Archiv der Kategorie: Gemischtes

Facebook: Anonyme Werbung für den harten Brexit

Facebook hat es einer anonymen Gruppe ermöglicht, für etwa 300.000 € bei 11 Millionen Facebook-Nutzern für einen harten Brexit zu werben. Die Nutzer wurden zudem aufgefordert mit Hilfe von Tools Mails an die zuständigen Abgeordneten zu schreiben.
Ab dem 7. November will Facebook eine strengere Identifikation bei politischer Werbung verlangen. Der Guardian bezweifelt, dass diese reichen wird.
https://www.theguardian.com/politics/2018/oct/20/facebook-campaign-urges-voters-to-oppose-theresa-may-brexit-deal

Dänischer ISP: Sperren führen zu neuer Landingpage

In Dänemark blockieren führende Internet-Provider den Zugang zu Hunderten von Piratenseiten. Mit einer aktualisierten Landingpage auf welche die Sperren verlinken, hoffen ISPs, Rechteinhaber und Behörden, mehr Piraten zu legalen Verbrauchern zu machen.
Die Kampagne „Share With Care“ bietet nun eine eigene Filmsuchmaschine an, die die Besucher auf legale Quellen hinweist.

https://torrentfreak.com/share-with-care-danish-isp-blocks-point-pirates-to-legal-alternatives-181009/

Irland: Sky führt Warnsystem ein

Sony Music, Warner Music, Universal Music und der ISP Sky Ireland werden in Irland ein „Three-Strikes“-System zur Bekämpfung von Piraterie einführen. Sky-Abonnenten, die online beim Raubkopieren von Musik erwischt werden, erhalten nun zwei Verwarnungen. Beim dritten mal werden ihre Daten an die Labels weitergegeben, die dann rechtliche Schritte einleiten können.

https://torrentfreak.com/sky-will-implement-three-strikes-scheme-to-disconnect-pirates-181009/

USA: Vorschläge für die USTR-Liste „Notorious Markets”

Diverse Verbände haben der amerikanischen Regierung Vorschläge unterbreitet, welche illegalen Dienst in die neue „Notorious Markets”-Liste der USTR (US Trade Representative) aufgenommen werden sollten.
Die Vorschläge sind inzwischen veröffentlicht unter:
https://www.regulations.gov/docketBrowser?rpp=25&so=DESC&sb=commentDueDate&po=0&dct=PS&D=USTR-2018-0027
Die RIAA betont u.a. die Bedeutung von Hostingdiensten, deren Geschäftsmodell die Betreuung illegaler Angebote ist.

Werbeumsatz mit gestohlenem Instagram-Content

Webseiten, die bei Instagram hochgeladenen Content über die Instagram API klauen und auf ihrer eigenen Seite spiegeln, erreichen Millionen von Visits. Die meisten Besucher werden dabei über die Text- oder Bildsuche von Google erreicht.
Auch bei der Finanzierung dieser Angebote hilft Google. Die Seiten der Instagram Web Viewer sind vollgepackt mit Google-Adsense-Bannern.

https://omr.com/de/instagram-web-viewer/

Geldwäschebekämpfung liegt im Argen

Interne Dokumente der sogenannten Financial Intelligence Unit (FIU) und der Polizei, die dem SPIEGEL und dem Bayerischen Rundfunk vorliegen, zeigen, wie desaströs die Situation der Geldwäschebekämpfung ist.
Neben schlechter und langsamer Arbeitsleistung fehlt der Zugang zu den sensiblen Datenbanken der Landeskriminalämter, in denen etwaige Geldwäscheempfänger gespeichert werden. Ohne dieses Wissen ist es kaum möglich verdächtige Überweisungen zu ermitteln.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fiu-chaos-bei-geldwaesche-spezialeinheit-des-zolls-a-1230340.html

Russland: Online-Casinos sorgen für Piraterieangebot

Das Cybersicherheitsunternehmen Group-IB weißt daraufhin, dass in Russland inzwischen fast alle aktuellen Filme illegal angeboten werden. Eine besonders aktive Gruppe von Piraten wird von Online-Casinos finanziert. Die Online-Casinos integrieren ihre Anzeigen in die Raubkopien in Form von Logos, Bildunterschriften oder als Audiospuren.
https://torrentfreak.com/piracy-is-booming-in-russia-with-help-from-online-casinos-180923/

SaveYourIncome – Zum Lobbying von Google, Netflix, Soros & Co.

Um die EU-Urheberrechtsrichtlinie, die nun vom EU-Parlament entschieden wurde, hat es harte Auseinandersetzungen gegeben. Teilweise wurden die Abgeordneten regelrecht mit E-Mails bombardiert. Der Blog WebSchauder hat darüber berichtet und aufgedeckt, wer hinter dem angeblichen Protest der Bürger steht.

Diese aktuelle Kampagne gegen die Richtlinie ähnelt der Auseinandersetzung über die Einführung gesetzlicher Regeln zur Netzneutralität, über die der dänische Consultant John Strand bereits 2016 eine hervorragende Studie erstellt hat („The Moment of Truth – A Portrait of the Fight For Hard Net Neutrality Regulation by Save the Internet and Other Internet Activists“). Die Studie beleuchtet unter anderem die wirtschaftlichen Hintergründe der Beteiligten und untersucht zudem auch US-amerikanische und indische Kampagnen. Dieser Artikel stellt Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser angeblichen Civil Society-Kampagnen dar.


Die Beteiligten

Bei beiden Themen gibt es zwei Gruppen mit diametral gegensätzlichen Interessen. Auf der einen Seite stehen immer die Tech Giants (Google, Amazon, Netflix, Mozilla, Microsoft etc.) und auf der anderen Seite einmal die Telekommunikationsunternehmen und einmal die Rechteinhaber. SaveYourIncome – Zum Lobbying von Google, Netflix, Soros & Co. weiterlesen

EUIPO legt Studie zur Rechtsdurchsetzung vor

Die Verletzung von Rechten an geistigem Eigentum, insbesondere im Online-Umfeld, nimmt nicht nur an Umfang, sondern auch an Komplexität zu. Um solchen Rechtsverletzungen entgegenzuwirken, stehen in den Mitgliedstaaten verschiedene Rechtsinstrumente zur Verfügung, die entweder normalerweise in der physischen Welt angewendet werden oder speziell auf das Online-Umfeld ausgerichtet sind.

Mit der aktuellen Studie “Study on legislative measures related to online IPR infringements” versucht die EUIPO einen sektorübergreifenden Überblick über die rechtlichen Möglichkeiten zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums im Internet zu geben. Dabei werden zivilrechtliche, administrative und strafrechtliche Durchsetzungsmaßnahmen betrachtet.

https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/web/observatory/news?p_p_id=csnews_WAR_csnewsportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_count=2&journalId=4734588&journalRelatedId=manual/

EU verpflichtet Plattformen

Für die Internetwirtschaft dürfte der heutige Tag als Black Wednesday in Erinnerung bleiben.

Erst entscheidet die Kommission, dass Facebook, Microsoft, YouTube und Twitter per EU-Richtlinie dazu verpflichtet werden sollen, von offizieller Stelle entdeckte und gemeldete Terrorpropaganda innerhalb einer Stunde zu löschen. Bei „systematischem Versagen“ drohen Bußgelder von bis zu vier Prozent des globalen Jahresumsatzes.

Dann stimmt das Parlament mit deutlicher Mehrheit (438:226) für die EU-Urheberrechtsreform, die Plattformen stärker in die Haftung für illegale Inhalte nimmt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/richtlinie-eu-kommission-verlangt-loeschung-von-terror-inhalten-in-einer-stunde-a-1227730.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/urheberrechts-reform-eu-parlament-stimmt-fuer-umstrittene-upload-filter-a-1227752.html