Archiv der Kategorie: Gemischtes

Anatomie eines Politik-Hacks Teil 2 – Die Organisation des Hacks

Wie in einem vorangegangenen  Artikel erwähnt, war in erster Linie die Kampagne von saveyourinternet.eu für das Fluten der Postfächer von EU Abgeordneten mit vorgefertigten Mails, ihrer Twitter Accounts mit automatisierten Tweets und ihrer Telefone mit vermittelten Telefonaten inkl. Gesprächsleitfaden verantwortlich.

 

Wer steckt hinter safeyourinternet.eu?
Die Kampagne wurde von der Organisation Copyright für Creativity (C4C) und dessen Sekretariat N-Square organisiert. Das C4C hat 42 Mitglieder (EFF, Edri, BEUC etc.) und wird nach eigenen Angaben im Wesentlichen von der Open Society Foundation (der Stiftung von George Soros) und der Computer & Communications Industry Association finanziert. Mitglieder dieser amerikanischen Industrievereinigung sind u.a. Amazon, Cloudflare, Facebook, Mozilla, Google oder Uber.

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The anatomy of an assault on politics part 2 – organization of the hack

As mentioned in a previous article, saveyourinternet.eu’s campaign was primarily responsible for the flooding of MEPs‘ mailboxes with ready-made e-mails their Twitter accounts with automated tweets and their phones with switched phone calls including call guidelines.

 

Who is behind safeyourinternet.eu?
The campaign was organized by the organization Copyright for Creativity (C4C) and its secretariat N-Square. The C4C has 42 members (EFF, Edri, BEUC etc.) and, according to its own statements, is mainly financed by the Open Society Foundation (the foundation of George Soros) and the Computer & Communications Industry Association. Members of this American industry association include Amazon, Cloudflare, Facebook, Mozilla, Google and Uber. The anatomy of an assault on politics part 2 – organization of the hack weiterlesen

Votum für Spezialgerichte

Die EUIPO hat einen Bericht über „Spezialisierte Rechtsprechungen für geistige Eigentumsrechte in den Mitgliedstaaten“ veröffentlicht. Danach empfiehlt sich eine Spezialisierung nur, wenn bestimmte wirtschaftliche, gesellschaftliche und institutionelle Voraussetzungen erfüllt sind. So bedarf es eines bestimmten Caseload-Levels als auch einer kontinuierlichen Weiterbildung.
Spezialisierungen haben folgende Vorteile:
• Mehr Fachwissen von Richtern und Rechtsvertretern;
• Erhöhte Nachfrage nach Schulungen zu gewerblichen Schutzrechten und ein größeres Bewusstsein für gewerbliche Schutzrechte;
• Schnellere, effektivere Entscheidungen nach effizienteren Verfahren;
• Erhöhte Konsistenz der Fallergebnisse;
• Ein stärkeres Bewusstsein für Schutzrechte stigmatisiert Verletzer und schafft sozialen Druck, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Verletzungshandlungen verringert wird.
https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/web/observatory/news?p_p_id=csnews_WAR_csnewsportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_count=2&journalId=4680095&journalRelatedId=manual/

The Trichordist: Hilfsmittel für den Politik-Hack

David Lowery beschreibt in einem aktuellen Text, welche Hilfsmittel für einen Politik-Hack eingesetzt werden. Die von „Platinum Supporter“ Google (mit)finanzierte Organisation OpenMedia.org aus Vancouver bietet mit newmode.net Tools zur Steuerung von Kampagnen an.
Damit können einzelne Personen, wiederholt Ziele mit Tweets, E-Mails, Robo-Calls, Robo-Faxen und sogar automatisierten Briefen zu spammen. Mit diesen Hilfsmitteln kann man sich als Bürger des Wahlkreises ausgeben und über 20 Personen binnen einer Stunde mit Telefonanrufen belästigen.
Wenn das noch nicht reicht, kann New Mode auch „Clone“-Webseiten erstellen, um den Anschein zu erwecken, als gäbe es eine breite Palette von Gruppen, die dieselbe Aktion unterstützen.

“The Google Funded Astroturf Group that Hacked The EU Copyright Vote (In Pictures)”
https://thetrichordist.com/2018/07/28/the-google-funded-astroturf-group-that-hacked-the-eu-copyright-vote-in-pictures/

Die Kosten für eine solche Aktion sind lächerlich, 50.000 Mails gibt es ab 119 US$: The Trichordist: Hilfsmittel für den Politik-Hack weiterlesen

NetzDG: Erste Berichte zu Beschwerden

Facebook, Twitter und YouTube haben erste Zahlen zu Nutzerbeschwerden vorgelegt. Leider sind die Zahlen nur bedingt aussagekräftig, aber zumindest die Angst vor einem Overblocking war unbegründet. Der Großteil der Beschwerden wird abgelehnt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzdg-so-oft-sperren-facebook-youtube-und-twitter-a-1220371.html

Anatomie eines Politik-Hacks

Das Neue Testament berichtet von zahlreichen Wundern, die Jesus Christus zugeschrieben werden. Eines davon ist die wundersame Brotvermehrung. Hier soll Jesus wenig Brot und Fisch derartig vermehrt haben, dass davon Tausende Menschen satt wurden.
Eine ähnlich wundersame Vermehrung hat es im Zuge der Debatte um die EU Copyright Directive Ende Juni 2018 ebenfalls gegeben. Allerdings wurden weder Brot noch Fisch vermehrt, sondern Protest – oder etwas, das aussehen sollte wie Protest.

Der Reihe nach
Im September 2016 veröffentlichte EU-Kommissar Oettinger einen Vorschlag für eine Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt.
Die Zeit verging und Oettinger war schon nicht mehr für das Ressort zuständig, trotzdem ging alles seinen bürokratischen Gang bis hin zur Abstimmung über die Directive im Rechtsausschuss des EU-Parlaments.
Im Vorwege dieser Abstimmung galt auch hier das Strucksche Prinzip, dass kein Gesetz so aus dem Parlament kommt, wie es hineingegangen ist. Es gab also zahlreiche Änderungen und Ergänzungen die der Berichterstatter Axel Voss (CDU/EVP) verhandeln durfte.

Julia Reda und das Plakative
Schon sehr früh machte die einzige Abgeordnete der Piraten Partei, Julia Reda, Front gegen die Vorschläge. Anatomie eines Politik-Hacks weiterlesen

Matthias Hornschuh: Manipulationsmaschine

Der Komponist Matthias Hornschuh beleuchtet die Hoffnung der Berufsurheber auf eine längst überfällige Reform Urheberrechtsrichtlinie und analysiert Status Quo, Interessenlagen und Strategien der betroffenen Plattformen.

Wovon Musikurheber leben …
Musik funktioniert arbeitsteilig. Die einen komponieren und texten, die andern singen, spielen und nehmen auf. Ein klares Prinzip mit Ausnahmen („Selbstaufführer“), in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Das Prinzip bildet sich auch im Recht ab: Den Autoren gehört das Urheberrecht, den Interpreten ein Leistungsschutzrecht; beide sind sowohl Ausdruck eigentumsrechtlicher wie auch persönlichkeitsrechtlicher Ansprüche.
Für Nutzungen müssen beide Rechte lizenziert und „angemessen“ vergütet werden; das passiert i.d.R. über Verwertungsgesellschaften (VG) wie die GEMA. Da Kompositionsarbeit im Regelfall unvergütet ist, machen die VG-Ausschüttungen als einzige erzielbare Einnahmen bis zu ¾ der Jahreseinnahmen professioneller Musikautoren aus.

… und wovon sie nicht leben können: #ValueGap

Weiter über ….
http://hornschuh-musik.de/manipulationsmaschine

Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Rechenzentrum liegt so nah?

Immer wieder hört man in der Diskussion um die unregulierte Distribution von geschützten Inhalten im Internet ganz erstaunliche Argumente. Eines davon lautet, dass man die parasitären Geschäftsmodelle ja ohnehin nicht verhindern könne, das Ganze wäre viel zu international (Internet halt) und gegen Server in Tonga kann man ohnehin nichts ausrichten.

Domain-Endung und Rechenzentrum – zwei Paar Schuhe

Selbstverständlich stehen in Tonga keine Server, jedenfalls keine, die Inhalte unreguliert über Datenleitungen nach Europa schaufeln. Praktisch jedes Rechenzentrum (oder Datacenter) auf der Welt kann die Daten einer solchen exotischen Domain beherbergen.
Eine .to Domain als Beispiel (Länderkennung für Tonga) bietet mehrere Vorteile. Sie liegt phonetisch dicht an Torrent und sie ist quasi anonym zu registrieren. Domainendung und tatsächliches Rechenzentrum sind also getrennt zu betrachten.
Aus der Analyse unserer Daten wissen wir aber, das Geschäft findet in Europa quasi vor der Haustür statt und das aus vielen Gründen.
Um die tatsächliche Herkunft von Piraterieseiten oder besser deren Content etwas deutlicher zu verstehen haben wir unsere Datenbank von Mitte Mai bis Mitte Juni einmal detaillierter ausgewertet und bei Bedarf weitere Analysen erstellt.

Die überaus beliebte EU
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Facebook, der Holocaust und das Strafgesetzbuch

Mark Zuckerberg hat öffentlich erläutert, dass Posts von Nutzern, in denen der Holocaust geleugnet wird, nicht von der Plattform entfernt werden.
„Aber am Ende glaube ich nicht, dass unsere Plattform das herunternehmen sollte, weil ich denke, dass es Dinge gibt, bei denen verschiedene Menschen falsch liegen. Ich denke nicht, dass sie absichtlich falsch liegen“, erklärte er.
Später ergänzt um:
„Ich persönlich finde die Leugnung des Holocaust zutiefst beleidigend, und ich habe absolut nicht vorgehabt, die Absicht von Leuten zu verteidigen, die das tun“, sagte er und fügte hinzu: „Unser Ziel mit gefälschten Nachrichten besteht nicht darin, zu verhindern, dass irgendjemand etwas Falsches sagt – sondern damit, dass gefälschte Nachrichten und Fehlinformationen über unsere Dienste verbreitet werden.“ Sollte ein Beitrag aber für Gewalt oder Hass gegen eine bestimmte Gruppe sorgen, würde er gestrichen werden.
(Zitiert nach einem Artikel des Spiegels.)

Das Strafgesetzbuch sieht bis zu 5 Jahren Haft bei öffentlicher Leugnung des Holocausts vor.
§ 130 Strafgesetzbuch – Volksverhetzung
(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.

Zur Rechtslage in anderen Ländern:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetze_gegen_Holocaustleugnung

YouTube: Aktive Radikalisierung

Zeynep Tufekci von der Universität Carolina hat analysiert, wie man beim Anschauen von YouTube-Videos immer krassere und immer radikalere „weiterführende“ Clips empfohlen oder direkt im Anschluss gezeigt bekommt:

  • Wer sich Nachrichten-Videos zum Amoklauf an der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida ansieht, landete schnell bei anderen Clips, die behaupten, die Tragödie hätte nie stattgefunden und wäre ein Hoax.
  • Videos über Donald Trump Kundgebungen führten zu Holocaust-Leugnungen.
  • Videos über Hillary Clinton und Bernie Sanders führten zu Verschwörungstheorien.
  • Videos über Vegetarismus führten zu Videos über Veganismus.
  • Videos über das Joggen führten zu Videos über das Laufen von Ultramarathons.

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EFF – Silicon Valley corporate front group

Der Journalist Yasha Levine zeigt detailliert die Einseitigkeit der Internet-Lobbyorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) auf. Staatliche Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen gegen Verbrechen, werden aufs Schärfste bekämpft. Die viel weitergehenden Datensammlungen und Analysen der Techfirmen hingegen werden nie problematisiert.

Nachfolgend einige Auszüge aus dem langen aber überaus lesenswerten Text:

„But the truth is that EFF is a corporate front. It is America’s oldest and most influential internet business lobby—an organization that has played a pivotal role in shaping the commercial internet as we know it and, increasingly, hate it. That shitty internet we all inhabit today? That system dominated by giant monopolies, powered by for-profit surveillance and influence, and lacking any democratic oversight? EFF is directly responsible for bringing it into being.”

“Corporations like Google didn’t spy; they “collected data”—they “personalized.”

“Following the event, EFF and its younger, hipper cousins like Fight for the Future were the toast of Silicon Valley. “They helped mobilize the community of technology companies and public interest groups and ensured our collective focus was on informing the legislative process,’’ Alex Fowler, then head of privacy and public policy for the Mozilla Foundation, told the Boston Globe.”

“As such, the SOPA battle was just one more successful application of EFF’s rhetorical public relations strategy: frame any attempt to regulate Silicon Valley power with totalitarianism, all while conflating the interests of regular internet dwellers with the plutocrats who own the internet.”

„It was like watching antiwar protesters marching hand in hand with Lockheed Martin executives to fight Pentagon missile defense.”

“And that brings me back to former EFF staffer April Glaser. In her appeal to EFF and digital advocacy groups to lead the way in regulating corporate surveillance, she admitted that private spying has never been a big issue for this group. “The longtime focus of privacy advocates on government surveillance, not corporate surveillance, is one explanation. That probably has to do with the founding principles behind a lot of internet advocacy, which has its origins in libertarian and anti-regulation philosophies,” she wrote. “As a result, a lot of complaints from privacy advocates over the years have focused on how government surveillance is harmful to our constitutional rights and less on how they might be harmful to our communities.“”

Yasha Levine,  „All EFF’d Up“ unter https://thebaffler.com/salvos/all-effd-up-levine

Auszeichnung für Webseite zum Thema Film und Urheberrecht

Die VISION KINO-Webseite www.wer-hat-urheberrecht.de wurde mit dem Comenius-EduMedia-Siegel 2018 ausgezeichnet. Im kreativ-produktiven Umgang mit Film und Medien vermittelt die Webseite Schülern von der 3. bis zur 13. Klasse (und ihren Lehrkräften) urheberrechtliche Grundlagen sowie Film- und Medienwissen.
Der Comenius-EduMedia-Award, der durch die Gesellschaft für Pädagogik, Information und Medien e.V. „Johann Amos Comenius“ vergeben wird, zeichnet pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch hochwertige digitale Bildungsmedien aus.