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Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Rechenzentrum liegt so nah?

Immer wieder hört man in der Diskussion um die unregulierte Distribution von geschützten Inhalten im Internet ganz erstaunliche Argumente. Eines davon lautet, dass man die parasitären Geschäftsmodelle ja ohnehin nicht verhindern könne, das Ganze wäre viel zu international (Internet halt) und gegen Server in Tonga kann man ohnehin nichts ausrichten.

Domain-Endung und Rechenzentrum – zwei Paar Schuhe

Selbstverständlich stehen in Tonga keine Server, jedenfalls keine, die Inhalte unreguliert über Datenleitungen nach Europa schaufeln. Praktisch jedes Rechenzentrum (oder Datacenter) auf der Welt kann die Daten einer solchen exotischen Domain beherbergen.
Eine .to Domain als Beispiel (Länderkennung für Tonga) bietet mehrere Vorteile. Sie liegt phonetisch dicht an Torrent und sie ist quasi anonym zu registrieren. Domainendung und tatsächliches Rechenzentrum sind also getrennt zu betrachten.
Aus der Analyse unserer Daten wissen wir aber, das Geschäft findet in Europa quasi vor der Haustür statt und das aus vielen Gründen.
Um die tatsächliche Herkunft von Piraterieseiten oder besser deren Content etwas deutlicher zu verstehen haben wir unsere Datenbank von Mitte Mai bis Mitte Juni einmal detaillierter ausgewertet und bei Bedarf weitere Analysen erstellt.

Die überaus beliebte EU
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Richard Gutjahr pfändet compact-online.de

Der Journalist Richard Gutjahr hat die Domain compact-online.de pfänden lassen. Das rechtspopulistische Magazin hatte wahrheitswidrige Behauptungen über den Journalisten verbreitet und ausstehenden Verfahrenskosten nicht gezahlt.
Sollte das Magazin sich weiterhin die Zahlung verweigern, könnte die Domain versteigert werden.

https://www.golem.de/news/domain-richard-gutjahr-pfaendet-compact-online-de-1801-132331.html

Vgl. auch
http://webschauder.de/journalist-richard-gutjahr-berichtet-ueber-die-social-media-hoelle/

Luxusmarken: Gern genutzt für Betrugdomains

Eine aktuelle Studie von DomainTools und Farsight Security hat untersucht, inwieweit die Namen von acht führenden Luxusmarken (Chanel, Gucci, Cartier, Prada, Givenchy, Hermès, Burberry und Louis Vuitton) bei Domains genutzt werden. Insgesamt hat man zu den acht Marken 538 registrierte Domains gefunden, die in irgendeiner Form diese Markennamen verwenden und höchstwahrscheinlich betrügerisch sind.
Tim Helming, Director of Product Management bei DomainTools, sagt, das Problem liegt auch an den lockeren Standards der Domain-Registrare, die sich nicht darum kümmern, wer den Namen kauft.

http://www.adweek.com/brand-marketing/luxury-brands-just-got-one-more-reason-to-hate-the-internet-spoofing/

Produktpiraten: Europol sperrt weitere 292 Domains

Europol hat 292 Domains gesperrt, über die zu Online-Shops mit gefälschten Luxusartikeln, Konsumgütern und Medikamenten verlinkt wurde und damit wohl das Weihnachtsgeschäft der  Produktpiraten empfindlich gestört.

Die aktuelle Maßnahme ist Teil des IOS-Project über welches seit November 2012 nun inzwischen 1829 Domains gesperrt wurden.

www.europol.europa.eu/content/292-internet-domain-names-seized-selling-counterfeit-products
www.gulli.com/news/25252-razzia-gegen-produktpiraten-europol-sperrt-292-domains-2014-12-02

 

 

GB: 2500 illegale Internetangebote geschlossen

Seit September 2013 hat die Intellectual Property Crime Unit der City of London Police (PIPCU) 2500 Internetdomains, über die gefälschte Markenprodukte verkauft wurden, geschlossen. Man schätzt, dass diese Seiten Einnahmen von zig Millionen Pfund erwirtschafteten.

Die Schließungen scheinen (nach Warnbriefen), insbesondere durch Druck auf die Registrare, ermöglicht worden zu sein.

Im Bereich der Internetpiraterie scheint dieses Vorgehen schwieriger zu sein, dennoch gibt es auch in hier erste Erfolge.

www.cityoflondon.police.uk/advice-and-support/fraud-and-economic-crime/pipcu/pipcu-news/Pages/pipcu-suspends-2500-websites.aspx

https://torrentfreak.com/uk-police-suspends-2500-counterfeit-domain-names-140428/

LG Saarbrücken: Registrar haftet auf Unterlassung

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken ist ein Internet-Registrar als Störer zur Unterlassung von Urheberrechtsverletzungen verpflichtet, wenn er nach einem konkreten Hinweis auf eine offenkundige Rechtsverletzung nicht unverzüglich tätig wird und das Angebot prüft und ggf. sperrt. LG Saarbrücken: Registrar haftet auf Unterlassung weiterlesen

Internetregistrierung 3: ICANN will strenger werden

Nach Angaben des Präsidenten der ICANN, Fadi Chehade, sollen in Zukunft die Wünsche der Strafverfolgungsbehörden zur Eindämmung der Anonymität im Internet Berücksichtigung finden. Über die tatsächlichen Formulierungen wird aber nach Angaben eines deutschen Registrars noch immer verhandelt.

Aus Internetreport II / 2013 – April 2013

www.heise.de/newsticker/meldung/Top-Level-Domains-ICANN-erfuellt-Wuensche-der-Strafverfolger-1838226.html

 

Internetregistrierung 2: Gabun lässt sich nicht einspannen

Der Versuch von Megaupload-Gründer Kim Dotcom unter der Web-Adresse „me.ga“ einen Hosting-Dienst zu etablieren, scheiterte schon nach einer Woche. Gabuns Kommunikationsminister sprach sich dagegen aus, das Dotcom die Adresse Gabuns (.ga) für seinen neuen Dienst nutzt; man wolle nicht, dass Gabun die Basis für Vergehen gegen das Urheberrecht werde.

Aus Internetreport II / 2013 – April 2013

www.heise.de/newsticker/meldung/Kim-Dotcom-verliert-Domain-me-ga-1745049.html

Internetregistrierung 1: Erneute Beschlagnahmen zum Cyber Monday

Die US-Behörde „Department of Homeland Security“ hat Ende November 2012 mehr als 130 Webseiten beschlagnahmt, über die gefälschte Markenwaren verkauft wurden. Die Maßnahme erfolgte in Kooperation mit europäischen Behörden und Europol.

Aus Internetreport II / 2013 – April 2013

http://thehill.com/blogs/hillicon-valley/technology/269333-feds-take-down-132-websites-in-cyber-monday-crackdown#ixzz2QoGw6jCr