Schlagwort-Archive: Rechtsextremismus

Rechtsradikale Zielgruppen bei Facebook, Twitter und Google

Nach Recherchen des US-Portals ProPublica kann man bei Facebook gezielt Werbung an Rechtsradikale richten. Dazu wurden wohl Zielgruppen genutzt, die bei ihrem „Arbeitgeber“ entsprechende Angaben gemacht hatten, zum Beispiel „Jew Hater“ mit 2.274, „German Schutzstaffel“ mit 3.149 und „Nazi Party“ mit 2.449 Facebook-Mitgliedern. ProPublica schaltete im Rahmen der Recherchen selbst drei Anzeigen, die sich an Antisemiten richteten. Die Werbeschaltungen seien von Facebook binnen 15 Minuten akzeptiert worden.

Nach Angaben von BuzzFeed konnte man bei Google Werbung bei Suchanfragen wie „Jewish Parasite“, „the evil Jew“ oder „black people ruin everything“ schalten. Zudem gab es von Google Vorschläge für weitere antisemitische und rassistische Suchanfragen, bei denen man Werbung schalten könne.

Auch Twitter lässt zielgerichtete Werbung an Rassisten zu. Die User werden über Suchanfragen wie „Wetback“ oder „Nazi“ klassifiziert.

https://www.internetworld.de/social-media/facebook/facebook-liess-gezielte-werbung-an-judenhasser-zu-1384572.html

http://derstandard.at/2000064156526/Google-und-Twitter-liessen-ebenso-zielgerichtete-Werbung-an-Rassisten-zu

Facebook akzeptiert Holocaustleugnung

Aus deutscher Sicht ist es unverständlich, dass Facebook seine Mitarbeiter und Dienstleister nicht anweist, Holocaustleugnungen generell zu löschen.
Gar nicht mehr nachzuvollziehen ist es, dass solche Äußerungen noch nicht einmal in all den Ländern gesperrt werden, in denen sie strafrechtlich verboten sind, wie der Guardian nun belegt.

Holocaustleugnungen sind nach Angaben von Facebook wohl in 14 Ländern strafbar, gesperrt wird nur in Deutschland, Frankreich, Israel und Österreich. Der vorgegebene Grund: „Wir beziehen es nur auf die vier Länder, die dieses Thema bei uns aktiv verfolgen.“

In einer späteren Stellungnahme, behauptet Facebook die Ziffer vier würde nicht stimme. Genauere Angaben werden aber nicht gemacht. Der Sachverhalt generell wird nicht bestritten.

https://www.theguardian.com/news/2017/may/24/how-facebook-flouts-holocaust-denial-laws-except-where-it-fears-being-sued

Jüdischer Weltkongress kritisiert YouTube

Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat eine massenhafte Verbreitung von Neonazi-Musik auf YouTube angeprangert und dazu auch Beispiele aufgeführt.
Da anscheinend ein Teil der Videos gelöscht wurde, kann man YouTubes Ausrede „Wir entfernen alle Videos, die gegen diese Richtlinien verstoßen, sobald sie gemeldet werden. Dies gilt ebenso für verbotene rechtsextreme Musikstücke.“ nur so verstehen, dass man das eigene Content-ID-System nicht für Nazi-Musik nutzt.

www.welt.de/politik/deutschland/article154959419/Ende-von-Neonazi-Bands-auf-YouTube-gefordert.html

Nachtrag 08.06.2016
Inzwischen gibt es weitere ergänzende Berichterstattung:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/neonazi-videos-auf-youtube-juedischer-weltkongress-greift-google-an-a-1096313.html

http://www.swr.de/report/neonazi-musik-stiftet-zu-straftaten-an/-/id=233454/did=17334864/nid=233454/y28tga/index.html

 

Jugendschutz.net über Rechtsextremismus im Netz

Jugendschutz.net hat den Jahresbericht „Rechtsextremismus online“ für 2014 veröffentlicht. Danach wurden in 2014 mehr als 6.100 rechtsextreme Webangebote gesichtet (2013: 5.507).
Dabei wurden 1.762 Verstöße registriert (2013: 1.842), davon im 1.568 Verstöße Social Web (2013: 1.460).

Weitere Details und Beispiele:
www.hass-im-netz.info/fileadmin/dateien/PM2015/bericht2014.pdf