Archiv der Kategorie: Filter / Sperrungen

Finnland: Gericht verurteilt ISPs zur Sperrung von RARBG und YIFY

Ein finnisches Gericht hat sieben Internet-Provider angewiesen, den Zugang zu den Torrent-Seiten RARBG und YIFY zu sperren. Nach Ansicht des Gerichts erzielen die Betreiber erhebliche Einnahmen durch die illegale Weitergabe von urheberrechtsverletzenden Inhalten. Die ISPs müssen sowohl DNS- als auch IP-Sperren verwenden.

https://torrentfreak.com/court-orders-finnish-isps-to-block-rarbg-and-yify-180608/

Dänemark: Piraterie wächst deutlich

Laut einer Studie der dänischen Rights Alliance stieg der Besuche von Piraterieseiten in Dänemark zwischen von 2016 auf 2017 um 67%. Hauptsächlich werden Filme und Fernsehsendungen konsumiert, aber auch IPTV-Dienste und Stream-Ripping nehmen rapide zu.
Auf Basis von Daten von SimilarWeb und MarkMonitor wurde festgestellt, dass die Dänen in 2017 die 2.000 führenden Piraterieseiten 596 Millionen Mal besucht haben (Vorjahr 356 Mio. Besuche). Alleine der Besuch von 123movies stieg von 40 Millionen Besuchen im Jahr 2016 auf 175 Millionen Besuche im Jahr 2017 an.

Die 500 beliebtesten Filme und Fernsehsendungen in P2P-Netzwerken wurden mehr als 15 Millionen Mal von dänischen IP-Adressen heruntergeladen, gegenüber 11,9 Millionen im Jahr 2016.

Ebenfalls auf dem Vormarsch sind Besuche auf Plattformen, die illegal Live-Sportarten anbieten. Im Jahr 2017 haben dänische IP-Adressen 2,96 Millionen Besuche bei diesen Diensten gemacht, was eine jährliche Steigerung von 28% bedeutet.

Laut Rights Alliance hat Dänemark eines der effektivsten Sperrsysteme der Welt, diese hindere aber immer noch viele Menschen nicht daran, Piraterieinhalte von Websites zu konsumieren, die noch nicht blockiert sind.

https://torrentfreak.com/danish-traffic-to-pirate-sites-increases-67-in-just-a-year-180501/

Australien: Bundesgericht ordnet an IPTV-Dienst zu sperren

Village Roadshow und mehrere große Hollywood-Studios haben eine einstweilige Verfügung gegen einen Piraterie-IPTV-Dienst erhalten. HD Subs Plus mit rund 600 Live-Premiumkanälen und Hunderten von Filmen auf Abruf muss nun von den größten ISPs gesperrt werden.
Die ISPs können die jeweils genutzte Methode selber entscheiden. Die Richter stellten aber fest, dass DNS-Blockierung, IP-Adressblockierung oder Umleitung, URL-Blockierung oder „alle alternativen technischen Mittel zur Sperrung des Zugangs“ akzeptabel wären.
Die Rechteinhaber sind verpflichtet, eine Gebühr von AU$ 50 für jede Domain zu zahlen, die sie blockieren wollen.

https://torrentfreak.com/aussie-federal-court-orders-isps-to-block-pirate-iptv-service-180427/

Frankreich: Kulturminister fordert Piraterie-Blacklist

Die französische Kulturministerin Françoise Nyssen hat gegenüber der Presse geäußert, dass eine nationale Blacklist gegen Piraterie eingeführt werden sollte. Die vorgeschlagene Liste sollte regelmäßig aktualisiert werden, damit ISPs, Suchmaschinen und Werbeunternehmen die Seiten blockieren können. Die Führung der Liste könnte die Hadopi-Behörde übernehmen.

https://torrentfreak.com/french-minister-of-culture-calls-for-pirate-streaming-blacklist-180423/

Russland sperrt 250 Piraterieseiten mit Werbung für illegales Glücksspiel

Die russischen Steuerbehörden haben die Telekommunikationsaufsicht Rozcomnadzor aufgefordert rund 250 Piratenseiten mit Glücksspielwerbung sperren zu lassen. 200 der Webseiten wurden sofort von den lokalen ISPs blockiert, da sie die Werbung nicht entfernten. Bei 50 weiteren Seiten ist die Frist zur Entfernung der illegalen Werbung noch nicht abgelaufen.

Online-Glücksspiel wurde in Russland 2006 komplett verboten. Im Jahr 2012 entschied der Oberste Gerichtshof Russlands, dass ISPs den Zugang zu Glücksspielseiten blockieren müssen.

https://torrentfreak.com/russia-blacklists-250-pirate-sites-for-displaying-gambling-ads-180421/

MPA-Kanada: Übersicht zu Sperrungen

Aus einer Stellungnahme der Motion Picture Association Kanada an die CTRC (kanadische TV- und Telekommunikations-Kommission) gehen Details zu weltweiten Sperrungen hervor:

In mindestens 42 Länder sind Provider verpflichtet, rechtsverletzende Seiten zu sperren.
Allein in Europa wurden in mindestens 17 europäischen Ländern mehr als 1.800 verletzende Websites und über 5.300 Domains gesperrt, allen voran Portugal, Italien, Großbritannien und Dänemark.

Zudem gibt es eine Liste der am häufigsten gesperrten Seiten. Spitzenreiter sind ThePiratBay mit 19 Ländern die die Seite sperren sowie Movie4k, yts und 1337x mit jeweils 8 Ländern.

https://torrentfreak.com/mpa-reveals-scale-of-worldwide-pirate-site-blocking-180410/

Stellungnahme:
https://torrentfreak.com/images/mpa-can.pdf

Spanien: Weiterhin hohe Schäden durch Piraterie

Nach einem Bericht der „Coalition of Creators and Content Industries” wurde in Spanien 2017 etwas mehr als vier Milliarden Mal auf unlizenzierte digitale Inhalte zugegriffen. Dies entspricht fast 21,9 Milliarden Euro an Umsatzeinbußen; gegenüber 2016 ist dies ein Rückgang von 6%.

Wichtigster Pirateriemarkt sind Filme: In 2017 wurden 726 Millionen Filme illegal abgerufen. Dies entspricht einem Marktwert von 5,7 Milliarden Euro gegenüber 6,9 Milliarden im Jahr 2016.
35% der Zugriffe erfolgten während der Film noch in Kinosälen lief (2016 noch 33%).

Filme sind bei Piraten am beliebtesten, 34% nutzen diese ohne zu bezahlen. Danach kommen TV-Sendungen (30%), eBooks (24%) und  Musik (22%) gefolgt von Videospielen (11%) und Fußball (10%).

Trotz eines Rückgangs um mehr als 37% enthält mehr als ein Viertel der auf Piratenseiten erscheinenden Werbung immer noch bekannte Marken. Dies müsse weiter verbessert werden, so die Koalition.

Nach Ansicht der Nutzer wären die wirksamsten Maßnahmen gegen Piraterie die Sperrung der Webseiten (78%) und die Bestrafung der Internetanbieter (73%).

https://torrentfreak.com/piracy-falls-6-in-spain-but-its-still-a-multi-billion-euro-problem-180409/

Russland blockiert 8.000 Piratenseiten – Kinoumsatz stieg um 11%

Der russische Telekom-Regulierer Rozcomnadzor hat bekannt gegeben, dass im Jahr 2017 lokale ISPs aufgefordert wurden, 8.000 Piraterieseiten zu blockieren. Im Vorjahr waren es noch 2.000 Seiten.
Gleichzeitig berichtet man über eine Steigerung des Kinoumsatzes um 10,9%.

https://torrentfreak.com/russia-blocked-8000-pirate-sites-in-2017-visits-to-cinemas-up-11-180325/

Spanien: Vodafone u.a. müssen sperren

Das Handelsgericht Barcelona hat die Provider Telefónica, Vodafone Ono, Orange und Xfera, dazu verpflichtet, den Zugang zu zwei rechtswidrigen Seiten zu sperren. Nach Ansicht des Gerichts schädigen diese Seiten die legitimen Rechte ihrer Inhaber und profitieren illegal von den Einnahmen, die sie durch Werbung erzielen. Die spanische Filmindustrie begrüßt das Urteil.

https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/web/observatory/news?p_p_id=csnews_WAR_csnewsportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_count=2&journalId=4081637&journalRelatedId=manual/

Und täglich grüßt das Murmeltier – Vodafone legt Berufung ein

Vodafone hat Berufung gegen die Einstweilige Verfügung des LG München eingelegt, nach der das Unternehmen die Piraterieseite kinox.to sperren muss. Nach einem Artikel von heise online wird dies aberwitzig begründet, „dass nach geltendem Recht Vodafone nicht verpflichtet werden kann, Urheberrechtsverletzungen im Internet durch Sperren einzudämmen“.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kinox-to-Sperrung-Vodafone-legt-Berufung-ein-3994809.html

Dass Urteil wurde abgedruckt unter:
https://www.prinz.law/urteile/netzsperre-kinox_to_constantin_vodafone_urteil_lg_muenchen_I

Belgien: Rechteinhaber und ISPs kooperieren

Anstatt sich in ewig dauernden und teuren Verfahren zu verrennen, akzeptieren belgische ISPs nun, dass Sperrungen unvermeidbar sind. Die ISPs (Proximus, Telenet, VOO) und Rechteinhaber (Belgian Entertainment Association) werden offenbar einem Richter gemeinsam eine Liste von 33 Websites und 450 Domainnamen vorlegen, die das illegale Herunterladen von urheberrechtlich geschütztem Material erleichtern.
Nach der Vorlage beim Gerichtshof werden die Domains auf Illegalität geprüft. Die Parteien haben zudem „vernünftige Maßnahmen“ entworfen, die dann vom Gerichtshof angeordnet werden könnten.
https://torrentfreak.com/rightsholders-belgian-isps-cooperate-to-block-450-pirate-domains-180303/