Internetpiraterie: Weiterhin hohe Werbeeinnahmen

Die amerikanische „Digital Citizens Alliance“ hat erneut die Einnahmen der Piraterieseiten durch Werbung untersucht.  Basis der Untersuchung sind fast 600 Angebote zu denen es regelmäßig Take-Down-Notices bei Google gibt.

Der Titel „Good Money Still Going Bad“ zeichnet das Ergebnis wieder: Mit einem geschätzten Umsatz in Höhe von 209 Mio. US$ (188 Mio. €) liegt der Umsatz in etwa in der Höhe des Vorjahres (227 Mio. US$).

In diesem Jahr wurden 589 Angebote untersucht. Im Vorjahr waren es nach dem gleichen Schema 596 Seiten. Aufgefallen ist dabei, dass etwa 40 % der Seiten des Vorjahres nicht mehr existierten und durch andere Seiten, die den Untersuchungskriterien entsprachen ersetzt wurden.

Auch gibt es eine Verschiebung innerhalb der Größenordnungen:

  • Große Seiten (> 5 Mio. Unique User/Monat) haben zwar 30% ihres Umsatzes verloren, erzielen aber immer noch 47,5% aller Werbeerlöse.
  • Mittelgroße Seiten (1 bis 5 Mio. Unique User/Monat) haben ihre Umsätze um 15% steigern können und erzielen nun 32% der Werbeeinnahmen.
  • „Kleine“ Seiten (< 1 Mio. Unique User/Monat) erzielen nun 20,5% der Werbeeinahmen (Steigerung 59%).

 

P2P-Seiten haben an Einnahmen verloren und Streamingseiten deutlich gewonnen. Dies liegt auch aber daran, dass sich für Bewegtbilder höhere Einnahmen erzielen lassen als für Standbilder.

Werbeeinnahmen US$ Anteil 2014 Anteil Vorjahr
Bittorrent / P2P          79.710.048 38% 55%
Portale (linking sites)          65.619.900 31% 32%
Videohoster          46.234.894 22% 13%
Filehoster (DDL)          16.977.123 8% 9%

Bei der inhaltlichen Betrachtung ergibt sich folgende Aufstellung:

Werbearten: Good Money still
Werbearten: Good Money still…

 

Im Vergleich zur europäischen Incopro-Studie ist zu berücksichtigen, dass je nach Land bzw. Kontinent unterschiedliche Werbeinhalte angezeigt werden. Zudem ist ein Vergleich durch unterschiedliche und teils unklare Kategorien erschwert. Auffallend auf jeden Fall:

  • Malware jeweils etwa 1/3 aller Anzeigen
  • Adult Content (USA 17,1% / Europa 10,4%)
  • Browser Games (Casual Games) in den USA wichtiger (USA 21,2% / Europa 10%)
  • Glücksspiel in den USA deutlich unwichtiger (USA 3,5% / Europa 18,1%)

Die US-Studie zeigt zudem einen höheren Anteil an seriösen Firmen auf, die auf diesen Seiten erscheinen. Darunter auch die deutschen Firmen Volkswagen, Bose und BMW.
Insgesamt wurden im diesjährigen Bericht 131 Premiummarken auf den Seiten gefunden, 2014 waren es 88. Davon wurden 23 (26%) auch in diesem Jahr entdeckt (Ally Bank, Amazon, Bose, Citrix, Crate & Barrel, Crest, istockphoto.com, Facebook, Fiat, Ford, Geico, Google, Hulu, L.L. Bean, Lego, LG, Microsoft, Target, Time Warner Cable, Toyota, Verizon, Zales, Zappos).

Im Gegensatz zur europäischen Studie fällt bei den Werbenetzwerken die hohe Bedeutung von Googles doubleclick auf, die 109 der 569 Seiten bedienten. Das zweitwichtigste Werbenetz adcash.com bedient nur 63 Seiten.

GOOD MONEY STILL GOING BAD:
http://media.digitalcitizensactionalliance.org/314A5A5A9ABBBBC5E3BD824CF47C46EF4B9D3A76/4af7db7f-03e7-49cb-aeb8-ad0671a4e1c7.pdf

Zur Incopro-Studie: www.webschauder.de/einnahmequellen-der-piraten-neue-europaeische-studie/

Zum Vorjahresbericht: www.webschauder.de/umsatz-durch-werbung/