Archiv der Kategorie: Gemischtes

Niederlande: Uni forscht an anonymen Torrents

Die Delft University of Technology arbeitet an einem anonymen Torrent-Client (Tribler). Um diesen besser entwickeln zu können, hat Professor Johan Pouwelse, Leiter und Gründer des Tribler-Projekts, 14,4 Petabyte Internet-Bandbreite bei Leaseweb, einem piraterienahen ISP, eingekauft.
https://torrentfreak.com/university-buys-14-4-petabyte-bandwidth-to-boost-anonymous-torrent-client-190131/

Facebook soll Minderjährige und deren Eltern abgezockt haben

Nach Angaben der US-Webseite Revealnews soll Facebook jahrelang Kinder und Jugendliche systematisch dazu gebracht haben, möglichst unbemerkt viel Geld ihrer Eltern für Social Games auszugeben.
Die Minderjährigen konnten in Social Games externer Entwickler über die zuvor hinterlegte Kreditkarte ihrer Eltern Geld ausgeben. Dabei sei das Zahlsystem auf Facebook so eingerichtet gewesen, dass die Spieler erst viel zu spät gemerkt hätten, dass sie teils sehr hohe Summen ausgegeben hatten.
Auch Facebook fiel dies Problem auf. Man hat aber darauf verzichtet, bei jedem Kauf erneut die Kreditkartendaten abzufragen, da dies den Umsatz geschmälert hätte.
Beschwerden versuchte das Unternehmen zeitweise dadurch zu beschwichtigen, indem man virtuelle Güter als Entschädigung anbot. Zudem habe Facebook auch versucht die Rückbuchungen der Kreditkartenunternehmen automatisch anzufechten.

https://www.golem.de/news/social-games-facebook-soll-systematisch-minderjaehrige-ausgenutzt-haben-1901-138979.html

VPNs sammeln und verteilen Daten

Der IT-Forensiker Mike Kuketz hat bei Untersuchungen von zwei Android VPNs festgestellt, dass diese fleißig Daten aufzeichnen und an mehrere Drittanbieter übertragen. Für den Betrieb werden diese Datenübertragungen nicht benötigt; angeblich will man damit nur das Marketing verbessern.
Details zu den Tests:
NordVPN: https://tarnkappe.info/nordvpn-android-app-plaudert-sensible-daten-aus/
CyberGhost: https://tarnkappe.info/cyberghost-android-app-des-vpn-anbieters-plaudert-ebenfalls/

Schlechte Zeiten für Maskenverkäufer

Januar 2019: Nun ist ein Kollektiv mit dem Namen Anonymous auf den Protestzug gegen die EU Richtlinie zum Urheberrecht aufgesprungen. Markenzeichen dieser Bewegung ist die Guy Fawkes Maske, bekannt aus dem Film „V wie Vendetta“.
Sie erinnert an den englischen Offizier Guy Fawkes, der im Jahre 1605 das englische Parlament in die Luft sprengen wollte und scheiterte.

Screenshot der StopACTA2.org Webseite

Der 19. Januar 2019 sollte der neue Day of Action werden, mit mehreren Demonstrationen in Europa. Acht Demonstrationen sollten in Polen stattfinden, 15 in diversen Ländern der EU, davon 2 in Deutschland und eine in Oslo, Norwegen, ein Nicht-EU Land. Schlechte Zeiten für Maskenverkäufer weiterlesen

EUGH Generalanwalt zum Datenschutz

EuGH-Generalanwalt Szpunar hat zu zwei Verfahren der französischen Datenschutzbehörde CNIL Stellung bezogen:

  • Zum einen schlägt er dem Gerichtshof vor, zu entscheiden, dass der Betreiber einer Suchmaschine Anträgen auf Entfernung von Links zu Internetseiten, die sensible Daten enthielten, systematisch stattgeben müsse.
    Der Betreiber der Suchmaschine müsse jedoch darauf achten, dass das Recht auf Zugang zu Informationen und das Recht auf Freiheit der Meinungsäußerung gewahrt würden.
    [Schlussanträge Rechtssache C-136/17; G. C. u. a. / CNIL; 10.1.19]https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2019-01/cp190001de.pdf
  • In einem anderen Verfahren schlägt er dem Gerichtshof vor, die Entfernung von Links, die durch die Betreiber von Suchmaschinen vorzunehmen ist, auf das Gebiet der Europäischen Union zu begrenzen.
    [Schlussanträge Rechtssache C-507/17; Google / CNIL; 10.1.2019]
    https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2019-01/cp190002de.pdf

Andrés Heyn: Die Top 7 Entwicklungen im Urheberrecht 2018

Rechtsanwalt Andrés Heyn beschreibt in seinem Blog die wichtigsten 7 Entwicklungen im Urheberrecht im Jahr 2018:

  1. Der erbitterte Kampf um die Urheberrechtsnovelle – Rettet das Internet???
  2. EUGH entscheidet zur Nutzung von Fotos im Internet: Der CORDOBA Fall
  3. BGH zur Haftung des Anschlussinhabers für Urheberrechtsverletzung über ungesichertes WLAN
  4. EU-Generalanwalt: Stellungnahme zum Sampling-Dauerbrenner – KRAFTWERK ./. M. PELHAM
  5. Die SATCAB-Richtlinie – Die leidige Diskussion kommt endlich zum Ende
  6. Die Audio-Visuelle-Mediendienste Richtlinie wurde verabschiedet
  7. Die neue EU-Verordnung zum Geoblocking bei Streaming-Diensten

https://rechtsanwalt-heyn.de/news/

 

USA: Richter empfiehlt, kein Safe Harbor für ISP Grande

Nach Ansicht des US-Richters Andrew Austin darf der in Texas ansässige Internetprovider Grande Communications sich nicht auf DMCA-Safe-Harbor- Regelung berufen.
Der ISP hat es versäumt, eine Richtlinie zur wiederholten Verletzung von Urheberrechten zu verabschieden und angemessen umzusetzen. Richter Austin empfiehlt daher, dem Antrag der RIAA-Labels auf ein summarisches Urteil in dieser Angelegenheit stattzugeben.

Wenn der Richter des U.S. District Court diese Empfehlung annimmt, wird der ISPs nicht vor einer mitursächlichen Haftung für das Verhalten von raubkopierenden Kunden geschützt.

https://torrentfreak.com/judge-recommends-dropping-isp-grandes-dmca-safe-harbor-defense-181219/

Amazon zeigt kein Interesse an einem Vorgehen gegen illegale Angebote

Der Spiegel berichtet anhand eines Beispiels aus dem Projektorenverkauf über das mangelhafte Interesse von Amazon gegen Rechtsverletzungen auf der Plattform vorzugehen.

Für den Verkauf von Elektronikprodukten benötigt man in Deutschland eine WEEE-Nummer, die sicherstellen soll, dass Hersteller ihre Altgeräte wie vorgeschrieben zurücknehmen. Dennoch gibt es unzählige Angebote die dagegen verstoßen.
Erste Beschwerde eine Projektorenhändlers versandeten im Nirwana und als er endlich einen Ansprechpartner hat, muss – trotz 300 Beispielen – jeder Falle einzeln gemeldet werden.

Trotz Meldung sind noch 10 % der Angebote online. Händler, die Rechtsverstöße begehen, können weiter anbieten.
Vorbeugende Maßnahmen werden nicht ergriffen. Trotz eindeutiger rechtlicher Vorschriften muss die WEEE-Nummer nicht bei der Erfassung neuer Angebote angegeben werden.

Romy Seifert, Referentin für Wettbewerbsrecht bei der IHK Mittlerer Niederrhein, stellt immer häufiger fest, „dass Anbieter aus Drittländern sich oftmals nicht an die zahlreichen EU-Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Informationspflichten im Verkauf an den Endverbraucher halten“.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-sieht-zu-wie-china-den-deutschen-onlinehandel-ruiniert-a-1242474.html