State of the art: Über die Formen der Monetarisierung von illegalen Webseiten

Unregulierte Distribution von Inhalten im Internet (Piraterie) ist und war nie ein Akt der Selbstlosigkeit.  Sie war stets beherrscht von Gewinnerzielungsabsichten insofern ähneln sich legale und illegale Geschäftsmodelle im Netz. Während für seriöse Unternehmen wie Netflix, Amazon oder Sky regelmäßige Einnahmen über Abonnenten die Grundlage des Geschäftes sind, haben die illegalen Schattenangebote diese Möglichkeit nicht. Spätestens bei regelmäßigen Zahlungen würde man den Betreibern auf die Spur kommen. Die Monetarisierung von illegalen Seiten geschieht daher in der Regel anders.
Dieser Artikel gibt einen Überblick von der Dynamik wechselnder Finanzierungen und neue Einnahmeformen von strukturell rechteverletzenden Seiten. Die nachfolgenden Erkenntnisse beruhen auf der Arbeit des Content Protection Dienstleisters FDS File Defense Service (FDS). State of the art: Über die Formen der Monetarisierung von illegalen Webseiten weiterlesen

Steuerbetrug: Beschlagnahmen bei Amazon

Erstmals sind deutsche Finanzbehörden in größerem Umfang gegen den seit Jahren bekannten Mehrwertsteuerbetrug bei Amazon vorgegangen. Kurz vor Weihnachten haben Steuerfahnder Waren von knapp 100 chinesischen Händlern in Amazon-Lagern beschlagnahmt und deren Guthaben bei Amazon einfrieren lassen.

Die Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin äußert sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, auch Amazon verweigert der Presse weitere Angaben, soll aber voll umfänglich mit den Behörden kooperieren.

Branchenexperten schätzen den Betrag, der dem Fiskus pro Jahr entgeht, auf bis zu einer Milliarde Euro. Mehr als 10.000 chinesische Händler sollen über Amazon in Deutschland ihre Waren anbieten, 432 davon sind beim Finanzamt steuerlich registriert.
Die zuständigen Behörden in Neukölln setzen gerade neun Mitarbeitern dafür ein.
Dass es auch anders geht zeigen die Briten: Kein Verkauf ohne britische Steuernummer und bei Verstößen haften die Plattformbetreiber.

http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/handel-konsumgueter/steuerbetrug-auf-onlineplattformen-zugriff-im-lager-von-amazon/20808258.html

Dänemark: Beliebter Torrent-Tracker schließt

Nach einem Hackerangriff wurde der beliebte dänische Torrent-Tracker Hounddawgs.org abgeschaltet. Die Betreiber bestätigten, dass Außenstehende eine Schwachstelle ausnutzten, leugneten aber zunächst, dass die gesamte Datenbank kompromittiert wurde.
Der vermeintliche Hacker hat darauf 20 Gigabyte Daten online gestellt, darunter Benutzernamen, E-Mail- und IP-Adressen. Die Seite soll auf unbestimmte Zeit offline bleiben.

https://torrentfreak.com/popular-danish-torrent-tracker-shuts-down-after-hack-180102/

USA: TV-Anbieter geht gegen illegale IPTV-Anbieter vor

Dish Network, ein führender US-amerikanischer TV-Anbieter mit mehr als 13 Millionen Abonnenten, hat zwei illegale Streaminganbieter in Texas und Maryland verklagt.
Dish erklärt, dass die Angeklagten wissen, dass ihre Aktivitäten illegal sind, da 32 Hinweise auf illegale Inhalte versendet wurden. Anstatt Inhalte dauerhaft zu entfernen, hätten die Angeklagten Ausweichmanöver unternommen, indem sie die Zielkanäle von anderen Orten aus übertragen hätten.
Die Klagen fordern jeweils eine permanente einstweilige Verfügung gegen den Dienst, einen Schadenersatz in Höhe von 150.000 Dollar pro registriertem Werk und die Anwalts- und Verfahrenskosten.

https://torrentfreak.com/dish-network-files-two-lawsuits-against-pirate-iptv-providers-180103/

Großbritannien: UEFA lässt illegale Streams sperren

Nach einem Bericht von TorrentFreak hat die UEFA in Großbritannien eine einstweilige Verfügung erwirkt, nach der sechs große ISPs ab dem 13. Februar 2018 illegal live übertragene Spiele blockieren müssen. Die Anordnung gilt bis mindestens zum 26. Mai 2018.
Die englische Premier League (EPL) hat Anfang 2017 erstmalig eine ähnliche einstweilige Verfügung des High Court erreicht.
Nach Ansicht des Richters haben die von der Premier League eingereichten Beweise gezeigt, dass sich eine solche Anordnung als sehr effektiv erwiesen habe. Zudem habe es keine Beweise für eine zu weitgehende Sperre gegeben.

https://torrentfreak.com/uefa-obtains-high-court-injunction-to-block-live-soccer-streaming-171226/

Siehe auch
http://webschauder.de/grossbritannien-weitere-sperren-gegen-sportstreaming/

LG Düsseldorf: Einstweilige Verfügung gegen Amazon

Da Amazon mehrere Anzeigen bei Google-Suchen mit Begriffen wie „Brikenstock“, „Birkenstok“ oder „Bierkenstock“ geschaltet hat und diese u.a. auf Amazon-Angebote mit gefälschten Produkten verwiesen, hat das Landgericht Düsseldorf im Rahmen einer einstweiligen Verfügung Amazon verboten, Tippfehler-Werbung bei Google zu schalten, die den Verbraucher in die Irre führen könnte.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/birkenstock-hat-ein-verbot-gegen-amazon-durchgesetzt-a-1185439.html

Datenleck bei Inkassounternehmen

Aufgrund eines Datenlecks bei der Schweizer Tochter der zum Hamburger Otto-Versand gehörenden Eos-Gruppe sind zehntausende sensible Schuldnerdaten in die Hände Dritter gelangt. Darunter u.a. Krankenakten oder seitenlange Kreditkartenabrechnungen. Es ist unklar, wieso diese Daten überhaupt gespeichert wurden.
In dem der SZ vorliegenden Datensatz befinden sich vorrangig Kundendaten aus der Schweiz.

http://www.sueddeutsche.de/digital/it-sicherheit-schwerwiegendes-datenleck-legt-zehntausende-schuldnerdaten-offen-1.3805589

US-Warnhinweise: Piraterie kann Videoüberwachung und Heizung stören

Der US-Internetprovider Armstrong warnt hartnäckige Piraten unter den Kunden davor, dass ihr Internetzugang gedrosselt werden könnte. Dann könne man zwar noch auf die E-Mails zugreifen, aber Up- und Downloads und andere Dienste wie Thermostatfernsteuerung oder Videoüberwachung könnten gestört werden.

https://torrentfreak.com/piracy-notices-can-mess-with-your-thermostat-isp-warns-171224/

Facebook: intransparente Transparenz

Facebook hat einen Transparenzbericht vorgelegt, nachdem fast ein Drittel aller Löschanfragen aus Gründen des Urheberrechts nicht befolgt werden. Wieso Facebook die Löschung verweigert bleibt offen.
Zudem erwähnt man, dass es bei wiederholten Rechtsverletzungen auch andere Maßnahmen gibt. Ob jemals ein Kanal mit vielen Rechtsverletzungen ganz geschlossen wurde bleibt aber unklar. In manchen Fällen soll es zumindest Verbote gegeben haben, für einen bestimmten Zeitraum Inhalte zu posten.

https://transparency.facebook.com/intellectual_property/

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