Archiv der Kategorie: Gemischtes

Tracker und Werbenetzwerke kümmern sich nicht um Selbstregulierung der EU

Eine wissenschaftliche Studie hat untersucht, ob die von der EU-Kommission organisierte Selbstregulierung der Werbewirtschaft eine Auswirkung darauf hat, dass Werbe- und Tracking-Dienste weniger auf Piraterieseiten zu finden sind. Die Ergebnisse sind katastrophal:
Trackingdiensten berücksichtigen Selbstregulierungen gar nicht. Die am häufigsten auf Piraterieseiten genutzten Tracking-Dienste der Studie waren doubleclick.com (Google), adnxs.com (AppNexus) und bluekai.com (Oracle).
Bei Werbenetzwerken sind im Durchschnitt auch keine Auswirkungen festzustellen. Es sind weder weniger aktive Werbenetzwerke im Pirateriemarkt noch weniger Piraterieseiten die mit Werbung versorgt werden. Nur bei größeren Werbenetzwerken ist festzustellen, dass sie die Werbung ein wenig reduziert haben – um gerade einmal 17 %.

Michail Batikas, Jörg Claussen, Christian Peukert: “Follow the Money: Online Piracy and Self-Regulation in the Advertising Industry” https://papers.ssrn.com/sol3/Papers.cfm?abstract_id=2943531

Die Studie hat nicht untersucht, ob sich die Werbeeinnahmen der illegalen Seiten geändert haben oder ob sich seriöse werbetreibende Unternehmen von Piraterieseiten zurückziehen. Beides konnte nicht untersucht werden, da man nur Verlinkungen zu Werbenetzwerken untersucht hat.
Insoweit widerspricht die Studie auch nicht den Erfahrungen in Deutschland und Großbritannien, dass sich seriöse Firmen oft von illegalen Seiten zurückziehen, wenn sie auf ihre Finanzierung illegaler Angebote hingewiesen werden.
Es scheint also so, dass sich die Werbenetzwerke andere Kunden für die illegalen Seiten suchen.

Vgl. dazu auch: Tracker und Werbenetzwerke kümmern sich nicht um Selbstregulierung der EU weiterlesen

Betrugsverdacht bei Werbeabrechnung im Netz

Recherchen des Magazins c’t legen nahe, dass die Partnerprogramme großer Online-Händler und -Netzwerke in großem Stil und ohne deren Wissen über Monate hinweg manipuliert wurden. Laut c’t könnten auf diese Weise Provisionszahlungen im mindestens sechsstelligen Bereich unberechtigt generiert beziehungsweise auf das Konto eines Berliner Unternehmens umgeleitet worden sein.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Abzocke-Manipulierte-Affiliate-Links-spuelen-Riesenbetraege-in-falsche-Kassen-3971047.html

Leak von EU-Maßnahmenplan

EDRI hat einen Entwurf eines EU-Papiers zum Umgang mit illegalen Inhalten veröffentlicht. Ob dieses Papier den aktuellen Stand der Debatte darstellt ist unklar, da die EU solche Leaks grundsätzlich nicht kommentiert. Als Veröffentlichungsmonat ist der Februar vorgesehen.
“Commisson Recommendation of xx.2.2018 on measures to effectively tackle illegal content online”
via
https://edri.org/files/illegal_content_ec_draft_recommendation_201802.pdf

Internetselbstverwaltung à la RIPE: Ein Himmelreich für Kriminelle

Jedes Jahr im Januar veröffentlicht das US Handelsministerium (USTR) eine Liste der schlimmsten Rechtsverletzer im Internet für das vergangene Jahr. Dabei geht es sowohl um haptische Ware, also Fälschungen, Replikas usw. als auch um Verletzungen von geistigen Eigentum in Form von nichtregulierter Distribution von Filmen, Büchern, Musik, Software, Apps usw.
Es finden sich auf der Liste Namen wie die chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba und Taobao aber auch Webseiten wie Movie4k, Libgen, The Pirate Bay oder Openload.
Die Liste wird unter anderem gespeist von Verbänden wie der Motion Picture Association of America (MPAA), der US Filmwirtschaft oder der Recording Industry Association of America (RIAA), also der US Musikwirtschaft.
Welche Rolle dabei die Internetselbstverwaltung RIPE NCC spielt, soll hier weiter beleuchtet werden. Internetselbstverwaltung à la RIPE: Ein Himmelreich für Kriminelle weiterlesen

Unbelehrbar: Ordnungsgeld gegen Check24

Das Internetvergleichsportal Check24 verletzt nach wie vor elementare Informationspflichten. Deshalb hat das Landgericht München I entschieden, dass Check24 jetzt 15.000 Euro Ordnungsgeld zahlen muss.
Basis der Entscheidung ist ein Vollstreckungsantrag des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) auf Grundlage einer früheren Verurteilung von check24 durch das OLG München (Urteil 6. April 2017, Az: 29 U 3139/16).
Nach der Verhängung des Ordnungsgeldes hält es der BVK zudem für unhaltbar, dass viele Versicherer nach wie vor mit Check24 zusammenarbeiten, obwohl die Geschäftspraxis dieses Unternehmens im Hinblick auf die Erfüllung des Verhaltenskodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mehr als fragwürdig ist.

https://www.bvk.de/themen/publikation/pressemitteilung/ordnungsgeld-gegen-check24.476/

Bitcoin: Kombination aus Spekulationsblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe

Der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Agustin Carstens, hat Bitcoin als „Kombination aus Spekulationsblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe“ beschrieben.
Gleichzeitig fordert er schärfere Regulierung von Kryptowährungen. Zentralbanken und Aufsichtsbehörden müssten frühzeitig eingreifen, um eine Gefahr für die Finanzstabilität zu verhindern.
Private digitale Wertmarken, die sich als Währungen verkleiden, dürften das Vertrauen in Währungen nicht untergraben. „Wenn [Nationalbanken] nicht präventiv handeln, könnten sich Kryptowährungen stärker mit dem Hauptfinanzsystem verflechten und so zu einer Bedrohung für die Finanzstabilität werden.“

http://www.spiegel.de/wirtschaft/bitcoin-oberste-zentralbank-biz-sagt-kryptowaehrungen-den-kampf-an-a-1191588.html

Videospiele mit Glücksspielcharakter

Eine bisher unveröffentlichte Studie der Landesmedienanstalten zeigt, dass sich Computerspiele zunehmend in Glückspiele verwandeln. Mit dem Geschäftsmodell „Pay2Win“ sollen die Anbieter 2016 weltweit Umsätze in Höhe von etwa acht Milliarden Euro erzielt haben.
Die Jugendschutzkommission der Landesmedienanstalten erwägt aus diesem Grund, bestimmte Elemente in Videospielen zu verbieten. Eine Entscheidung soll im März fallen.

https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article173165689/Lootboxen-Wie-Computerspiele-suechtig-und-schliesslich-arm-machen.html

USA: ISP muss wohl haften

In dem Berufungsverfahren des Zugangsproviders Cox gegen eine 25 Mio. US-$ Strafe wegen wiederholter Urheberrechtsverletzungen der Kunden, wird es aufgrund von Problemen bei den Geschworenen ein neues Verfahren geben.

In der Sache haben die Richter aber schon darauf hingewiesen, dass sie wohl die Rechtsmeinung des ursprünglichen Gerichts teilen. Der Gerichtshof kam zu dem Schluss, dass Cox seinen Safe-Harbour-Schutz verloren habe, da man keine sinnvollen Maßnahmen gegen wiederholte Rechtsverletzungen der Kunden ergriffen habe.

https://torrentfreak.com/appeals-court-throws-out-25-million-piracy-verdict-against-cox-doesnt-reinstate-safe-harbor-180201/

Vgl. auch:
http://webschauder.de/usa-haftung-der-zugangsprovider/

Kryptowährungen: Malware, Betrug und keineswegs sicher

Über Googles Werbeplattform DoubleClick und über YouTube wurde bekannte Malware ausgeliefert, die fremde Rechner für Krypto-Mining missbraucht.
www.heise.de/security/…       www.futurezone.de/digital-life/…

Nach Ansicht von Sicherheitsforschern des Palo Alto Networks sollen weltweit mindestens 15 Millionen Windowsrechner mit Mining-Malware infiziert sein, davon stehen über 6,5 Millionen in Thailand, Vietnam und Ägypten.
www.heise.de/security/…

Wegen regelmäßigem Betrug untersagt Facebook Werbung für Kryptowährungen.
www.heise.de/newsticker/…

Bei der japanischen Kryptobörse Coincheck haben Hacker Digitalanlagen im Wert von umgerechnet ungefähr 430 Millionen Euro erbeutet.
www.faz.net/aktuell/…

Der Spiegel berichtet detailliert über verschiedene Formen des Diebstahls von Kryptowährungen.
www.spiegel.de/netzwelt/…

Der Spiegel bezeichnet die Blockchain als Trottel-Archiv und zeigt anhand von Studienergebnissen aus Katar, dass Bitcoin keineswegs ein anonymes Zahlungsmittel ist.
www.spiegel.de/netzwelt/…