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Großbritannien: Weitere Sperren für illegale Premiere League-Streams

Der britische High Court hat entschieden, dass weiterhin Piraterie-Live-Streams von Fußballspielen der Premiere League in Großbritannien zu blockieren sind. Eine einstweilige Verfügung, die vorsieht nicht autorisierte Streams in Echtzeit zu blockieren, wurde für die Saison 2018 bis 2019 erneuert.
https://torrentfreak.com/premier-league-obtains-piracy-blocking-order-for-2018-19-season-180719/

Nachtrag 25.7.2018:
Pressemeldung der Premiere League:
https://www.premierleague.com/news/442401

Studie zu illegalem Streaming während der Fußball-WM

Während der Fußball-WM hat Viaccess-Orca das illegale Streaming untersucht und detaillierte Fakten über die Anzahl der illegalen Streams, Host-Domains und Links herausgefunden. So zeigen die Ergebnisse u.a. die wichtigsten Quellen und Speicherplätze der Streams für 5 ausgewählte Spiele:

TOTAL NUMBER OF LINKS ON THE TOP 5 HOSTER DOMAINS
By hoster domains, we refer to a site that hosts illegal videos, either directly or through or behind a protector used as a proxy.
TOP 5 – LINK HOSTER DOMAINS
1. Facebook 1762 links
2. Emb.aliez.me 699 links
3. 0eb.net 401 links
4. Youtube 364 links
5. Cdn.Livetvcdn.net 168 links Studie zu illegalem Streaming während der Fußball-WM weiterlesen

Studie zu Illegalen Streams der Champions-League

Die Anti-Piraterie-Firma Irdeto hat 5.100 illegale Streams der K.O.-Phase der Champions League analysiert und folgende Verbreitungswege dokumentiert:

  • Rund 40 Prozent dieser nicht autorisierten Sendungen kamen von „sozialen“ Plattformen wie Periscope, Facebook und Twitch. Irdeto fand auf diesen Seiten 2.093 Streams mit geschätzten 4.893.902 Zuschauern.
  • Regelmäßige webbasierte Streams auf traditionellen Sportpiratenseiten waren mit 2.121 Streams der beliebteste Verbreitungsweg.
  • Über Kodi-Addons wurden 886 Streams gefunden.

https://irdeto.com/news/nearly-five-million-illegal-streamers-detected-during-champions-league-knockout-stages.html

KODI: Welcome to Piracy 3.0

Das hätte sich Microsoft sicherlich auch nicht träumen lassen, dass sein ehemaliges Xbox Media Center (XBMC), einem Programm zum Abspielen verschiedener Dateiformate von Medien auf der Microsoft XBox, einmal zu einer echten Herausforderung für die Kreativwirtschaftsbranchen Film und TV wird.
Microsoft entließ sein XBMC bereits vor Jahren in die freie Open Source Wildbahn und aus dem kleinen Programm ist mittlerweile ein veritabler Player für alles Mögliche geworden, über die unterschiedlichsten Betriebssysteme und Plattformen hinweg.
Seit 2016 unter dem Namen KODI bekannt, kann das Programm als quasi Herzstück einer Settop-Box (KODI-Box) betrachtet werden. Die KODI-Boxen bringen die unterschiedlichsten Inhalte auf den eigenen Fernseher.
Wie immer gilt auch hier das Dual-Use-Prinzip. Die Software kann für ganz legale Zwecke eingesetzt werden – in der Realität dürfte das aber eher der geringere Teil der Nutzung sein.
Ein kürzlich veröffentlichte Studie des kanadischen Unternehmen Sandvine bestätigt genau das. Demnach haben zwar nur knapp 10% der kanadischen Haushalte eine KODI-Box, wer aber eine hat, der benutzt diese zu 87% für Pirateriezwecke.
Menschen sind eben sehr erfinderisch, wenn es um Geschäfte auf Kosten Dritter geht. So auch hier. Mit wenigen Handgriffen lassen sich sogenannte AddOns auf einer KODI-Box installieren mit denen sich sowohl Filme als auch Live TV zu einem Bruchteil der Kosten eines legalen Abos ansehen lassen. Am Ende steht auch hier ein Geschäft, wie eigentlich immer in der Piraterie.
Auch in der KODI-AddOn-Welt herrscht kein Altruismus, denn die AddOns werden mehrheitlich gegen Geld und auf Zeit verkauft. Es ist Paid Piracy.

KODI on the rise
KODI-Boxen sind offenbar auf dem Vormarsch. Eine Studie aus dem Vereinigten Königreich legt nahe, dass es dort eine große Nachfrage nach KODI-Boxen gibt und viele Konsumenten sich überlegen, das eigene (legale) teure Abo für Fußball oder Filme in absehbarer Zeit zu kündigen, um auf die wesentlich günstigeren erweiterten KODI-Boxen zu wechseln. KODI: Welcome to Piracy 3.0 weiterlesen

USA: Sportverbände gegen Schweiz und Niederlande

Die US-amerikanische Sports Coalition, zu der prominente Ligen wie NBA, NFL und MLB gehören, fordert die US-Regierung auf, die Niederlande und die Schweiz auf die Priority Watch List zu setzen, da viele Raubkopien aus diesen europäischen Ländern ausgestrahlt werden.
In den Niederlanden würden Dienste wie awlive.tv, strikezoneme, wizlnet, AltusHost, Host Palace, Quasi Networks oder SNEL zur Sportpiraterie beitragen, in der Schweiz tun dies mlbstreamme, robinwidgetorg, strikeoutmobi, BlackHOST, Private Layer und Solar Communications.

https://torrentfreak.com/major-us-sports-leagues-report-top-piracy-nations-to-government-180216/

Niederlande: Gericht verpflichtet Rechenzentrum zu Sperren

Der Gerichtshof von Den Haag hat den Internet-Service-Provider Ecatel dazu verpflichtet, illegale Streams der Premiere League binnen 30 Minuten für die Dauer des Spiels abzuschalten.
Ecatel diente als Data Center für Kunden, die illegale Sportstreams verbreiteten und nicht auf Löschaufforderungen reagierten.
Bei Verstößen droht eine Strafe in Höhe von 5.000 Euro je Verstoß bis zu einem Höchstbetrag von eineinhalb Millionen Euro.

Die Ausrede Ecatels, dass Fußballspiele keine urheberrechtlich geschützten Werke seien, akzeptierte das Gericht nicht und stufte Ecatel als Vermittler im Sinne Urheberrechts ein.

Das Gericht war zudem der Meinung, dass ein solcher Beschluss die Freiheit, ein Unternehmen in seinem Kern zu führen, nicht beeinträchtigt. Der Aufwand und die Kosten wären gering, und der Effekt der Sperrung von illegalen Inhalten kann durch eine angemessene Kündigungspolitik gelöst werden. Nach Ansicht des Gerichtshofs wird auch die Informationsfreiheit hinreichend gewahrt, da die Anordnung nur für die Dauer der beanstandeten Streams gilt.
Auch wenn Ecatel seine Geschäftstätigkeit eingestellt hat, hat das Urteil entsprechende Auswirkungen auf andere Rechenzentren.

https://www.boek9.nl/items/iept20180124-rb-den-haag-premier-league-v-ecatel

https://torrentfreak.com/court-orders-hosting-provider-to-stop-pirate-premier-league-streams-180126/

Großbritannien: UEFA lässt illegale Streams sperren

Nach einem Bericht von TorrentFreak hat die UEFA in Großbritannien eine einstweilige Verfügung erwirkt, nach der sechs große ISPs ab dem 13. Februar 2018 illegal live übertragene Spiele blockieren müssen. Die Anordnung gilt bis mindestens zum 26. Mai 2018.
Die englische Premier League (EPL) hat Anfang 2017 erstmalig eine ähnliche einstweilige Verfügung des High Court erreicht.
Nach Ansicht des Richters haben die von der Premier League eingereichten Beweise gezeigt, dass sich eine solche Anordnung als sehr effektiv erwiesen habe. Zudem habe es keine Beweise für eine zu weitgehende Sperre gegeben.

https://torrentfreak.com/uefa-obtains-high-court-injunction-to-block-live-soccer-streaming-171226/

Siehe auch
http://webschauder.de/grossbritannien-weitere-sperren-gegen-sportstreaming/

Pirateriezahlen zu Mayweather/McGregor

Der Boxkampf zwischen Mayweather und McGregor hat wohl einen neuen Piraterierekord erzielt:

Laut Irdeto gab es 239 illegale Live-Streaming-Angebote zu dem Kampf, die weltweit schätzungsweise 2,93 Millionen Zuschauer erreichten. Dazu kamen geschätzte 445.000 Downloads.
67 der 239 Streams erfolgten über bekannte Piraterie-Streaming-Websites. Es wurden aber auch Dienste wie Facebook, YouTube, Twitter’s Periscope, Twitch (Amazon) und die Media-Player-Plattform Kodi genutzt. Pirateriezahlen zu Mayweather/McGregor weiterlesen

Großbritannien: Illegales Sportstreaming üblich

Nach einer Studie im Auftrag des BBC ist es in Großbritannien üblich, illegale Streams von Fußballspielen zu sehen:
47 Prozent der Fans haben schon mindestens einmal ein Spiel auf einer illegalen Streamingseite gesehen;
36 Prozent machen dies mindestens einmal im Monat und
22 Prozent sogar mindestens einmal die Woche.
Mit steigendem Alter sinken die Anteile der Nutzer illegaler Streamingseiten.
http://www.bbc.com/sport/football/40483486