Großbritannien: Rückgang von (Marken-)Werbung auf illegalen Seiten

Die Maßnahmen der britischen Anti-Internetpiraterie-Einheit PIPCU (Police Intellectual Property Crime Unit) gegen Werbung auf illegalen Seiten scheinen anzuschlagen:
Die PIPCU vermeldet einen Rückgang der Werbeanzeigen großer britischer Markenartikler auf Websites mit illegalem Content um 73 Prozent. Die Bereiche Autos, Essen, Trinken und Immobilien sollen dort fast gar nicht mehr erscheinen.
Wesentlich für den Erfolg war die IWL (Infringing Website List), die eine Auflistung der illegalen Seiten enthält.

Wie groß der Effekt auf die illegalen Anbieter ist, bleibt offen, da in der Pressemitteilung keine absoluten Zahlen genannt werden. Nach einer 2015 veröffentlichten Incopro-Studie machten die Anzeigen der Top 100 Markenunternehmen nur 1,2% aller Anzeigen auf urheberrechtsverletzenden Seiten in 5 europäischen Staaten aus (darunter auch Großbritannien).

Insoweit könnte der ebenso vermeldete Rückgang der Anzeigen der Glückspielbranche um 36 % der eigentlich größere Erfolg sein, zeichneten diese laut Incopro doch für 18,1% der Anzeigen verantwortlich.

Torrentfreak kritisiert auch die angeblich viel zu kleine Stichprobe, die laut einem BBC-Bericht nur 17 Seiten umfasste.

www.cityoflondon.police.uk/advice-and-support/fraud-and-economic-crime/pipcu/pipcu-news/Pages/Operation-Creative-sees-73-per-cent-drop-in-top-UK-advertising-on-illegal-sites.aspx

www.bbc.com/news/technology-33886174

https://torrentfreak.com/top-uk-advertisers-place-73-fewer-ads-on-pirate-sites-150812/

Zur Incopro-Studie:
www.webschauder.de/einnahmequellen-der-piraten-neue-europaeische-studie/