Rechtsstaat ein Witz?

In dem Artikel „Kriminalität – Viel Schuld, wenig Sühne“ zeigt der Spiegel am Beispiel der Delikte Betrug und Untreue (inkl. Warenbetrug im Internet) das Scheitern der Rechtsverfolgung.
Von konservativ geschätzt mindestens 3,6 Mio. Fällen wurden nur 920.000 Fälle von der Polizei erfasst. 75 Prozent werden aufgeklärt, aber nur etwa ein Viertel führt zu einem Verfahren, weil Staatsanwälte die Verfahren aus diversen Gründen einstellen. Selbst wenn es zu einem Verfahren kommt, enden davon nur die wenigsten mit einer Freiheitsstrafe.

Im Beispielsjahr 2016 bedeutet dies: Anklage in 200.000 Fälle wegen Betrugs und Untreue, davon 5 Prozent mit Strafbefehl (Geldstrafe) beendet. Bleiben 190.000 Gerichtsverfahren mit 160.000 Verurteilungen, davon lediglich 20.000 Freiheitsstrafen (12,5 Prozent der Angeklagten).
Oder anders: „Für Betrug und Untreue bedeutet dies: Nur rund 15 Prozent der Straftaten werden entdeckt und aufgeklärt. Nur etwa ein Drittel der ermittelten Verdächtigen wird am Ende tatsächlich verurteilt.“
Die Beute kann der Täter zudem in vielen Fällen behalten.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kriminalitaet-warum-sich-verbrechen-leider-viel-zu-oft-lohnt-a-1206843.html