Schlagwort-Archive: Glücksspiel

Schweiz: Bürger wollen Verbot und Sperren für ausländische Online-Casinos

Die Schweizer Bürger haben am Sonntag das neue Geldspielgesetz mit 72,9 Prozent überaus deutlich angenommen.
Die Gegner hatte insbesondere gegen die geplanten Netzsperren argumentiert. Ihnen ist dabei auch zum Verhängnis geworden, dass sie sich teilweise von ausländischen Glücksspielangeboten haben finanzieren lassen.

Mit dem neuen Gesetz sind Online-Geldspiele künftig erlaubt. Für die Konzession dürfen sich allerdings nur Anbieter mit Sitz in der Schweiz bewerben. Diese können Spiele auch in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern anbieten. Angebote von ausländischen Anbietern sind dagegen verboten und werden für Spielerinnen und Spieler in der Schweiz im Internet gesperrt.
Wer auf einer illegalen Seite landet, wird künftig auf eine staatliche Informationsseite weitergeleitet mit dem Hinweis, dass das Spiel in der Schweiz nicht bewilligt ist.

Das neue Gesetz soll gewährleisten, dass Sport- oder Kulturvereine weiterhin von den Geldspielen profitieren.

https://www.swissinfo.ch/ger/direktedemokratie/abstimmung-10–juni-2018_geldspielgesetz-sollte-angenommen-werden/44180660

OVG Lüneburg: Verbot von Online-Casinos ist verfassungsgemäß

Das OVG Lüneburg hat entschieden, dass ein Verbot von ausländischen Online-Casinos in Deutschland verfassungsgemäß ist und eine behördliche Untersagungsverfügung dagegen rechtmäßig ist.
Nach Ansicht der Richter liegt auch kein Vollzugsdefizit vor:
„In der Rechtsprechung des Senats ist geklärt, dass ein strukturelles Vollzugsdefizit im Bereich der Online-Casinospiele und Online-Pokerspiele (…) nicht besteht.
Die Ausführungen der Klägerin geben keinen Anlass zu einer anderen Einschätzung. Angesichts der Vielzahl von Glücksspielangeboten im Internet ist ein zeitgleiches Vorgehen gegen alle Anbieter selbst bei Einsatz erheblicher Ressourcen nicht möglich, so dass es auf ein systematisches Vorgehen der zuständigen Behörde ankommt.“
[OVG Lüneburg, 12.04.2018, Az.: 11 LA 501/17]

https://www.gluecksspiel-und-recht.de/urteile/Verbot-von-Online-Casinos-weiterhin-rechtmaessig-Oberverwaltungsgericht-L%C3%BCneburg-20180412/

Belgien: Lootboxen in FIFA 18, Overwatch und CS:GO sind Glücksspiel

Die belgische Gaming-Kommission hat Lootboxen in populären Videospielen geprüft und festgestellt, dass diese in drei von vier getesteten Titeln gegen das Glücksspielgesetz verstoßen. FIFA 18, Overwatch und Counter-Strike verstoßen gegen das Glücksspielgesetz, Star Wars Battlefront 2 nicht.
Statt Strafen zu verhängen sucht die Behörde nun den Dialog mit den Entwicklern.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Belgien-stuft-Lootboxen-in-FIFA-18-Overwatch-und-CS-GO-als-Gluecksspiel-ein-4035181.html

Russland sperrt 250 Piraterieseiten mit Werbung für illegales Glücksspiel

Die russischen Steuerbehörden haben die Telekommunikationsaufsicht Rozcomnadzor aufgefordert rund 250 Piratenseiten mit Glücksspielwerbung sperren zu lassen. 200 der Webseiten wurden sofort von den lokalen ISPs blockiert, da sie die Werbung nicht entfernten. Bei 50 weiteren Seiten ist die Frist zur Entfernung der illegalen Werbung noch nicht abgelaufen.

Online-Glücksspiel wurde in Russland 2006 komplett verboten. Im Jahr 2012 entschied der Oberste Gerichtshof Russlands, dass ISPs den Zugang zu Glücksspielseiten blockieren müssen.

https://torrentfreak.com/russia-blacklists-250-pirate-sites-for-displaying-gambling-ads-180421/

Deutschland: Paradies für illegales Glückspiel

Unter dem Titel „Länder haben versagt“ fordert die Forschungsstelle Glücksspiel der Uni Hohenheim den Bund auf, endlich zu handeln. Im Bereich Glücksspiel liege ein Staatsversagen vor, das die Bundesrepublik viel Geld koste.
Von 2014 auf 2015 seien die Bruttospielerträge des illegalen Online-Marktes (ohne Sportwetten) von 1,08 Mrd. auf 1,53 Mrd. gestiegen. Dem Staat seien im Jahr 2015 Einnahmen von 490 Millionen Euro entgangen.
Deutschland sei ein Paradies für illegale Glücksspielanbieter, so das Fazit der Forschungsstelle Glücksspiel der Uni Hohenheim.

https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=39437&cHash=0645ac11e5d93cc19aab802acf16e4b5

Videospiele mit Glücksspielcharakter

Eine bisher unveröffentlichte Studie der Landesmedienanstalten zeigt, dass sich Computerspiele zunehmend in Glückspiele verwandeln. Mit dem Geschäftsmodell „Pay2Win“ sollen die Anbieter 2016 weltweit Umsätze in Höhe von etwa acht Milliarden Euro erzielt haben.
Die Jugendschutzkommission der Landesmedienanstalten erwägt aus diesem Grund, bestimmte Elemente in Videospielen zu verbieten. Eine Entscheidung soll im März fallen.

https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article173165689/Lootboxen-Wie-Computerspiele-suechtig-und-schliesslich-arm-machen.html

Deutsche Banken: Geldwäsche und Verstoß gegen die deutschen Glücksspielgesetze

Nach einem Bericht der SZ wickeln mehrere deutsche Banken Ein- und Auszahlungen für illegale Internet-Kasinos ab. Darunter die DZ-Bank, die Postbank, die Hypo-Vereinsbank und die Wirecard Bank.
Nach Ansicht des niedersächsischen Innenministeriums und mehrerer Banken- und Strafrechtsexperten, verstoßen die Banken damit gegen das Glücksspielrecht und könnten sich zudem strafbar machen wegen Beihilfe zum illegalen Glücksspiel und Geldwäsche.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gluecksspiel-wie-deutsche-banken-systematisch-illegale-online-kasinos-unterstuetzen-1.3738876

Bundesverwaltungsgericht: Internetverbot für Casino-, Rubbellos- und Pokerspiele

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass das Verbot, Casino-, Rubbellos- und Pokerspiele im Internet zu veranstalten oder zu vermitteln, auch nach der teilweisen Öffnung des Vertriebswegs „Internet“ für Sportwetten und Lotterien mit Verfassungs- und Unionsrecht vereinbar ist.
[BVerwG 8 C 14.16 – Urteil vom 26. Oktober 2017]
http://www.bverwg.de/pm/2017/74

Großbritannien: Lizenzierte Glücksspielangebote werben weniger auf Piraterieseiten

Nach einem Bericht von Torrent Freak sind Anzeigen von lizensierten Glücksspielangeboten auf Piraterieseiten in den letzten 12 Monaten um 87 % gesunken. Hilfreich war in diesem Zusammenhang auch die Zusammenarbeit mit dem Lizenzgeber, der Gambling Commission.
Detective Superintendent Peter Ratcliffe, Head of the Police Intellectual Property Crime Unit (PIPCU), “The success of a strong relationship built between PIPCU and The Gambling Commission can be seen by these figures. This is a fantastic example of a joint working initiative between police and an industry regulator”.

https://torrentfreak.com/uk-police-claim-success-in-keeping-gambling-ads-off-pirate-sites-170614/

Illegales Glücksspiel: 1,5 Mrd. Umsatz in Deutschland

Nach einer aktuellen Studie des „Handelsblatt Research Institute“ erreichte in 2015 der deutsche Glücksspielmarkt einen Umsatz in Höhe von 14,2 Mrd. Euro. Der regulierte Markt mit deutscher Lizenz erreichte 10,4 Mrd. Umsatz, der nicht regulierte Markt (Lizenz aus einem anderen EU-Land) 2,3 Mrd. und der Schwarzmarkt (gar keine Lizenz) 1,5 Mrd. Euro.

http://docs.dpaq.de/12119-20170331_management_summary_studie_hri_1_gruen_dina4.pdf

Internet-Glücksspielangebote werben weiterhin massiv auf

Die im September 2016 veröffentlichte „STUDIE ZUR WERBEFINANZIERUNG VON INTERNETSEITEN ZUR ILLEGALEN VERBREITUNG URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZTER WERKE“ zeigt, dass die wichtigste Werbebranche für Piraterieseiten das Internet-Glücksspiel ist (22,3 Prozent aller Anzeigen) [1].
Die Bedeutung der Internet-Glücksspielseiten für die Finanzierung der Internetpiraterie wird noch dadurch verstärkt, dass die Werbung meist über große Pop-ups und Pop-unders erfolgt und somit überdurchschnittlich zu den Einnahmen beiträgt.

Neben der Veröffentlichung der Studie in der Presse wurden die Anbieter der Internet-Glücksspielangebote im Oktober detailliert über ihre Beteiligung an der Finanzierung urheberrechts-verletzender Seiten informiert.
In dieser Untersuchung wird geprüft, ob sich im Vergleich zum Erhebungszeitraum Juli 2016 etwas geändert hat. Internet-Glücksspielangebote werben weiterhin massiv auf weiterlesen

36 % nutzen illegales Online-Glücksspiel

Nach einer aktuellen Befragung der Smartcon GmbH haben 36 % der Befragten (nicht reräsentativ) in den letzten 12 Monaten online um Geld gespielt, entweder Poker, Black Jack, Baccara, Roulette oder Automatenspiele.
Nur 5 – 7 % sind sich bewusst, dass die Teilnahme am Online-Glücksspiel um Geld überwiegend verboten ist.
Durchschnittlich wurden 18,42 € pro Spielsession „investiert“.

http://www.loewen-gruppe.de/fileadmin/user_upload/Pressemitteilungen/smc_loe_GlueSpieBa_Onlinegaming__02_03_2017_.pdf