Schlagwort-Archive: Registrar

Denic, Nic.at und Keysystems sollen Cybercrime unterstützen

In einem sehr detaillierten Artikel berichtet Spamhaus über die Beteiligung deutscher und österreichischer Internetregistrierungsstellen am Cybercrime.

Über die Denic und Nic.at werden unzählige Cybercrimeseiten registriert. Auf Beschwerden wird man nicht tätig und weist die Verantwortung von sich. Man nehme nur Seiten vom Netz, wenn Sie gegen die AGBs verstoßen oder man gerichtlich dazu aufgefordert würde.

Wieso die beiden Institutionen – anders als ihre schweizer oder russischen Kollegen – Cybercrime nicht als Kündigungsgrund in ihre AGBs schreiben, wird nicht erklärt.

Angemeldet wurden viele der Seiten über den Registrar Keysystems. Dieser scheint inzwischen vor einer Löschung die Seiten zum Umzug zu bewegen: „What we are now seeing within ccTLD .at is ridiculous: Several registrars, mostly German-based, are moving malicious domain names around between each other. Once you report a malicious domain name to one of these registrars, they will just transfer it to a different registrar.“

Nach Angaben von c’t hält man beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Beschwerden von Spamhaus „für durchaus berechtigt. Auch dort wünschen sich vor allem die Mitarbeiter des Notfall-Teams CERT-Bund ein „pragmatischeres Vorgehen der deutschen Registry“ in Fällen eindeutigen Missbrauchs und dem Ausbleiben von Reaktionen der Registrare.“

www.spamhaus.org/news/article/724/ongoing-abuse-problems-at-nic.at-and-denic

www.heise.de/newsticker/meldung/Boom-bei-deutschen-Bot-Netz-und-Phishing-Domains-2786836.html

USA: Auskunftspflicht des Registrars beinhaltet Zahlungsdaten

Ein New Yorker Gericht hat den Registrar Namecheap verurteilt, Auskunft über einen Kunden zu geben der ein Piraterieangebot betrieb.  Anders als in Deutschland sind auch die Daten zur Bezahlung Gegenstand der Auskunft.

http://torrentfreak.com/court-orders-namecheap-to-identify-pirate-site-operator-150629/

http://5451603478074.hostingkunde.de/olg-koeln-grenzen-des-urheberrechtlichen-auskunftsanspruchs/

LG Köln zur Haftung des Registrars

Wenn ein Registrar einer Domain weiß, dass auf einer Webseite wahrheitswidrige Aussagen stehen (und ihm dies noch vom Inhaber der Seite bestätigt wird) und er trotzdem keine weiteren Maßnahmen zur Unterbindung derselben trifft, haftet er als Störer.

[LG Köln, Urteil vom 13.05.2014, Az. 28 O 11/15]

www.raschlegal.de/news/lg-koeln-bejaht-haftung-des-registrars-fuer-rechtswidrige-aeusserungen/

Vgl. auch:  www.webschauder.de/olg-saarbruecken-haftung-des-registrars-bestaetigt/

Großbritannien: Illegale Sportstreaming- und E-Book-Angebote gesperrt

Der britische High Court hat sechs britische Zugangsprovider dazu verpflichtet, drei illegale Sportstreaming-Angebote zu sperren. Antragsteller waren der englische Fußballverband sowie die Vertreter der Premier League.
Zu einer der Seiten lag auch eine Beschwerde bei der  Registrierungsstelle für „.eu“-Domains (EURid) vor. Trotz der Rechtsverstöße hat EURid die Seite aber wieder freigegeben.

Bereits einige Tage vor den Sperrungsverfügungen in Sachen Sportstreaming waren die Provider gerichtlich dazu verpflichtet worden, sieben illegale E-Book-Angebote zu sperren. Antragsteller in diesem Fall war der britische Verlegerverband.

http://torrentfreak.com/uk-piracy-blocklist-expands-with-sports-streaming-sites-150531/

http://torrentfreak.com/high-court-orders-uk-isps-to-block-ebook-sites-150527/

US-Regierung beschuldigt Filehoster und Registrare

Das US-amerikanische „Office of the United States Trade Representative” hat in der diesjährigen “Out-of-Cycle Review of Notorious Markets” einen Schwerpunkt auf Copyrightverletzungen gelegt und beschreibt dementsprechend Tauschbörsenportale und Filehoster. Dabei wird der Bezug mancher Angebote zu Ländern in der EU erkennbar.

Zudem wird manchen Registraren vorgeworfen, dass sie sich gerichtlichen Anordnungen oder behördlichen Aufforderungen, bestimmte Seiten zu löschen, widersetzen.

https://ustr.gov/sites/default/files/2014%20Notorious%20Markets%20List%20-%20Published_0.pdf

GB / Schweden: Polizei schließt illegale Internetseiten

Die schwedische Polizei hat durch verschiedene Maßnahmen erreicht, dass mehrere Piraterieseiten anscheinend „freiwillig“ geschlossen wurden.

Die britische Polizeieinheit PIPCU hat seit Beginn des Jahres 2000 Webseiten, die gefälschte Markenware vertrieben, geschlossen. Dazu wurden die Registrare aufgefordert die Registrierung der URL (des Namees der Seite) aufzuheben. Seit Beginn der Maßnahmen im Oktober 2013 wurden insgesamt 5500 Seiten geschlossen, die gefälschte Artikel angeboten haben.

http://torrentfreak.com/torrent-sites-shut-down-after-swedish-police-arrest-five-150213/

www.cityoflondon.police.uk/advice-and-support/fraud-and-economic-crime/pipcu/pipcu-news/Pages/PIPCU-suspends-more-than-2,000-illegal-websites-.aspx

Hoster und Registrare in Industrieländern uneinsichtiger?

In Somalia wurde heute die Torrentseite KickassTorrents insoweit abgeschaltet, als das die Verbindung der Domain mit dem Namen “Kickass.so” nicht mehr auf das illegale Angebot verlinkt.

Die Piratebay-Domain „thepiratbay.se“ hingegen wird trotz massiver polizeilicher Maßnahmen weiterhin von der schwedischen Registrierungsstelle (iis.se) aufrecht erhalten.

Die Seite selber liegt auf einem Rechner von Cloudflare, einem amerikanischen Unternehmen. Der frühere moldawische Hoster der Seite, hatte seinen Dienst wegen der Urheberrechtsverletzungen aufgekündigt. Cloudflare hat anscheinend keine Probleme mit den Urheberrechtsverletzungen seines Kunden. Auch die Maßnahmen der schwedischen Polizei gegen den früheren schwedischen Hoster scheinen Cloudflare nicht zu beeindrucken.

http://torrentfreak.com/kickasstorrents-taken-domain-name-seizure-150209/

www.golem.de/news/torrent-the-pirate-bay-offiziell-in-den-usa-gehostet-1502-112206.html

Nachtrag: Inzwischen wurde bekannt, dass die schwedische Staatsanwaltschaft, die Domain „thepiratebay.se“ beschlagnahmen will, der Registrar sich aber weigert diese abzuschalten. Der Fall wird nun vor Gericht verhandelt.

 

www.golem.de/news/stastsanwalt-the-pirate-bay-soll-seine-webadresse-verlieren-1502-112324.html

Internetpiraterie: Registrare stärker im Focus

In der Regel wird eine Internetseite über ihren Namen und nicht über ihre IP-Adresse besucht. Die Anmeldung der Namen der Internetseiten bzw. der Internetadresse (URL) obliegt den Registraren.

Da auch illegale Internetseiten in der Regel über ihre URL besucht werden, ist es nicht verwunderlich, dass Registrare stärker in den Kampf gegen illegale Angebote im Netz einbezogen werden. Internetpiraterie: Registrare stärker im Focus weiterlesen