Schlagwort-Archive: BGH

BGH: Zehnjährige Verjährung bei Urheberrechtsverletzungen im Netz

Im Zusammenhang mit einer unerlaubten Online-Nutzung von Fotos hat der BGH entschieden, dass für durch Urheberrechtsverletzung erlangte Gebrauchsvorteile eine zehnjährige Verjährungsfrist besteht.

[BGH, Urteil vom 15.01.2015 – Az.: I ZR 148/13]

www.online-und-recht.de/urteile/Ansprueche-aus-unerlaubter-Online-Nutzung-von-urheberrechtlich-geschuetzten-Werken-verjaehren-erst-nach-zehn-Jahren–Bundesgerichtshof-20150115/

BGH erlaubt 7-Tage-Speicherung

Der BGH hat auch nach dem EUGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung die siebentägige Speicherung der Telekom als rechtskonform angesehen.

Nach Ansicht der Richter sind die Erwägungen des EUGH „auf die hier im Streit befindliche siebentägige Speicherung von IP-Adressen zu den in § 100 Abs. 1 TKG bestimmten Zwecken nicht übertragbar. Die Speicherung erfolgt nicht für die Zwecke der Strafverfolgungsbehörden, sondern im Interesse des Netzbetreibers.“

BGH, Urteil vom 3.7.2014, AZ.: III ZR 391/13 BGH erlaubt 7-Tage-Speicherung weiterlesen

BGH: Kein zivilrechtlicher Auskunftsanspruch bei Verleumdung

Auf einem Bewertungsportal hatte ein anonymer Nutzer falsche Tatsachen über einen Arzt verbreitet. Auf Verlangen des Arztes wurden die unwahren Behauptungen von dem Internetportal gelöscht. Das Portal weigerte sich aber dem Arzt Name und Anschrift des „Lügners“ zu geben.

Während die ersten Instanzen noch für den Arzt entschieden, hat der BGH heute anders geurteilt. Mangels gesetzlicher Grundlage ist eine Übermittlung der Daten nicht erlaubt:
„Der Betreiber eines Internetportals ist in Ermangelung einer gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage im Sinne des § 12 Abs. 2 TMG grundsätzlich nicht befugt, ohne Einwilligung des Nutzers dessen personenbezogene Daten zur Erfüllung eines Auskunftsanspruchs wegen einer Persönlichkeitsrechtsverletzung an den Betroffenen zu übermitteln.“

Unstrittig ist hingegen, dass dem Kläger Unterlassungsansprüche gegen das Portal zustehen können. Außerdem ist eine Strafverfolgung möglich:
„Darüber hinaus darf der Diensteanbieter nach § 14 Abs. 2, § 15 Abs. 5 Satz 4 Telemediengesetz (TMG) auf Anordnung der zuständigen Stellen im Einzelfall Auskunft über Bestands-, Nutzungs- und Abrechnungsdaten erteilen, soweit dies u. a. für Zwecke der Strafverfolgung erforderlich ist.“

[BGH: Urteil vom 1. Juli 2014 – VI ZR 345/13]

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2014&Sort=3&nr=68159&pos=0&anz=102

BGH: Keine grundsätzliche Haftung der Eltern für volljährige Kinder beim illegalen Filesharing

Nach einer Entscheidung des BGH haftet der Inhaber eines Internetanschlusses für das Verhalten eines volljährigen Familienangehörigen nicht, wenn er keine Anhaltspunkte dafür hatte, dass dieser den Internetanschluss für illegales Filesharing missbraucht. BGH: Keine grundsätzliche Haftung der Eltern für volljährige Kinder beim illegalen Filesharing weiterlesen

BGH bestätigt Abo-Fallen-Urteil

Der BGH hat eine Abofalle als Täuschung nach § 263 StGB eingestuft, da die Kostenpflicht der angebotenen Leistung verschleiert wurde. Der Betreiber dieser Abofalle muss nun, wie vorab vom LG Frankfurt entschieden, 2 Jahre Haft ohne Bewährung akzeptieren.
[BGH, 5. 3. 2014, 2 StR 616/12]

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2014&Sort=3&nr=67023&pos=0&anz=43

BGH zur Haftung von Eltern für illegales File-Sharing von Kindern

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15.11.2012 entschieden, dass Eltern für das illegale Filesharing eines 13-jährigen Kindes grundsätzlich nicht haften, wenn sie das Kind über das Verbot einer rechtswidrigen Teilnahme an Internettauschbörsen belehrt haben und keine Anhaltspunkte BGH zur Haftung von Eltern für illegales File-Sharing von Kindern weiterlesen

BGH zum Auskunftsanspruch gegen Internet-Provider

Mit einer aktuellen Entscheidung hat der BGH die Bedingungen für den urheberrechtlichen Auskunfts-anspruch nach § 101 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 UrhG verdeutlicht. Dieser wird in der Regel genutzt, um die Anschriften derjenigen Nutzer zu erfahren, deren IP-Adressen bei Urheberrechtsverletzungen in Tauschbörsen festgehalten werden konnten.
Der BGH stellt klar: BGH zum Auskunftsanspruch gegen Internet-Provider weiterlesen

BGH zu den Prüfpflichten von Hosting-Diensten

In einer Entscheidung zur Haftung von File-Hosting-Diensten hat der BGH kürzlich festgestellt, dass diese als Störer haften, wenn sie die Prüfpflichten nicht erfüllen. Dabei reicht es nicht aus, nur die beanstandete Datei zu löschen. Bezugnehmend auf die Praxis eines Diensteanbieters kommt der BGH zu dem Ergebnis: BGH zu den Prüfpflichten von Hosting-Diensten weiterlesen