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Frankreich – La Grande Nation, wenn es um illegales IPTV geht

Wie wichtig der Themenkomplex illegaler Verbreitung von TV Inhalten über das Internet (IPTV) ist, zeigt eine kleine Anfrage der FDP aus dem Oktober 2018.
Ganz offensichtlich nahm die FDP eine Studie des Verbandes Vaunet aus dem August 2018 zum Anlass, die Anfrage zu stellen. In der Studie des Verbandes wurde das Nutzungsverhalten von Konsumenten untersucht und versucht den wirtschaftlichen Schaden zu beziffern. Dieser betrug demnach 700 Millionen Euro, allein für Deutschland.

Die Anbieterseite fehlt allerdings in der Betrachtung. Illegale Angebote stehen aber nicht isoliert da, sie bedürfen zum Funktionieren vieler Intermediäre, die bei der Lösung des Problems aber eine wichtige, wenn nicht gar die entscheidende Rolle spielen. Eine Schlüsselfunktion stellen insbesondere die Rechenzentren dar, von denen aus illegale IPTV Streams in die weite Welt des Internets „gesendet“ werden. Frankreich – La Grande Nation, wenn es um illegales IPTV geht weiterlesen

IPTV – Rechenzentren illegaler Streamingangebote

Für diese AdHoc Studie haben FDS File Defense Service und der IVD die Intermediäre der illegalen IPTV Streams genauer angesehen. Für diesen Zweck wurden 25 relevante Webseiten untersucht, die regelmäßig Playlisten in Form von M3U Files (Sender- und Kanallisten) zur Verfügung stellen.

Solche Sender- und Kanallisten bringen einen Sender von IPTV Streams und den Empfänger auf sehr bequeme Art und Weise zusammen. Der M3U File wird lediglich in ein Programm geladen und schon bekommt der Empfänger Senderlisten und Zugang zu den Sendern in seinem Programm angezeigt.
Noch bequemer wird es mit Set-Top Boxen. Sehr oft sind das sogenannte KODI Boxen, diese „zaubern“ dann den Inhalt auf den eigenen TV Bildschirm.

Das Geschäftsmodell, warum solche Webseiten M3U Files (Sender- und Kanalliste) kostenlos verteilen, beruht auf dem Anfüttern der Kundschaft. In der Regel haben die M3U Files eine sehr kurze eingebaute Lebensdauer von 12-24 Stunden.
Der geneigte Nutzer muss sie also quasi permanent erneuern, um weiter in den Genuss der kostenlosen Services zu kommen. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann sich diesen Aufwand mit einem Abonnement vom Halse schaffen. Diese illegalen Subskriptionen kosten dann nur einen Bruchteil des Preises der legalen Angebote. Für 10 Euro oder sogar weniger im Monat gibt es Hunderte von Kanälen, darunter auch viele PayTV Sender.
Kein Wunder, denn die Vertreiber haben keinerlei Beschaffungskosten für die Inhalte, die sie vermarkten.

Basis dieser Studie sind rund 45.000 Sender- und Kanallisten, die von den 25 Webseiten verteilt werden. Diese Listen führten zu 211.000 analysierbaren illegalen IPTV Streams, die nachfolgend nach der Herkunft (dem Rechenzentrum) analysiert wurden. Außerdem wurde die Datenheimat der M3U Files verteilenden Webseiten betrachtet. Dabei wurde bei Rechenzentren, die über mehrere Länder verteilt sind, jeweils der Sitz der Hauptgesellschaft als Herkunftsland genommen. IPTV – Rechenzentren illegaler Streamingangebote weiterlesen

Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Rechenzentrum liegt so nah?

Immer wieder hört man in der Diskussion um die unregulierte Distribution von geschützten Inhalten im Internet ganz erstaunliche Argumente. Eines davon lautet, dass man die parasitären Geschäftsmodelle ja ohnehin nicht verhindern könne, das Ganze wäre viel zu international (Internet halt) und gegen Server in Tonga kann man ohnehin nichts ausrichten.

Domain-Endung und Rechenzentrum – zwei Paar Schuhe

Selbstverständlich stehen in Tonga keine Server, jedenfalls keine, die Inhalte unreguliert über Datenleitungen nach Europa schaufeln. Praktisch jedes Rechenzentrum (oder Datacenter) auf der Welt kann die Daten einer solchen exotischen Domain beherbergen.
Eine .to Domain als Beispiel (Länderkennung für Tonga) bietet mehrere Vorteile. Sie liegt phonetisch dicht an Torrent und sie ist quasi anonym zu registrieren. Domainendung und tatsächliches Rechenzentrum sind also getrennt zu betrachten.
Aus der Analyse unserer Daten wissen wir aber, das Geschäft findet in Europa quasi vor der Haustür statt und das aus vielen Gründen.
Um die tatsächliche Herkunft von Piraterieseiten oder besser deren Content etwas deutlicher zu verstehen haben wir unsere Datenbank von Mitte Mai bis Mitte Juni einmal detaillierter ausgewertet und bei Bedarf weitere Analysen erstellt.

Die überaus beliebte EU
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Studie zu Pirateriehostern und deren Datacentern

Britische Forscher haben in 2017 die „symbiotische Beziehung“ von Piraterieportalen und Hostern untersucht. 33 Hoster für drei in Großbritannien wichtigen Piraterieportalseiten wurden untersucht. Dabei zeigte sich, dass 15 der Hoster mit insgesamt 58% der Videos bei nur zwei Datacentern/Rechenzentren lagen, nämlich auf Servern von M247 in Rumänien und von Cogent/LeaseWeb in den Niederlanden.

Die Untersuchung zu den Löschzeiten ist aufgrund methodischer Gegebenheiten nur bezüglich einer Monatsfrist aussagekräftig:
• Openload.co, Estream.to und Streamin.to haben 25 % der gemeldeten Rechtsverletzungen nicht binnen eines Monats entfernt.
• Bei Vidzi.tv und TheVideo.me wurden sogar 70 % der gemeldeten Videos nicht binnen eines Monats gelöscht.

Darüber hinaus entwickeln die Forscher verschiedene Methodiken, um weitere Zusammenhänge der Angebote zu ermitteln.

https://qmro.qmul.ac.uk/xmlui/handle/123456789/36524

Ergänzung:
Auffallend ist, dass auch bei dieser Studie festgestellt werden muss, dass die wichtigsten Datacenter/Rechenzentren für die Verbreitung illegaler Inhalte Mitglied bei eco, dem Verband der Internetwirtschaft sind.

Vgl.:
http://webschauder.de/eco-internetverband-auch-fuer-piraterie-dienstleister/

http://webschauder.de/spielfilme-2014-wieder-dominiert-illegal-50-des-angebots-ueber-eco-mitglieder/

Niederlande: Gericht verpflichtet Rechenzentrum zu Sperren

Der Gerichtshof von Den Haag hat den Internet-Service-Provider Ecatel dazu verpflichtet, illegale Streams der Premiere League binnen 30 Minuten für die Dauer des Spiels abzuschalten.
Ecatel diente als Data Center für Kunden, die illegale Sportstreams verbreiteten und nicht auf Löschaufforderungen reagierten.
Bei Verstößen droht eine Strafe in Höhe von 5.000 Euro je Verstoß bis zu einem Höchstbetrag von eineinhalb Millionen Euro.

Die Ausrede Ecatels, dass Fußballspiele keine urheberrechtlich geschützten Werke seien, akzeptierte das Gericht nicht und stufte Ecatel als Vermittler im Sinne Urheberrechts ein.

Das Gericht war zudem der Meinung, dass ein solcher Beschluss die Freiheit, ein Unternehmen in seinem Kern zu führen, nicht beeinträchtigt. Der Aufwand und die Kosten wären gering, und der Effekt der Sperrung von illegalen Inhalten kann durch eine angemessene Kündigungspolitik gelöst werden. Nach Ansicht des Gerichtshofs wird auch die Informationsfreiheit hinreichend gewahrt, da die Anordnung nur für die Dauer der beanstandeten Streams gilt.
Auch wenn Ecatel seine Geschäftstätigkeit eingestellt hat, hat das Urteil entsprechende Auswirkungen auf andere Rechenzentren.

https://www.boek9.nl/items/iept20180124-rb-den-haag-premier-league-v-ecatel

https://torrentfreak.com/court-orders-hosting-provider-to-stop-pirate-premier-league-streams-180126/

US-Gericht: ISPs und Suchmaschinen müssen Sci-Hub sperren

Ein US-Bundesgericht hat der American Chemical Society (ACS) 4,8 Millionen US-Dollar Schadensersatz wegen Urheberrechtsverletzung durch die Piraterieplattform Sci-Hub zugesprochen.
Zudem wurden in einer einstweiligen Verfügung weitere an der Verbreitung Beteiligte zur Sperrung der Plattform verpflichtet. Darunter Registrare, Rechenzentren, Suchmaschinen und ISPs.
Die ACS kann diese nun auffordern entsprechende Verlinkungen, Dienste oder Zugänge zu Sci-Hub zu beenden.
https://torrentfreak.com/us-court-grants-isps-and-search-engine-blockade-of-sci-hub-171106/

USA: Musikindustrie benennt notorische Webseiten

Auch die RIAA hat der US-Regierung eine detaillierte Liste „notorischer Webseiten“ vorgelegt. Schwerpunkte sind die Bereiche Stream Ripper, Mp3 Search and Download Sites, BitTorrent Indexing Sites, Cyberlocker und Unlicensed pay for download sites.

Zudem benennt auch die RIAA die Rechenzentren auf den die Piraterieseiten liegen. In neun Fällen konnte man das Rechenzentrum allerdings nicht ermitteln, da die Seite über Cloudflare ausgeliefert wird. Folgende Rechenzentren wurden benannt:

  • ASN-AVANTEL-MSK (Russia)
  • Eweka Internet Services B.V. (NL)
  • Filanco LTD (Russia)
  • GLOBALLAYER, NL (Bulgaria)
  • Hetzner Online GmbH (Deutschland)
  • Hosting Services Inc. (UK)
  • INFIUM (Ukraine)
  • Netvillage Ltd (Russia)
  • OVH SAS (France)
  • S A and A Stroi Proekt EOOD (Bosnia and Herzegovina)
  • WIBO (Czech Republic)
  • WZ Communications Inc. U.S. (wholly owned subsidiary of XBT Holding S.A, Cyprus)

Aus Deutschland werden neben der Hetzner Online GmbH als Rechenzentrum für die Streamripper FLVTO und 2Conv, Herr Marius Seipp aus Linden als Registrant des Streamrippers Convert2mp3 und die Key-Systems GmbH, St. Ingbert, als Registrar der illegalen Bezahlseite Mp3fiesta aufgeführt.

https://torrentfreak.com/images/RIAA_2017NotoriousMarketOCR.pdf

USA: Breite gerichtliche Verfügung gegen zu erwartende Rechtsverletzungen beim Sport-Streaming

Ein Bundesgericht in Texas hat u.a. Registrare verpflichtet, mehrerer Domains für illegales Sport-Streaming vorläufig abzuschalten, um zu erwartenden Rechtsverletzungen vorzubeugen.
Die Verfügung ist breit angelegt und verbietet jede Zusammenarbeit mit diesen Seiten. Sie betrifft somit nicht nur Registrare sondern auch Rechenzentren, CDN-Services und Werbetreibende. Sie gilt aber erstmal nur bis zum Ende der indischen Kricket-Liga-Saison.

https://torrentfreak.com/texas-court-orders-temporary-pre-piracy-shutdown-of-sports-streaming-sites-170513/

Mehr Kinderpornografie auf europäischen Servern

Nach einer Studie der Internet Watch Foundation (IWF) finden sich rund sechzig Prozent der kinderpornografischen Inhalte auf europäischen Servern und somit 20 % mehr als im Vorjahr. Dabei sollen sich innerhalb Europas die meisten kinderpornografischen Inhalte auf Servern in den Niederlanden befinden.
Der IWF vermutet, dass eine engere Kooperation zwischen US-Providern und dortigen Behörden für einen deutlichen Rückgang in den USA und in Kanada geführt hat.

http://derstandard.at/2000055291434/Studie-Server-in-Europa-ploetzlich-zentral-fuer-Kinderpornografie

Spielfilme 2014: Wieder dominiert „illegal“ – 50 % des Angebots über eco-Mitglieder

Um die Verbreitung illegaler Filme über Share- und Videohoster abzuschätzen, wurde auch in diesem Jahr die Anzahl der Löschungen von Raubkopien bei Share- und Videohostern zusammengetragen.

Das Ergebnis ist eindeutig. Während die legalen Filmmärkte Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten, stieg die Anzahl der Downloads und Streams um etwa 7 % auf 607 Mio. Stück.[i]

Nach Meldungen der Firmen CoPeerRight Agency Deutschland, FDS File Defense Service, Fifthfreedom und OpSec Security wurden in 2014 knapp über 3 Mio. Filme gelöscht. Spielfilme 2014: Wieder dominiert „illegal“ – 50 % des Angebots über eco-Mitglieder weiterlesen