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Britische Parlament kritisiert Facebook

In ihrem Abschlussbericht kritisiert eine Untersuchungskommission des britischen Parlaments die Geschäftspraktiken von Facebook. „Unternehmen wie Facebook sollte es nicht erlaubt sein, sich wie ‚digitale Gangster‘ in der Online-Welt zu benehmen, indem sie sich selbst als den Gesetzen vorausgehend oder außerhalb der Gesetze stehend betrachten“.
Facebook habe „absichtlich und wissentlich sowohl gegen Datenschutzgesetze als auch gegen Wettbewerbsgesetze verstoßen“.

Zu den 51 Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Papiers gehört die Forderung, dass für soziale Medien eine neue rechtliche Kategorie geschaffen werden solle. Diese dürften sich nicht nur als reine „Plattformen“ verstehen, die keine Verantwortung für ihre Inhalte übernehmen müssten. Es müsse daher eine Kategorie zwischen reinen Hostinganbietern und Verlagen geschaffen werden.
Insgesamt wertete die Kommission 170 schriftliche Stellungnahmen und die Aussagen von 73 Zeugen aus, denen 4.350 Fragen gestellt worden waren.

https://www.golem.de/news/datenskandal-briten-kritisieren-facebook-als-digitale-gangster-1902-139453.html

Bericht und Zusatzdokumente:

https://publications.parliament.uk/pa/cm201719/cmselect/cmcumeds/1791/1791.pdf

https://www.parliament.uk/documents/commons-committees/culture-media-and-sport/Further-selected-documents-ordered-from-Six4Three-Feb19.pdf

Tricksen – Tarnen – Täuschen

Facebook lässt aufhorchen. Kaum wurde mit dem britischen ehemaligen Vizepremierminister Nick Clegg ein neuer Head of Global Affairs vorgestellt, da folgten die ersten interessanten Aussagen des neuen Facebook Managers. Regulierung sei eigentlich gar nicht so schlecht, sagte Clegg der Financial Times. Als ehemaliges ranghoher Regierungsmitglied kann er sich das vermutlich besser vorstellen, weil er es einfach aus seiner Arbeit kennt.

Eine weitere Aussage machte Clegg zum Thema Kampagnen. Immer noch im Lichte der möglichen Beeinflussung von Wahlen durch Facebook-Werbung versprach Clegg, dass zukünftig Kampagnen deutlich gekennzeichnet werden mit z. B. dem Hinweis „Paid By“.
Facebook kommt hier der EU etwas zuvor, die momentan große Anstrengungen unternimmt, etwas gegen Desinformation zu tun. Vor allem in Hinblick auf die EU Wahl im Mai 2019.
Dazu gehört, dass Brüssel monatliche Updates von Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook einfordert, in denen diese darstellen müssen, was sie konkret unternommen haben.

Ob diese neue Transparenz wirklich gelebt wird, daran darf man
Zweifel haben.

Der andere Weg
Einen ganz anderen Weg geht die Kampagne Saveyourinternet.eu
Wie ausführlich dargestellt, spielte die Webseite eine zentrale Rolle bei der versuchten Manipulation von EU Parlamentariern durch Mail-Lawinen und Twitter-Stürmen im Sommer 2018.
Die Webseite wurde seinerzeit durch das Lobby Unternehmen N-Square aus Belgien registriert, welches unter anderem für Google tätig ist.
Wer sich die Registrierungsdaten für die Webseite aktuell ansieht, wird feststellen, dass die Seite sich mittlerweile anonymisiert. Tricksen – Tarnen – Täuschen weiterlesen

Tricks – Camouflage – Deception

Facebook makes you sit up and take notice. The British former Deputy Prime Minister Nick Clegg, a new Head of Global Affairs for Facebook, was barely introduced when he made his first interesting public statements.
Regulation is not so bad”, Clegg told the Financial Times. As a former senior member of the government, presumably this comes naturally to Clegg because he simply knows it from his work.
Clegg made another surprising yet unsurprising statement on the subject of campaigns. In light of the possible influence of Facebook advertising on elections, Clegg promised that future campaigns on Facebook would be clearly labeled, for example, „Paid By.”

Facebook is somewhat ahead of the EU in this respect, which is currently making efforts to do something about disinformation—especially in view of the EU election in May 2019.
This includes Brussels demanding monthly updates from Internet companies such as Google or Facebook, in which they must present what they have actually done to counter disinformation by, at a minimum, providing greater transparency. We will see whether this effort to promote greater transparency is successful, and one might be forgiven for having doubts based on past performance, but evolution is an agonizingly slow process.

The other way
The Saveyourinternet.eu campaign takes a completely different approach masked in lack of transparency. As described in detail in earlier articles, the website played a central role in the attempted manipulation of EU parliamentarians by mail avalanches and Twitter storms in the summer of 2018.
The website was registered at the time by the lobby company N-Square from Belgium, which also does work for Google.
If you look at the current registration data for the website, you will see that the site is now anonymous. Tricks – Camouflage – Deception weiterlesen

Facebook soll Minderjährige und deren Eltern abgezockt haben

Nach Angaben der US-Webseite Revealnews soll Facebook jahrelang Kinder und Jugendliche systematisch dazu gebracht haben, möglichst unbemerkt viel Geld ihrer Eltern für Social Games auszugeben.
Die Minderjährigen konnten in Social Games externer Entwickler über die zuvor hinterlegte Kreditkarte ihrer Eltern Geld ausgeben. Dabei sei das Zahlsystem auf Facebook so eingerichtet gewesen, dass die Spieler erst viel zu spät gemerkt hätten, dass sie teils sehr hohe Summen ausgegeben hatten.
Auch Facebook fiel dies Problem auf. Man hat aber darauf verzichtet, bei jedem Kauf erneut die Kreditkartendaten abzufragen, da dies den Umsatz geschmälert hätte.
Beschwerden versuchte das Unternehmen zeitweise dadurch zu beschwichtigen, indem man virtuelle Güter als Entschädigung anbot. Zudem habe Facebook auch versucht die Rückbuchungen der Kreditkartenunternehmen automatisch anzufechten.

https://www.golem.de/news/social-games-facebook-soll-systematisch-minderjaehrige-ausgenutzt-haben-1901-138979.html

Kartellamt will Datensammeln bei Facebook einschränken

Nach Angaben der Bild am Sonntag will das Kartellamt Facebook die Sammlung von Nutzerdaten in Deutschland teilweise verbieten.
Konkret geht es dabei um den Datenaustausch mit Drittanbietern. Wenn diese bei sich Schnittstellen zu Facebook einbauen („Gefällt mir“-Button, Facebook-Login), bekommt Facebook darüber Nutzerdaten, um sie dann mit dem jeweiligen Facebook-Konto zusammenzuführen.
Die Behörde kritisiert, dass der US-Konzern so seine marktbeherrschende Stellung missbrauche; was genau mit den Daten passiert, wisse der Verbraucher nicht.
Anscheinend will das Kartellamt Facebook eine Frist zur Umsetzung gewähren.

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/aerger-wegen-datentausch-kartellamt-knoepft-sich-facebook-vor-59507824.bild.html

Facebook – Rechtsbruch als Prinzip?

Die Nachrichten der letzten Tage lassen daran zweifeln, ob Facebook jemals ein legal agierendes Geschäft betreiben wird:

Datenpanne bei Facebook legt Fotos von Millionen Nutzern frei
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/datenpanne-bei-facebook-legt-fotos-von-millionen-nutzern-frei-15942443.html

Facebook: Lokale Werbung trotz deaktiviertem Tracking
https://www.internetworld.de/online-marketing/facebook/facebook-lokale-werbung-trotz-deaktiviertem-tracking-1663033.html

Facebook schloss fragwürdige Daten-Deals mit Tech-Riesen (und verteidigt diese auch heute noch)
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-hatte-umfangreichere-daten-deals-als-bislang-bekannt-a-1244498.html

https://www.lead-digital.de/social-newsfeed-facebook-ticker-liveblog

App-Anbieter lassen Facebook Daten sammeln

Nach Angaben von mobilsicher.de nehmen rund 30 Prozent aller Apps im Play-Store beim Start Kontakt zu Facebook auf. So erfährt Facebook, wann ein Nutzer welche Apps verwendet. Dies liegt daran, dass App-Entwickler Facebooks Software Development Kit (SDK) nutzen.

Das gilt auch für Apps, die einen direkten Bezug zu Religion, Gesundheit, sexueller Orientierung und politischer Einstellung haben. Für Nutzer ist die Verbindung zu Facebook nicht zu erkennen. Keine der genannten Apps gibt darauf einen expliziten Hinweis per Dialogfenster. Nicht einmal die Hälfte erwähnt das Facebook-Modul in der Datenschutzerklärung.
Damit ist keine dieser Apps mit geltendem Datenschutzrecht vereinbar.
https://mobilsicher.de/hintergrund/facebooks-unsichtbare-datensammlung

Italien erfolgreich gegen Steuerhinterziehung (bei Tech Giants)

Die italienischen Steuerbehörden schaffen es mit Untersuchungen wegen Steuerhinterziehung die Tech-Giganten zu ordentlichen Zahlungen zu verpflichten. Nach Amazon, Google und Apple hat nun auch Facebook akzeptiert, an den italienischen Staat Steuern nachzuzahlen; insgesamt mehr als 100 Millionen Euro für die Jahre 2010 bis 2016.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/facebook-firma-akzeptiert-nachzahlung-von-100-millionen-euro-an-italien-a-1239958.html

VGH Bayer bestätigt Urteil zu Facebook Custom Audience

Der VGH Bayern hat entschieden, dass Facebook Custom Audience ohne Einwilligung des Nutzers gegen das Datenschutzrecht verstößt. Das Urteil des VG Bayreuth wird somit bestätigt.

Leitsätze von bayern.recht:

  1. Die Übermittlung gehashter E-Mail-Adressen an ein soziales Netzwerk zur Ausspielung zielgerichteter Werbung erfolgt nicht im Rahmen einer Auftragsdatenverarbeitung, wenn der Datenempfänger einen eigenen Entscheidungs- und Ermessensspielraum bei der Ermittlung des zu bewerbenden Kundenkreises hat. (Rn. 11 ff.)
  2. Sofern keine ausdrückliche Einwilligung des Betroffenen vorliegt, ist über die Rechtmäßigkeit der Weitergabe von E-Mail-Adressen zu Werbezwecken nach § 28 Abs. 1 Nr. 2 BDGS a.F. in unionsrechtskonformer Auslegung durch Interessenabwägung zu entscheiden. (Rn. 26 ff.)
    [VGH München, 26.09.2018, 5 CS 18.1157]

    http://gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2018-N-25018?AspxAutoDetectCookieSupport=1

    https://www.internetworld.de/online-marketing/facebook/entscheidung-einsatz-facebook-custom-audience-1626056.html

USA: Russen klagen auf Wiederherstellung des Facebook Accounts

Die russische Federal Agency of News (FAN) hat Facebook bei einem kalifornischen Gericht auf Wiederherstellung ihres Facebook-Auftritts verklagt. Die Seite war von Facebook gelöscht worden, weil sie mit Fake-News und der Einflussnahme auf US-Wahlen in Verbindung gebracht wurde.

https://futurezone.at/digital-life/russische-nachrichten-seite-klagt-facebook-wegen-zensur/400330584