Archiv der Kategorie: Maßnahmen

USA: Musikindustrie verklagt ISP

Mehrere große Plattenfirmen (Sony, EMI, Universal, Warner u.a.) haben den Zugangsprovider Cox Communications verklagt. Wie im noch nicht abgeschlossenen Verfahren von BMG werfen sie dem ISP vor, zu wenig gegen hartnäckigen Piraten zu unternehmen. Nach US-Recht müssen Anbieter die Konten von Wiederholungstätern „unter geeigneten Umständen“ kündigen.
Um die Verletzungshandlungen zu unterbinden, schickten die Musikunternehmen Hunderttausende von Mitteilungen an den Internet-Provider. Dies habe aber nicht viel geholfen, da Cox die Anzahl der verarbeiteten Nachrichten aktiv begrenzt habe.
Anstatt mit den Klägern zusammenzuarbeiten, um diesen massiven Verstoß einzudämmen, hat Cox einseitig eine willkürliche Obergrenze („Dreizehn-Streik-Politik“) für die Anzahl der von den Urheberrechtsinhabern akzeptierten Verstöße festgelegt
Aber selbst das war nur eine Täuschung. Mindestens 20.000 Cox-Kunden müssen als eklatante Wiederholungstäter eingestuft werden, von denen einige mehr als 100 Mal „gewarnt“ wurden.
Die Kläger betonen, dass der ISP nie einen Abonnenten dauerhaft gekündigt hat. Stattdessen würde Cox eine so genannte „weiche Kündigung“ anwenden, bei der die Konten der Teilnehmer schnell wiederhergestellt werden können, nachdem sie getrennt wurden.
Die Klage kann Cox theoretisch mehr als 1,5 Milliarden Dollar kosten.
https://torrentfreak.com/record-labels-file-billion-dollar-piracy-lawsuit-against-isp-cox-180802/

Kabinett verabschiedet Gesetzentwurf gegen Steuerbetrug beim Onlinehandel

Der nun veröffentlichte Gesetzentwurf der Bundesregierung zum „Entwurf eines Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ ist erhältlich unter:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/19_Legislaturperiode/Gesetze_Verordnungen/JStG-2018/Regierungsentwurf-download.pdf?__blob=publicationFile&v=2

ISP Sky sucht aktiv nach illegalen Angeboten

Sky, sowohl ISP als auch als Sportsender, zeigt, dass auch ein ISP viel tun kann um illegale Angebote zu vermeiden:
“Using BigQuery and an in-house algorithm – which cost $10,000 (£7,500) to develop – we are now able to continuously study traffic patterns with an always up to date list of suspect pirate sites,“ Hammady said. „Once they have been confirmed as illegal they are shut down.“

https://www.computerworlduk.com/data/sky-turns-machine-learning-shut-down-premier-league-pirate-sites-3681318/

LKA Sachsen: Internationales Vorgehen gegen Warenbetrug

Aufgrund von Ermittlungen des LKA Sachsen wurden 31 Wohnungen und Geschäftsräume in Deutschland, Litauen, Estland, der Schweiz, Zypern, Großbritannien und Nordirland, der Ukraine, Finnland und Lettland durchsucht, um Online-Warenbetrüger festzunehmen.
Den derzeit 15 Beschuldigten wird vorgeworfen, durch Onlinebestellungen mit gestohlenen Kreditkartendaten Waren im Wert von über 18 Millionen Euro erlangt zu haben.

https://www.golem.de/news/warenagent-europaweiter-grosseinsatz-gegen-online-betruegerbanden-1807-135602.html

Facebook: Bloß nicht zu viel löschen

Eine bei Channel 4 ausgestrahlte Sendung zeigt, dass bei Facebook Irland viel zu wenig gelöscht wird. Ein Investigativ-Journalist musste feststellen, dass Gewalt, Rechtsextremismus und Inhalte von Kinder unter 13 nicht selten auf Facebook online bleiben. Manchmal, weil sie die „Gemeinschaftsstandards“ nicht verletzen, manchmal weil es Seiten betrifft, die „besonders viele Follower“ haben.
Facebook gibt die Verstöße zu. Die „Löschungen“ sollten durch CPL Resources erfolgen, dort wollte man nicht zu viel zensieren, da sonst die Menschen das Interesse an der Plattform verlieren würden.

https://www.channel4.com/programmes/inside-facebook-secrets-of-a-social-network

https://futurezone.at/digital-life/doku-enthuellt-wie-gewalt-und-rechtsextremismus-auf-facebook-online-bleibt/400067930

EFF – Silicon Valley corporate front group

Der Journalist Yasha Levine zeigt detailliert die Einseitigkeit der Internet-Lobbyorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) auf. Staatliche Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen gegen Verbrechen, werden aufs Schärfste bekämpft. Die viel weitergehenden Datensammlungen und Analysen der Techfirmen hingegen werden nie problematisiert.

Nachfolgend einige Auszüge aus dem langen aber überaus lesenswerten Text:

„But the truth is that EFF is a corporate front. It is America’s oldest and most influential internet business lobby—an organization that has played a pivotal role in shaping the commercial internet as we know it and, increasingly, hate it. That shitty internet we all inhabit today? That system dominated by giant monopolies, powered by for-profit surveillance and influence, and lacking any democratic oversight? EFF is directly responsible for bringing it into being.”

“Corporations like Google didn’t spy; they “collected data”—they “personalized.”

“Following the event, EFF and its younger, hipper cousins like Fight for the Future were the toast of Silicon Valley. “They helped mobilize the community of technology companies and public interest groups and ensured our collective focus was on informing the legislative process,’’ Alex Fowler, then head of privacy and public policy for the Mozilla Foundation, told the Boston Globe.”

“As such, the SOPA battle was just one more successful application of EFF’s rhetorical public relations strategy: frame any attempt to regulate Silicon Valley power with totalitarianism, all while conflating the interests of regular internet dwellers with the plutocrats who own the internet.”

„It was like watching antiwar protesters marching hand in hand with Lockheed Martin executives to fight Pentagon missile defense.”

“And that brings me back to former EFF staffer April Glaser. In her appeal to EFF and digital advocacy groups to lead the way in regulating corporate surveillance, she admitted that private spying has never been a big issue for this group. “The longtime focus of privacy advocates on government surveillance, not corporate surveillance, is one explanation. That probably has to do with the founding principles behind a lot of internet advocacy, which has its origins in libertarian and anti-regulation philosophies,” she wrote. “As a result, a lot of complaints from privacy advocates over the years have focused on how government surveillance is harmful to our constitutional rights and less on how they might be harmful to our communities.“”

Yasha Levine,  „All EFF’d Up“ unter https://thebaffler.com/salvos/all-effd-up-levine

YouTube: Neuer Uploadfilter

YouTube bietet den großen Kanalbetreibern nun eine neue Möglichkeit, mit der ihre eigenen Inhalte vor unberechtigten erneuten Uploads geschützt werden können. Das neue Copyright Match Tool erkennt doppelte Uploads automatisch und lässt dem Ersteller die Wahl, was mit den Kopien passiert.

Alle YouTuber mit mehr als 100.000 Abonnenten können sich in den kommenden Wochen mit dem neuen Copyright Match Tool darüber informieren lassen, wenn ihre eigenen Videos auf anderen Kanälen erneut auftauchen. Die Erkennung verläuft vollautomatisch und benötigt keinen direkten Eingriff des Uploaders.

Wird eine Kopie entdeckt, hat der Original-Uploader eine Reihe von Möglichkeiten: YouTube: Neuer Uploadfilter weiterlesen

Großbritannien: Über 50.000 Webseiten für den Verkauf von Fälschungen gesperrt

Im Rahmen der Operation Ashiko, einer Initiative in Partnerschaft mit der .UK Domain-Registrierungsstelle Nominet, hat die britische Polizeieinheit für geistiges Eigentum (PIPCU) seit ihrer Gründung im Jahr 2013 über 50.000 Webseiten für Produktfälschungen gesperrt.
Darunter 22.084 Seiten für Bekleidung, 15.975 Seiten für Schuhe und 3.591 Seiten für den Verkauf von Taschen, Accessoires und Schmuck.
http://news.cityoflondon.police.uk/r/1060/over_50_000_websites_suspended_for_selling_counte

OLG Karlsruhe: Facebook darf Hetzer zeitweise aussperren

Das OLG Karlsruhe hat eine Beschwerde gegen ein Urteil des LG Karlsruhe abgewiesen, nach dem Facebook berechtigt war, eine Person, die regelmäßige eine Internierung von Flüchtlingen verlangte, zeitweise zu sperren.

Aus der Pressemitteilung des OLG:
„Der Antragsteller ist Nutzer der Interplattform facebook. Er kommentierte in den vergangenen zwei bis drei Jahren in mindestens hundert Fällen unter anderem Postings von Politikern und Medien mit dem Satz: „Flüchtlinge: So lange internieren, bis sie freiwillig das Land verlassen!“. OLG Karlsruhe: Facebook darf Hetzer zeitweise aussperren weiterlesen

Anti-Piraterie-Preis für spanische Polizeieinheit

Auf der diesjährigen Europol-Konferenz zum Geistigen Eigentum hat die Audiovisuelle Anti-Piraterie-Allianz (AAPA) den ersten Preis für eine erfolgreiche Initiative zur Bekämpfung der audiovisuellen Piraterie vergeben.
Sieger wurde die Grupo de Antipirateria der Policia Nacionale (Spanien) unter der Leitung von Inspektorin Marlene Álvarez Vicente. Die Auszeichnung würdigt die erfolgreiche Arbeit der Gruppe gegen große illegale Streaming-Anbieter.

http://www.aapa.eu/news-and-events/press-release-aapa-launches-anti-piracy-award/?year=2018&month=6