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Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Rechenzentrum liegt so nah?

Immer wieder hört man in der Diskussion um die unregulierte Distribution von geschützten Inhalten im Internet ganz erstaunliche Argumente. Eines davon lautet, dass man die parasitären Geschäftsmodelle ja ohnehin nicht verhindern könne, das Ganze wäre viel zu international (Internet halt) und gegen Server in Tonga kann man ohnehin nichts ausrichten.

Domain-Endung und Rechenzentrum – zwei Paar Schuhe

Selbstverständlich stehen in Tonga keine Server, jedenfalls keine, die Inhalte unreguliert über Datenleitungen nach Europa schaufeln. Praktisch jedes Rechenzentrum (oder Datacenter) auf der Welt kann die Daten einer solchen exotischen Domain beherbergen.
Eine .to Domain als Beispiel (Länderkennung für Tonga) bietet mehrere Vorteile. Sie liegt phonetisch dicht an Torrent und sie ist quasi anonym zu registrieren. Domainendung und tatsächliches Rechenzentrum sind also getrennt zu betrachten.
Aus der Analyse unserer Daten wissen wir aber, das Geschäft findet in Europa quasi vor der Haustür statt und das aus vielen Gründen.
Um die tatsächliche Herkunft von Piraterieseiten oder besser deren Content etwas deutlicher zu verstehen haben wir unsere Datenbank von Mitte Mai bis Mitte Juni einmal detaillierter ausgewertet und bei Bedarf weitere Analysen erstellt.

Die überaus beliebte EU
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Studie zu Pirateriehostern und deren Datacentern

Britische Forscher haben in 2017 die „symbiotische Beziehung“ von Piraterieportalen und Hostern untersucht. 33 Hoster für drei in Großbritannien wichtigen Piraterieportalseiten wurden untersucht. Dabei zeigte sich, dass 15 der Hoster mit insgesamt 58% der Videos bei nur zwei Datacentern/Rechenzentren lagen, nämlich auf Servern von M247 in Rumänien und von Cogent/LeaseWeb in den Niederlanden.

Die Untersuchung zu den Löschzeiten ist aufgrund methodischer Gegebenheiten nur bezüglich einer Monatsfrist aussagekräftig:
• Openload.co, Estream.to und Streamin.to haben 25 % der gemeldeten Rechtsverletzungen nicht binnen eines Monats entfernt.
• Bei Vidzi.tv und TheVideo.me wurden sogar 70 % der gemeldeten Videos nicht binnen eines Monats gelöscht.

Darüber hinaus entwickeln die Forscher verschiedene Methodiken, um weitere Zusammenhänge der Angebote zu ermitteln.

https://qmro.qmul.ac.uk/xmlui/handle/123456789/36524

Ergänzung:
Auffallend ist, dass auch bei dieser Studie festgestellt werden muss, dass die wichtigsten Datacenter/Rechenzentren für die Verbreitung illegaler Inhalte Mitglied bei eco, dem Verband der Internetwirtschaft sind.

Vgl.:
http://webschauder.de/eco-internetverband-auch-fuer-piraterie-dienstleister/

http://webschauder.de/spielfilme-2014-wieder-dominiert-illegal-50-des-angebots-ueber-eco-mitglieder/

Niederlande: Gericht verpflichtet Rechenzentrum zu Sperren

Der Gerichtshof von Den Haag hat den Internet-Service-Provider Ecatel dazu verpflichtet, illegale Streams der Premiere League binnen 30 Minuten für die Dauer des Spiels abzuschalten.
Ecatel diente als Data Center für Kunden, die illegale Sportstreams verbreiteten und nicht auf Löschaufforderungen reagierten.
Bei Verstößen droht eine Strafe in Höhe von 5.000 Euro je Verstoß bis zu einem Höchstbetrag von eineinhalb Millionen Euro.

Die Ausrede Ecatels, dass Fußballspiele keine urheberrechtlich geschützten Werke seien, akzeptierte das Gericht nicht und stufte Ecatel als Vermittler im Sinne Urheberrechts ein.

Das Gericht war zudem der Meinung, dass ein solcher Beschluss die Freiheit, ein Unternehmen in seinem Kern zu führen, nicht beeinträchtigt. Der Aufwand und die Kosten wären gering, und der Effekt der Sperrung von illegalen Inhalten kann durch eine angemessene Kündigungspolitik gelöst werden. Nach Ansicht des Gerichtshofs wird auch die Informationsfreiheit hinreichend gewahrt, da die Anordnung nur für die Dauer der beanstandeten Streams gilt.
Auch wenn Ecatel seine Geschäftstätigkeit eingestellt hat, hat das Urteil entsprechende Auswirkungen auf andere Rechenzentren.

https://www.boek9.nl/items/iept20180124-rb-den-haag-premier-league-v-ecatel

https://torrentfreak.com/court-orders-hosting-provider-to-stop-pirate-premier-league-streams-180126/

Großes illegales Angebot der Games of Thrones Staffel 7

Nach einer Untersuchung der Internetforensiker von FDS File Defense Service gibt es 10 Tage nach dem Erscheinen der neuen GoT-Staffel bereits ein vielfältiges Angebot an illegalen Versionen der beiden ersten Episoden.

Beide Episoden waren bereits wenige Stunden nach der jeweiligen Ausstrahlung bzw. Bereitstellung durch legale Plattformen wie Sky, iTunes oder Amazon sowohl als illegaler Direct Download als auch als illegaler Stream verfügbar.
Innerhalb der ersten 10 Tage wurden auf den Piraterieportalen schon halb so viele Einträge für GoT 7 gefunden, wie für die gesamt Staffel 6.

Insgesamt hat Filedefense 540 verschiedene Einträge auf für Deutschland wichtigen Piraterieportalen gefunden. 431 verlinkten zu einem Downloadangebot, 109 zu einem Streamingangebot. Im Vergleich zum Angebot der 6. Staffel zeigt sich die stärkere Bedeutung des Streamings, welches seinen Anteil am Angebot auf nun 20,2% mehr als verdoppelte.

Die 540 Angebote auf den Portalen nutzen insgesamt 657 Filmkopien auf verschiedenen Hostern. Die Zahlen unterscheiden sich, da es einerseits mehrere Filmkopien je Eintrag geben kann und andererseits verschiedene Portale auf die gleiche illegale Kopie verlinken. 374 Filmkopien waren für den Download und 283 für die Betrachtung im Stream geeignet.

Mehr Kinderpornografie auf europäischen Servern

Nach einer Studie der Internet Watch Foundation (IWF) finden sich rund sechzig Prozent der kinderpornografischen Inhalte auf europäischen Servern und somit 20 % mehr als im Vorjahr. Dabei sollen sich innerhalb Europas die meisten kinderpornografischen Inhalte auf Servern in den Niederlanden befinden.
Der IWF vermutet, dass eine engere Kooperation zwischen US-Providern und dortigen Behörden für einen deutlichen Rückgang in den USA und in Kanada geführt hat.

http://derstandard.at/2000055291434/Studie-Server-in-Europa-ploetzlich-zentral-fuer-Kinderpornografie

Googles führende Rolle als Pirateriehoster

In einem Bericht von TorrentFreak wird verdeutlich, wie sich Google, neben direkt auf YouTube abspielbaren Raubkopien,  immer stärker in die Verbreitung von Raubkopien einbinden lässt.
Dazu laden die „Nutzer“ die Raubkopie als privates Video auf YouTube und nutzen dann den entsprechenden Link auf einer Streamingseite auf welcher der Film dann als eingebettetes Video abspielbar ist.
Im Ergebnis sind die Filme nicht auf YouTube zu finden, werden aber von dort abgespielt. Möglich ist dies, weil Google die eigene Schutzmaßnahme, die Content-ID, nicht bei „privaten“ Videos nutzt.
Der Mechanismus wird inzwischen auch von Pornografieanbietern genutzt, obwohl YouTube ansonsten sehr rigide gegen Pornografie vorgeht.
TorrentFreak hat Google bereits vor mehreren Wochen darauf angesprochen, getan hat sich nichts, es gab nicht einmal ein offizielles Statement.
Nach Meinung von TorrentFreak is Google “ also becoming a primary source for pirate streaming sites, generating millions of views per day”.

https://torrentfreak.com/porn-pirate-sites-use-backdoor-to-host-videos-on-youtube-170114/

In Deutschland hatte u.a. FDS bereits mehrfach auf die Rolle von Google als Pirateriehoster hingewiesen:
http://5451603478074.hostingkunde.de/google-beliefert-raubkopieportale/

Datenbankauszug ermöglicht Einsicht in einen Pirateriehoster

Tarnkappe berichtet über eine anonym zugespielten Datenbank des Share- und Videohosters HDStream.to:

Von fast 50.000 Kunden liegen die E-Mail-Adressen vor. 50% der Kunden sind deutschsprachig, 40% englischsprachig, keineswegs alle zahlen für die Nutzung.

Während die Umsatzangaben nicht eindeutig sind – der Gastautor vermutet 120.000 € seit 2014 – wurden nur 1.300 € an vier Uploader ausgezahlt. Wer die anderen Uploads getätigt hat bleibt offen. Man hat auch Inhalte gefunden, die aus Tauschbörsen stammen.
Die Datenbank gibt zudem Auskunft über die angebotenen Inhalte die bei HDStream lagern. Neben Filmen, 100.000 Musiktiteln auch 1.000 Titel mit in Deutschland verbotener Pornografie (Zoophilie).

Zudem liegt der E-Mailverkehr vor. Darunter Löschbegehren einer Pornodarstellerin, welche sich aber als nicht nachhaltig erwiesen haben. Ihre Produkte sind immer noch bei HDStream zu finden. In einer anonymen Mail werden Dienste zur Verschleierung der Geschäftsinhaber angepriesen. Andere versuchen Werbedeals zu vereinbaren, so zum Beispiel das Werbenetzwerk wwwpromotor, die sich zudem einer Zusammenarbeit mit anderen Piraterieseiten rühmen.

https://tarnkappe.info/inside-hdstream-to-no-copyright-rocks/

Eco, Internetverband auch für Piraterie Dienstleister

Eco, nach eigenen Angaben der größte europäische Verband für die Internetwirtschaft, kämpft vehement gegen jegliche rechtliche Verantwortung der Internetprovider. Wer in die Mitgliederliste schaut, weiß wieso. Zu den eco-Mitgliedern gehören die wichtigsten Dienstleister der Piraterie:

  • Cloudflare (auch crimeflare genannt), USA: Content Delivery Network über welches beispielsweise 9 der Top 10 Portale für Sharehoster laufen.
  • Cyando, Schweiz: Betreiber des wohl wichtigsten Sharehostingangebots Uploaded, leistet laut Landgericht München Beihilfe bei Urheberrechtsverletzungen.
  • Dancom, Belize: Content-Delivers Network / Hoster für das wichtigste Videohosterportal bs.to.
  • OVH, Frankreich: Hier liegen drei der 10 wichtigsten Sharehoster, nämlich Zippyshare.com, filer.net und megacache.net.
  • Voxility, Rumänien: Hoster für den wichtigsten Videohoster streamcloud.eu.
  • M247, Großbritannien: Über aus breites Angebot mit Top 5 Sharehosterportal movie-blog.org, Top 10 Videohostern thevideo.me und openload.co sowie PromptFile.com und VidBull.com.
  • Leaseweb, Niederlande: Hoster für den Top 5 Videohoster shared.sx.

Dazu kommen weitere Mitglieder die piraterienahen Hostern Speicherplatz und Internetanbindung ermöglichen, zum Beispiel:

  • Akami mit cyberlocker.ch und UltraMegabit.com.
  • Hetzner GmbH mit fileshark.pl.
  • Link11 mit easybytez.com.
  • Nforce mit uploadable.ch und FileParadox.in.
  • Plusserver mit Uploadbaz.com.
  • Serverius mit OzOfiles.com.

Illegales Sportstreaming

Unter dem Titel „Wie gefährlich ist LiveTV.sx ?“ berichtet Tarnkappe über das System des illegalen Sportstreamings.
Im Focus die Finanzierung durch Werbung, die Unterstützung durch europäische Hoster, die Untätigkeit von Teilen der
Werbewirtschaft und die Sprachlosigkeit der Deutschen Fußball Liga.
https://tarnkappe.info/wie-gefaehrlich-ist-livetv-sx/

Ergänzend dazu das Vice-Interview “Die Jäger illegaler Streams” mit  Sascha Tietz, „Director Anti-Piracy & Content Security“, und Thomas Stahn „Head of Anti-Piracy / Legal Affairs“ von SKY.
https://sports.vice.com/de_de/article/die-jaeger-illegaler-streams

Cyberkriminelle lieben Deutsche Hoster

Cyberkriminelle nutzen immer stärker deutsche Hoster zum Verteilen ihrer Schadsoftware.
Nach Angaben des DNS Threat Index des Sicherheitsspezialisten Infoblox waren deutsche Hoster im letzten Quartal 2015 zweitwichtigster Speicherplatz für neu entdeckte schädliche Domains.
1.) USA (72 Prozent)
2.) Deutschland (19,7 Prozent)
3.) Türkei (1,8 Prozent)
4.) Irland (1,79 Prozent)
5.) Schweiz (1,27 Prozent)

www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Hoster-vermehrt-im-Fokus-von-Cyberkriminellen-3151832.html

Videohoster Movreel schließt

Der Videohoster Movreel, der auch bei Kinox und Movie4k eingesetzt wird, soll eingestellt werden, da die genutzte Bandbreite wohl zu groß (oder nicht finanzierbar) ist.

Offiziell lautet die Begründung: „Site will close in next couple of days, thanks to XBMC/KODI bandwidth consumption its no longer viable to run this website. Affilates can put a payout request and we will clear the payments by 30th July. „