Umfrage: Werbung von Inhalt nur schwer zu unterscheiden

Eine Umfrage von Bitcom hat ergeben, dass viele Social-Media-Nutzer Schwierigkeiten haben, zwischen Werbung und inhaltlichen Beiträgen zu unterscheiden. So sagt knapp jeder zweite Nutzer (48 Prozent), dass er Werbung von Inhalt nur schwer unterscheiden kann. Unter den jüngeren Nutzern im Alter von 14 bis 29 Jahren sind es sogar 56 Prozent, unter den 50- bis 64-Jährigen und bei der Generation 65 Plus dagegen nur jeweils 40 Prozent.

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jeder-zweite-Social-Media-Nutzer-kann-Werbung-von-Inhalt-nur-schwer-unterscheiden.html

EFF – Silicon Valley corporate front group

Der Journalist Yasha Levine zeigt detailliert die Einseitigkeit der Internet-Lobbyorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) auf. Staatliche Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen gegen Verbrechen, werden aufs Schärfste bekämpft. Die viel weitergehenden Datensammlungen und Analysen der Techfirmen hingegen werden nie problematisiert.

Nachfolgend einige Auszüge aus dem langen aber überaus lesenswerten Text:

„But the truth is that EFF is a corporate front. It is America’s oldest and most influential internet business lobby—an organization that has played a pivotal role in shaping the commercial internet as we know it and, increasingly, hate it. That shitty internet we all inhabit today? That system dominated by giant monopolies, powered by for-profit surveillance and influence, and lacking any democratic oversight? EFF is directly responsible for bringing it into being.”

“Corporations like Google didn’t spy; they “collected data”—they “personalized.”

“Following the event, EFF and its younger, hipper cousins like Fight for the Future were the toast of Silicon Valley. “They helped mobilize the community of technology companies and public interest groups and ensured our collective focus was on informing the legislative process,’’ Alex Fowler, then head of privacy and public policy for the Mozilla Foundation, told the Boston Globe.”

“As such, the SOPA battle was just one more successful application of EFF’s rhetorical public relations strategy: frame any attempt to regulate Silicon Valley power with totalitarianism, all while conflating the interests of regular internet dwellers with the plutocrats who own the internet.”

„It was like watching antiwar protesters marching hand in hand with Lockheed Martin executives to fight Pentagon missile defense.”

“And that brings me back to former EFF staffer April Glaser. In her appeal to EFF and digital advocacy groups to lead the way in regulating corporate surveillance, she admitted that private spying has never been a big issue for this group. “The longtime focus of privacy advocates on government surveillance, not corporate surveillance, is one explanation. That probably has to do with the founding principles behind a lot of internet advocacy, which has its origins in libertarian and anti-regulation philosophies,” she wrote. “As a result, a lot of complaints from privacy advocates over the years have focused on how government surveillance is harmful to our constitutional rights and less on how they might be harmful to our communities.“”

Yasha Levine,  „All EFF’d Up“ unter https://thebaffler.com/salvos/all-effd-up-levine

YouTube: Neuer Uploadfilter

YouTube bietet den großen Kanalbetreibern nun eine neue Möglichkeit, mit der ihre eigenen Inhalte vor unberechtigten erneuten Uploads geschützt werden können. Das neue Copyright Match Tool erkennt doppelte Uploads automatisch und lässt dem Ersteller die Wahl, was mit den Kopien passiert.

Alle YouTuber mit mehr als 100.000 Abonnenten können sich in den kommenden Wochen mit dem neuen Copyright Match Tool darüber informieren lassen, wenn ihre eigenen Videos auf anderen Kanälen erneut auftauchen. Die Erkennung verläuft vollautomatisch und benötigt keinen direkten Eingriff des Uploaders.

Wird eine Kopie entdeckt, hat der Original-Uploader eine Reihe von Möglichkeiten: YouTube: Neuer Uploadfilter weiterlesen

Auszeichnung für Webseite zum Thema Film und Urheberrecht

Die VISION KINO-Webseite www.wer-hat-urheberrecht.de wurde mit dem Comenius-EduMedia-Siegel 2018 ausgezeichnet. Im kreativ-produktiven Umgang mit Film und Medien vermittelt die Webseite Schülern von der 3. bis zur 13. Klasse (und ihren Lehrkräften) urheberrechtliche Grundlagen sowie Film- und Medienwissen.
Der Comenius-EduMedia-Award, der durch die Gesellschaft für Pädagogik, Information und Medien e.V. „Johann Amos Comenius“ vergeben wird, zeichnet pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch hochwertige digitale Bildungsmedien aus.

Schweden: Haftstrafen für IPTV-Betreiber

In einer Grundsatzentscheidung hat das Stockholmer Patent- und Marktgericht drei Betreiber des IPTV-Dienstes Advanced TV Network (ATN) der Urheberrechtsverletzung und des Missbrauchs von Entschlüsselungsinformationen für schuldig befunden.
Der ATN-Besitzer wurde zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Sohn des Eigentümers und ein weiterer Komplize wurden beide zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Darüber hinaus wurden sie aufgefordert, über 209 Millionen Schwedische Kronen (20,3 Millionen Euro) als Schadenersatz an die Rechteinhaber zu zahlen.
Das Unternehmen, das auf seinem Höhepunkt Millionengewinne erwirtschaftet und über 70.000 Kunden betreut hat, ist in Konkurs gegangen.,
Geklagt hatten die katarischen Firma beIN Sports und die albanischen TV-Gesellschaft Digitalb. Unterstützt wurden sie von der lokalen Anti-Piraterie-Organisation Nordic Content Protection.

https://torrentfreak.com/swedish-court-sentences-pirate-iptv-operators-to-prison-180710/

Google – A Pirate’s Best Friend

Google appears to still be blissfully oblivious to its intentional or unintentional (but readily discernible) support for piracy websites. Google supports pirates in a variety of ways, and I will explore a few of them here.
The Motion Picture Association of America (MPAA) has already been critical of Google’s inaction on piracy for years. The first major problem is the prominent visibility of piracy URLs in Google’s search results. Following the classic logic that the best place to hide a body is surely on the second page of search results, the hope of the filmmakers has been that rank and file consumers, at least, might refrain from using rights-infringing sites when they no longer feature in the first few hits on search.
Pure self-interest could be expected to lead Google to the same conclusion: Google sells movies itself in its Google Play store. With every additional illegal option displayed prominently in search results, Google’s own chances of making a sale to an interested consumer recede. Against this background, let’s now see what happens when we run a search on Google for the movie “Black Panther.”

Further on:
https://thetrichordist.com/2018/07/10/google-a-pirates-best-friend-guest-post-volker-rieck/

German version:
http://webschauder.de/google-pirates-best-friend/

Volker Rieck is managing director of the content protection service provider FDS File Defense Service, which works for numerous rights owners. The company also prepares studies on piracy and supports law enforcement companies with the data it collects.
Volker Rieck blogs regularly on Webschauder and from time to time on the US blog The Trichordist on various aspects of unregulated content distribution. His articles also appear on Tarnkappe.info.

Facebook: Muss Konto an die Erben geben

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass der Vertrag über ein Benutzerkonto bei einem sozialen Netzwerk grundsätzlich im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Erben des ursprünglichen Kontoberechtigten übergeht und diese einen Anspruch gegen den Netzwerkbetreiber auf Zugang zu dem Konto einschließlich der darin vorgehaltenen Kommunikationsinhalte haben.
[BGH, Urteil vom 12. Juli 2018, III ZR 183/17 ]

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2018&Sort=3&nr=85390&pos=1&anz=116

Niederlande: Urteil zur Mitwirkung beim Auskunftsanspruch

Das Berufungsgericht Den Bosch hat entschieden, dass der Usenetanbieter Newsconnection Maßnahmen ergreifen muss, um seine Kunden zu identifizieren. Er hat diese Informationen bei Urheberrechtsverletzungen BREIN auf Verlangen zur Verfügung zu stellen.
Ein Vermittler sollte Maßnahmen ergreifen, die eine wirksame Überprüfung seiner Kunden ermöglichen. Der Vermittler kann selbst bestimmen, welche Maßnahmen er trifft. Es gibt aber kein Recht auf eine anonyme Registrierung um Urheberrechtsverletzungen begehen zu können.

Wählt ein Intermediär ein Geschäftsmodell, in dem er die relevanten Daten nicht selbst kontrolliert, sollte er sicherstellen, dass er leichten Zugang zu diesen Daten hat. Wenn der Vermittler Dienstleistungen von einem Dritten (z.B. einem Serverraumvermieter) in Anspruch nimmt, sollte er vertraglich vereinbaren, dass der Dritte bei einer Anfrage zur Herausgabe von Daten zur Identifizierung von Rechtsverletzern mitwirkt. Wenn dieser Dritte nicht mitarbeiten will, muss der Vermittler nach einer anderen Partei suchen.

https://stichtingbrein.nl/nieuws.php?id=497

USA: Gericht ordnet Zahlungssperren an

Ein Bundesgericht in Florida hat eine umfangreiche vorläufige Verfügung gegen 33 relativ kleine Piraterieseiten erlassen. Auf Antrag des Medienkonzerns ABS-CBN hat das Gericht bestimmt:

  • Domain-Registrare und Registrierungsstellen dürfen die Webseiten nicht mehr verfügbar machen.
  • Werbenetzwerke müssen das Geschäft mit diesen Seiten einstellen und ausstehende Gelder einfrieren.
  • PayPal und andere Zahlungsabwickler müssen sofort alle Gelder in den Werbe- oder PayPal-Konten, die mit den Beklagten in Verbindung stehen, und ihre zugehörigen Zahlungskonten und E-Mail-Adressen identifizieren und sperren.

Die Verfügung bleibt in Kraft, bis das Gericht über den Antrag von ABS-CBN auf einstweilige Verfügung entscheidet. Ausgehend von früheren Fällen ist es wahrscheinlich, dass die Entscheidung bestehen bleibt.

https://torrentfreak.com/court-orders-paypal-to-restrain-pirate-site-funds-180709/

Dänemark: Gericht ordnet Sperre eines Stream-Rippers an

Nach einer Klage der Rights Alliance im Namen der IFPI hat ein dänisches Gericht Convert2MP3für rechtswidrig erklärt. Der Stream-Ripper ermöglicht es, Audiofiles von Plattformen wie YouTube herunterzuladen.
Mit der Feststellung der Illegalität wurde auch die Sperrung durch ISPs angeordnet.

https://torrentfreak.com/in-world-first-danish-court-rules-stream-ripping-site-illegal-180710/

Großbritannien: Piraterie bleibt stabil

Laut einer von der britischen Regierung veröffentlichten Studie sind die Piraterie-Zahlen seit 2017 nicht gesunken. In den ersten drei Monaten des Jahres konsumierten circa 6,5 Millionen Personen mindestens einen illegalen Inhalt. Dies sind 15 % der britischen Internetnutzer ab 12 Jahren.
Jeder zehnte Nutzer illegaler Angebote würde sich durch nichts davon abhalten lassen.

Verschiebungen gab es bei den illegal bezogenen Inhalten. Der Anteil Film sank leicht von 21 auf 19 Prozent. Software sank, nach einer deutlichen Steigerung im Vorjahr, von 26 auf 20 Prozent. Musik stieg auf 19 Prozent, TV auf 23 Prozent, E-Books auf 13 Prozent. Nur Videospiele blieben konstant bei 16 Prozent. Die neue Sparte „Sport-Inhalte“ liegt bei 21 Prozent.

Hauptgrund für die Piraterie ist mit 44 % der Preis: „Weil es gratis ist“.

https://www.gov.uk/government/publications/online-copyright-infringement-tracker-survey-8th-wave

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