körperschaftssteuern ermöglicht haben, die gegen das europäische recht verstoßen.

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-kommission-prueft-steuerpraxis-von-us-konzernen-a-974520.html

Bundesrechnungshof befürchtet Steuerausfälle in Millionenhöhe bei Internetleistungen

Der Bundesrechnungshof hat u.a. in einer Pressemeldung darauf hingewiesen, dass es beim Verkauf von Internetleistungen (Musik, Filme, E-Books, Livecams, Software etc.), durch Unternehmen mit Sitz außerhalb der EU zu Umsatzsteuerausfällen in mehrstelliger Millionenhöhe kommt. Bundesrechnungshof befürchtet Steuerausfälle in Millionenhöhe bei Internetleistungen weiterlesen