Archiv der Kategorie: Jugend(schutz)

DKHW: Gravierenden Gefährdung der Persönlichkeitsrechte von Kindern

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat eine Studie zu den Persönlichkeitsrechten von Kindern bei der digitalen Mediennutzung erstellt. Nachfolgend die Pressemeldung des DKHW:

„Zwischen Pragmatismus, Hilflosigkeit, Sorge und Ignoranz“ – Studie zu Persönlichkeitsrechten von Kindern im Kontext digitaler Mediennutzung in Familien
Die Nutzung digitaler Medien in Familien führt oftmals zu einer gravierenden Gefährdung der Persönlichkeitsrechte von Kindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk, die heute in Berlin vorgestellt wird. Die qualitative Untersuchung des Medienalltags in Familien offenbart, dass Eltern zwar bemüht sind, ihren Kindern einen möglichst sicheren Zugang zu digitalen Medienangeboten zu ermöglichen. Gleichzeitig stehen Familien aber den Risiken digitaler Mediennutzung heute aber oftmals hilflos gegenüber. Diese Hilfslosigkeit trifft insbesondere bei der Nutzung sozialer Netzwerkdienste wie WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat und YouTube zu. Zusätzlich finden in diesen Medienformaten die Mitbestimmungsrechte der Kinder bei Veröffentlichung persönlicher Daten durch die Eltern nur selten ausreichend Beachtung. DKHW: Gravierenden Gefährdung der Persönlichkeitsrechte von Kindern weiterlesen

Belgien: Maßnahmen gegen Glücksspiel-Lootboxen zeigen erste Erfolge

Nachdem die belgischen Behörden erste Computerspiele wegen Lootboxen als Glücksspiel ohne Lizenz eingestuft haben, reagieren die ersten Anbieter: Square Enix will drei bekannte Mobilspiele gar nicht mehr in Belgien anbieten. ArenaNet und 2k Games haben die komplette Ingame-Währung aus der belgischen Version entfernt.
Electronic Arts hingegen bietet in FIFA 18 und 19 weiterhin Lootboxen an. Die belgischen Behörden ermitteln gegen EA.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Lootboxen-als-Gluecksspiel-Square-Enix-nimmt-mehrere-Spiele-vom-belgischen-Markt-4229896.html

Kleine Anfrage zum Umgang mit Fernsehpiraterie

Die FDP-Fraktion des Bundestags will in einer Kleinen Anfrage (19/5146) wissen, wie die Bundesregierung illegale Streaming- und Download-Angebote einschätzt.
Insgesamt enthält die Anfrage 18 Fragen zu Themen wie

  • wirtschaftliche Bedeutung illegaler Streaming- und Download-Angebote,
  • Interessen der Allgemeinheit (u.a. Möglichkeit verringerter Steuereinnahmen),
  • Umgehung von Jugendschutzregelungen,
  • Möglichkeiten, der Rechtsdurchsetzung,
  • Internetsperren oder auch
  • Geschäfts- und Finanzierungsmodelle, die hinter den „fully loaded“ Boxen stehen.

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/051/1905146.pdf

 

Behörden warnen vor Glücksspiel in Computerspielen

Die in 16 Staaten für die Regulierung von Glücksspiel zuständigen Behörden warnen in einer gemeinsamen Erklärung davor, dass „die Grenzen zwischen Glücksspiel und anderen Formen der digitalen Unterhaltung, etwa Computerspiele, immer mehr verschwimmen“.
Problematisch sind insbesondere Lootboxen, Skins (Counter Strike),Casinos auf Social-Media-Plattformen und entsprechende Elemente in Computerspielen für Kinder.
Die deutschen Behörden sind nicht dabei.

https://www.golem.de/news/lootboxen-europaeische-behoerden-besorgt-ueber-gluecksspiele-und-games-1809-136617.html

Kinderpornografie-Meldungen: Steigerung um 118 %

Beim Bundeskriminalamt und den Beschwerdestellen sind 2017 insgesamt 5977 Meldungen über Kinderpornografie eingegangen (2016 nur 2721 Meldungen).

Bei 84 Prozent der noch nachvollziehbaren 5938 Fälle lagen diese auf Servern im Ausland, 16 Prozent auf deutschen Servern.
In Deutschland wurden nur 60 Prozent der Inhalte binnen 2 Tagen gelöscht, 97 Prozent binnen einer Woche.
Im Ausland wurden nur 60 Prozent innerhalb einer Woche gelöscht und 87 Prozent binnen 4 Wochen.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kinderpornografie-zahl-der-hinweise-an-behoerden-2017-verdoppelt-a-1226576.html

Großbritannien: Internetpornographie auch mit Codekarte aus dem Laden

Ergänzend zu Altersverifikationssystemen im Netz, soll es in Großbritannien zukünftig auch anonyme Freischaltkarten geben, die im Laden gekauft werden können. Die Karte soll etwa 10 Pfund (ca. 11 Euro) kosten. Der Verkäufer muss im Zweifel einen Blick auf den Reisepass oder Führerschein werfen, um das Alters zu prüfen.
Hintergrund ist, dass in Großbritannien, Internet-Pornographie künftig nicht mehr für Minderjährige zugänglich sein soll.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Grossbritannien-Codekarte-aus-dem-Laden-soll-Zugang-zu-Online-Pornographie-oeffnen-4048139.html

Vgl. auch
http://webschauder.de/grossbritannien-altersverifikation-fuer-internetpornographie-soll-bis-zum-ende-des-jahres-stehen/

Belgien: Lootboxen in FIFA 18, Overwatch und CS:GO sind Glücksspiel

Die belgische Gaming-Kommission hat Lootboxen in populären Videospielen geprüft und festgestellt, dass diese in drei von vier getesteten Titeln gegen das Glücksspielgesetz verstoßen. FIFA 18, Overwatch und Counter-Strike verstoßen gegen das Glücksspielgesetz, Star Wars Battlefront 2 nicht.
Statt Strafen zu verhängen sucht die Behörde nun den Dialog mit den Entwicklern.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Belgien-stuft-Lootboxen-in-FIFA-18-Overwatch-und-CS-GO-als-Gluecksspiel-ein-4035181.html

Wettbewerbszentrale: Amazonhändler müssen Jugendschutz beachten

Bei der Wettbewerbszentrale gingen in den letzten Wochen zahlreiche Beschwerden gegen Anbieter von Spielkonsolen ein. Diese vertreiben Computerspiele mit indizierten Spielen.
Konkret geht es um das Spiel „Mortal Kombat“. Dieses Spiel ist in Deutschland von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert und es liegt auch eine Beschlagnahme vor. Wettbewerbszentrale: Amazonhändler müssen Jugendschutz beachten weiterlesen

Großbritannien: Altersverifikation für Internetpornographie soll bis zum Ende des Jahres stehen

Laut diversen Presseberichten hat die Pornoholding Mindgeek (Pornhub, Redtube etc.) kundgetan, dass in Großbritannien zukünftig die Volljährigkeit der Nutzer über AgeID geprüft werden soll. Dies wird notwendig, da die britische Regierung über den Digital Economy Act 2017 Internetpornoanbieter verpflichtet, die Volljährigkeit der Nutzer zu prüfen.
Eigentlich sollte das Gesetz in Kürze in Kraft treten, nun hat die Regierung aber darüber informiert, dass man dem mit der Kontrolle betrauten British Board of Film Classification (BBFC) noch etwas mehr Zeit gibt. Bis zum Ende des Jahres soll dann aber alles umgesetzt sein. Großbritannien: Altersverifikation für Internetpornographie soll bis zum Ende des Jahres stehen weiterlesen

Mecklenburg-Vorpommern: Innenminister (und NDR) kennen Rundfunkstaatsvertrag nicht

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hält ein Vorgehen gegen rechtsradikale Seiten für geboten. Allerdings sieht er als einzige Handlungsmöglichkeit ein internationales Vorgehen an.
Dabei übersieht er, dass der Rundfunkstaatsvertrag hier schon seit langem Möglichkeiten bietet. § 59 des Rundfunkstaatsvertrags sieht in Absatz 3 vor, dass die jeweils zuständige Aufsichtsbehörde insbesondere Angebote untersagen und deren Sperrung anordnen kann.
Zuständig wäre der Chef der Landesmedienanstalt, der auch in der KJM sitzt. Aber die weigert sich ja bekanntermaßen gegen rechtsradikale Seiten vorzugehen.

Leider kennt auch der NDR-Journalist wohl den Staatsvertrag nicht, sonst hätte er ja vielleicht einmal nachgefragt.

https://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/fehlender-rueckhalt-kjm-chef-andreasnbspfischer-gibt-seinnbspamtnbspab.html

Vgl.:
https://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/fehlender-rueckhalt-kjm-chef-andreasnbspfischer-gibt-seinnbspamtnbspab.html