Archiv der Kategorie: Martktforschung

Umfrage: Werbung von Inhalt nur schwer zu unterscheiden

Eine Umfrage von Bitcom hat ergeben, dass viele Social-Media-Nutzer Schwierigkeiten haben, zwischen Werbung und inhaltlichen Beiträgen zu unterscheiden. So sagt knapp jeder zweite Nutzer (48 Prozent), dass er Werbung von Inhalt nur schwer unterscheiden kann. Unter den jüngeren Nutzern im Alter von 14 bis 29 Jahren sind es sogar 56 Prozent, unter den 50- bis 64-Jährigen und bei der Generation 65 Plus dagegen nur jeweils 40 Prozent.

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jeder-zweite-Social-Media-Nutzer-kann-Werbung-von-Inhalt-nur-schwer-unterscheiden.html

Großbritannien: Piraterie bleibt stabil

Laut einer von der britischen Regierung veröffentlichten Studie sind die Piraterie-Zahlen seit 2017 nicht gesunken. In den ersten drei Monaten des Jahres konsumierten circa 6,5 Millionen Personen mindestens einen illegalen Inhalt. Dies sind 15 % der britischen Internetnutzer ab 12 Jahren.
Jeder zehnte Nutzer illegaler Angebote würde sich durch nichts davon abhalten lassen.

Verschiebungen gab es bei den illegal bezogenen Inhalten. Der Anteil Film sank leicht von 21 auf 19 Prozent. Software sank, nach einer deutlichen Steigerung im Vorjahr, von 26 auf 20 Prozent. Musik stieg auf 19 Prozent, TV auf 23 Prozent, E-Books auf 13 Prozent. Nur Videospiele blieben konstant bei 16 Prozent. Die neue Sparte „Sport-Inhalte“ liegt bei 21 Prozent.

Hauptgrund für die Piraterie ist mit 44 % der Preis: „Weil es gratis ist“.

https://www.gov.uk/government/publications/online-copyright-infringement-tracker-survey-8th-wave

Frankreich: 2017 etwas weniger Piraterie

Laut einer von EY veröffentlichten Studie über „Piraterie in Frankreich“, sank die Zahl der Piraten zwischen 2016 und 2017 von 11,6 Millionen Menschen, die illegal Inhalte pro Monat konsumieren, auf 10,6 Millionen (-8%). Im Durchschnitt konsumierte jeder Pirat 4% weniger illegale Inhalte als 2016.
Die Zahl der Hardcore-Piraten, die in den letzten 12 Monaten keine legalen Inhalte konsumiert haben, blieb mit einem leichten Anstieg von 0,2% stabil.
Im Durchschnitt laden 6,6 Millionen Piraten Streaming-Inhalte pro Monat herunter.
94% der Piraten laden Filme illegal herunter.

Der illegale Konsum audiovisueller Inhalte verursacht für den französischen Film- und audiovisuellen Sektor Umsatzeinbußen von 1,18 Milliarden Euro, das sind 10 % weniger als 2016. Der Staat ist einer der größten Verlierer mit einem Verlust von 408 Millionen Euro im Jahr 2017 (gegenüber 430 Millionen im Jahr 2016).
https://www.ey.com/fr/fr/newsroom/news-releases/communique-de-presse-ey-piratage-de-contenus-audiovisuels-en-france

Studie zu Pirateriehostern und deren Datacentern

Britische Forscher haben in 2017 die „symbiotische Beziehung“ von Piraterieportalen und Hostern untersucht. 33 Hoster für drei in Großbritannien wichtigen Piraterieportalseiten wurden untersucht. Dabei zeigte sich, dass 15 der Hoster mit insgesamt 58% der Videos bei nur zwei Datacentern/Rechenzentren lagen, nämlich auf Servern von M247 in Rumänien und von Cogent/LeaseWeb in den Niederlanden.

Die Untersuchung zu den Löschzeiten ist aufgrund methodischer Gegebenheiten nur bezüglich einer Monatsfrist aussagekräftig:
• Openload.co, Estream.to und Streamin.to haben 25 % der gemeldeten Rechtsverletzungen nicht binnen eines Monats entfernt.
• Bei Vidzi.tv und TheVideo.me wurden sogar 70 % der gemeldeten Videos nicht binnen eines Monats gelöscht.

Darüber hinaus entwickeln die Forscher verschiedene Methodiken, um weitere Zusammenhänge der Angebote zu ermitteln.

https://qmro.qmul.ac.uk/xmlui/handle/123456789/36524

Ergänzung:
Auffallend ist, dass auch bei dieser Studie festgestellt werden muss, dass die wichtigsten Datacenter/Rechenzentren für die Verbreitung illegaler Inhalte Mitglied bei eco, dem Verband der Internetwirtschaft sind.

Vgl.:
http://webschauder.de/eco-internetverband-auch-fuer-piraterie-dienstleister/

http://webschauder.de/spielfilme-2014-wieder-dominiert-illegal-50-des-angebots-ueber-eco-mitglieder/

Es wird mehr Hass im Netz gesehen

Die Landesanstalt für Medien NRW hat ihre Befragung zur Wahrnehmung von Hassrede im Internet im Juni 2018 erneut durchgeführt. Die wesentlichen Ergebnisse im Überblick:

  • Die Wahrnehmung von Hassrede ist weiterhin ein gesamtgesellschaftliches Problem – und hat sogar zugenommen (über alle Altersstufen hinweg): 78 % der Bevölkerung sieht sich mit Hassrede konfrontiert (2017: 67 %), 36 % sogar häufig bis sehr häufig (2017: 27 %).
  • Weiterhin sind 14 – 24-Jährige überdurchschnittlich häufig betroffen: 96 % (2017: 94 %).
  • Der Anteil derjenigen, die einen Hasskommentar gemeldet haben, ist auf 26 % gestiegen (2017: 22 %); ebenso der Anteil derjenigen, die kritisch auf einen Hasskommentar geantwortet haben: 25 % (2017: 18 %).W
  • Weiterhin gilt: Nur 1 % der Befragten, die bereits Hassrede im Internet wahrgenommen haben, haben schon einmal einen Hasskommentar verfasst.
  • 35 % meinen hingegen, dass es mehr hetzerische als sachlich kommentierende Nutzer gibt. (in 2018 erstmals abgefragt).
  • 39 % meinen, dass es im Netz mehr Hass- als Sachkommentare gibt; bei den 14 – 24-jährigen meint dies fast die Hälfte (47 %). (ebenfalls in 2018 erstmals abgefragt).

https://www.medienanstalt-nrw.de/service/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2018/2018/juli/wahrnehmbarkeit-von-hassrede-weiter-gestiegen.html

Google: Pirates Best Friend

Auf mehreren Augen blind scheint Google zu sein, wenn es um die wissentliche oder unwissentliche (aber registrierbare) Unterstützung von Piraterieseiten im Netz geht.
Diese Unterstützung durch Google fällt sehr mannigfaltig aus und sie ist das Thema dieser Betrachtung.

Seit Jahren moniert der Filmverband MPAA, dass Google zu wenig gegen die Piraterie unternimmt. In erster Linie geht es dabei um die Sichtbarkeit von illegalen Angeboten bei Suchanfragen an Google. Getreu dem Motto: „Wo versteckt man eine Leiche am sichersten? Auf Seite 2 der Google Suche“, erhofften sich die Filmschaffenden, dass zumindest das Such-Fußvolk von rechteverletzenden Seiten ferngehalten wird, wenn in den Toptreffern keine rechteverletzenden Seiten auftauchen.
Im Grunde sollte Google selber ein Interesse daran haben, weil es in seinem eigenen Playstore ja ebenfalls Filme vertreibt. Je mehr illegale Angebote also in der Suche angezeigt werden, desto geringer die Chancen einem interessierten Konsumenten den Film sogar selber zu verkaufen.
Machen wir daher die Probe auf das Exempel und suchen nach dem Film „Black Panther“.
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EU informiert zur Terrorbekämpfung im Netz

Die EU-Kommission informiert in ihrem fünfzehnten Fortschrittsbericht zur Sicherheitsunion auch über die Bekämpfung terroristischer Inhalte im Internet.
Danach bleibt die Bekämpfung terroristischer Inhalte im Internet eine zentrale Herausforderung bei der Verhinderung von Radikalisierung.

Es gibt eine Hashdatenbank mit 88.000 Einträgen an der 13 Unternehmen, 20 Mitgliedstaaten und Europol beteiligt sind.

Die Löschquoten aufgrund von Meldungen der EU-Meldestelle liegen bei großen Unternehmen bei 90 bis 100%, bei kleineren in einem Test bei 61 %.

Das Ziel, der Löschung binnen einer Stunde wird noch nicht erreicht. Die gemeldete Reaktionsgeschwindigkeit von Unternehmen auf Meldungen variiert je nach Plattform und reicht von unter einer Stunde bis zu Tagen.

http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-10206-2018-INIT/de/pdf

Hongkong: Studie zu Piraterieboxen

Die Coalition Against Piracy hat untersucht, inwieweit pirateriefähige Set-Top-Boxen in Hongkong genutzt werden.

Die von YouGov durchgeführte Studie zeigt, dass jeder vierte Verbraucher in Hongkong eine Set-Top-Box besitzt, mit der sich raubkopierte TV- und Filminhalte streamen lassen.

Von allen Verbrauchern, die eine solche Set-Top-Box besitzen, gab fast die Hälfte (49%) an, dass sie ihre Abonnements für legale Pay-TV-Dienste ganz oder teilweise gekündigt hätten.
Etwas mehr als jeder Vierte (26%) gab an, das Abonnement bei einem lokalen Premium-Anbieter als direkte Folge des Besitzes einer Piraterie-Box gekündigt zu haben, 21% gaben das gleiche für ihre internationalen Abonnements an. Fast ein Fünftel (19%) gab an, einen Teil ihres traditionellen Kabel-TV-Angebote nach dem Kauf eines Geräts gekündigt zu haben.

https://torrentfreak.com/pirate-tv-boxes-used-by-quarter-of-hong-kong-consumers-180625/

EUIPO: Produktfälschungen kosten 60 Mrd. Euro und 434.00 Arbeitsplätze

Nach aktuellen Untersuchungen des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) entgehen 13 Wirtschaftszweigen durch betrügerische Nachahmungen jährlich Einnahmen in Höhe von 60 Mrd. EUR.
Da die rechtmäßigen Hersteller aufgrund des Angebots an gefälschten Produkten weniger produzieren und entsprechend weniger Arbeitskräfte beschäftigen, gehen in diesen Branchen somit außerdem 434 000 Arbeitsplätze unmittelbar verloren.
Nach den Schätzungen des Berichts belaufen sich die Verluste aufgrund von betrügerischer Nachahmung in den 13 Wirtschaftszweigen auf 5,9 % der jährlich in Deutschland erwirtschafteten, direkten Umsätze. Dies entspricht einem jährlichen Wert von etwa 8,3 Mrd. EUR oder 103 EUR pro Einwohner Deutschlands.
Die Untersuchung erstreckte sich auf die folgenden 13 Wirtschaftszweige: Kosmetika und Körperpflegeprodukte, Bekleidungsstücke, Schuhware und Accessoires, Sportartikel, Spielzeug und Spiele, Schmuckwaren und Uhren, Taschen und Koffer, bespielte Tonträger, Spirituosen und Wein, pharmazeutische Erzeugnisse, Pestizide, Smartphones, Batterien und Reifen.
Außerdem enthält der Bericht einen Überblick über die Maßnahmen nationaler, regionaler und internationaler Stellen, mit denen gegen Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums vorgegangen wird.

Pressemitteilung
https://euipo.europa.eu/tunnel-web/secure/webdav/guest/document_library/observatory/docs/Press_releases/Spring_campaign_Press_release_final_DE_Germany.pdf

Bericht über: https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/news/-/action/view/4542115

Drogeriemärkte kontra Amazon

Die Unternehmen Rossmann, dm und Douglas haben in einem Brief mehrere Bundesminister aufgefordert, Konzerne wie Amazon und Ebay stärker zu regulieren, da Online-Händler aus dem Ausland über solche Plattformen „nicht verkehrsfähige“ Kosmetikprodukte in Deutschland verkaufen.
Die Folge seien „erhebliche Wettbewerbsnachteile“ für redliche Händler sowie eine „immense Gefährdung der Verbraucher“.

Im Rahmen eines Tests haben die drei Unternehmen 24 der 100 meistverkauften Artikel der Kategorie „Beauty“ auf dem Amazon-Marktplatz von einem Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Von den 24 Artikel seien nur zwei rechtlich gesehen nicht zu beanstanden. Bei den restlichen 22 habe man insgesamt 93 Verstöße festgestellt, zum Beispiel fehlerhafte oder unverständliche Warnhinweise auf der Verpackung, nicht deklarierte Allergene oder unlautere Werbeaussagen. Ein Haarwuchsmittel war „stark mit pathogenen Keimen belastet“.

http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Niedersachsen/Gefaehrliche-Produkte-Rossmann-Douglas-und-dm-kritisieren-Amazon-und-Ebay

BSA-Report zur unlizenzierten Software

Nach dem neuen Jahresreport der Business Software Alliance (BSA) ist der Einsatz von unlizenzierter Software leicht rückläufig, aber immer noch weit verbreitet. Unlizenzierte Software macht weltweit immer noch 37 Prozent der auf PCs installierten Software aus – nur 2 Prozent weniger als 2016.
In Deutschland liegt die von der BSA ermittelte Quote unlizenzierter Software bei 20 Prozent. 2011 lag sie noch bei 26 Prozent. Innerhalb der europäischen Union liegt die Quote bei 28 Prozent.
https://gss.bsa.org/