Archiv der Kategorie: Filter / Sperrungen

Italien 1: Steuerbehörde lässt Torrent-Websites sperren

Die Guardia di Finanza aus Bergamo hat im Oktober 2013 die italienischen Internet-Provider aufgefordert, mehrere große Torrent-Websites zu sperren (1337x.org, h33t.eu, extratorrent.com, tor-renthound.com). Hintergrund ist wohl der Verlust an Umsatzsteuereinnahmen durch die illegale Verbreitung von Medieninhalten.

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

www.gdf.gov.it/GdF/it/Stampa/Ultime_Notizie/Anno_2013/Ottobre_2013/info699713726.html
www.heise.de/newsticker/meldung/Torrent-Websites-werden-in-Italien-blockiert-1981653.html

Italien 2: Speerverordnung

Die italienische Behörde für elektronische Kommunikation AGCOM hat im Dezember 2012 neue Bestimmungen eingeführt, nach der sie Löschungen von Internetinhalten oder Sperrungen von Internetseiten verlangen kann, wenn auf den inkriminierten Seiten massive Urheberrechtsverstöße vorliegen. In der Regel soll die Sperre spätestens binnen 12 Tagen greifen. Gegen eine erlassene Verfügung steht der Rechtsweg vor dem Verwaltungsgericht offen.

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

http://edri.org/italian-telecom-authority-gets-power-block-websites/

 

Irland: Sperrungen angeordnet

Der High Court Irlands hat im Dezember mehrere Provider aufgefordert, die Internetseite „Kickasstorrents“ zu sperren. Die Provider haben die Sperre umgesetzt; Irlands größter Provider Eircom, der von dem Verfahren nicht betroffen war, sogar freiwillig.

Sperre wirkt, sagen die Betreiber der gesperrten Seite

Die Seite hat daraufhin Umgehungsmaßnahmen empfohlen, aber gegenüber dem Informationsdienst Torrentfreak zugegeben, dass die Sperre signifikante Auswirkungen hat: “We are still getting traffic from those countries where KAT is blocked. But its amount is significantly lower (up to 10% from what we had before).”

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

http://torrentfreak.com/irish-internet-providers-roll-out-kickasstorrents-blockade-140119/

Frankreich: Provider müssen sperren, Suchmaschinen dürfen nicht mehr anzeigen

Das Pariser Tribunal de Grande Instance hat entschieden, dass mehrere Provider den Zugang zu dem gegen das Urheberrecht Netzwerk „Allostreaming“ sperren müssen. Zudem dürfen Suchmaschinen es nicht mehr anzeigen.
[Urteil 28.11.2013; 11/60013]

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/sperren-und-verstecken-pariser-gericht-urteilt-gegen-illegale-streamingdienste-12691352.html
http://spielerecht.de/tgi-paris-franzosische-provider-und-suchmaschinen-mussen-urheberrechtsverletzende-seiten-sperren/

Niederlande 1: Provider müssen The Pirate Bay (vorerst) nicht mehr blockieren

Eine Sperrverfügung, nach der mehrere niederländische Provider „The Pirate Bay“ sperren mussten, wurde Ende Januar – noch vor der entsprechenden EUGH-Entscheidung – im Berufungsverfahren aufgehoben. Die Blockade war nach Ansicht des Gerichts unverhältnismäßig und nutzlos, wie auch eine Studie der Universtät Amsterdam belege (siehe nächster Artikel).
Die niederländische Anti-Piraterie-Organisation Brein hat inzwischen Berufung gegen diese Entscheidung eingelegt.

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

www.spiegel.de/netzwelt/web/niederlaendische-provider-muessen-the-pirate-bay-nicht-laenger-blockieren-a-946132.html
www.anti-piracy.nl/nieuws.php?id=318

Niederlande 2: Wirkungsforschung – Ein Schirm schützt keine ganze Schulklasse vor Rege

Niederländische Forscher haben versucht, die Auswirkungen der Sperre von Pirate Bay zu erfassen. Statt aber herauszufinden, wie sich die Sperre auf die gesperrte Seite auswirkt, versucht man einzig und allein die Auswirkungen einer einzelnen Sperre auf die gesamte Piraterie zu ergründen. Wie hoch der Anteil von Pirate Bay in den Niederlanden war, wird nicht dokumentiert. Niederlande 2: Wirkungsforschung – Ein Schirm schützt keine ganze Schulklasse vor Rege weiterlesen

LG Saarbrücken: Registrar haftet auf Unterlassung

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken ist ein Internet-Registrar als Störer zur Unterlassung von Urheberrechtsverletzungen verpflichtet, wenn er nach einem konkreten Hinweis auf eine offenkundige Rechtsverletzung nicht unverzüglich tätig wird und das Angebot prüft und ggf. sperrt. LG Saarbrücken: Registrar haftet auf Unterlassung weiterlesen

Barcelona: Gericht nimmt Internetanschluss weg

Da ein User mit dem Namen “nito75” über 5.000 Musikstücke „geteilt“ bzw. über Tauschbörsen angeboten hatte, wurde der ISP, der ihm einen Internetanschluss zur Verfügung gestellt hat, im Januar 2014 vom Gericht in Barcelona aufgefordert, diesen Internetanschluss zu sperren.

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

https://torrentfreak.com/court-orders-spanish-isp-to-disconnect-music-pirate-140120/

GB führt Jugendschutzfilter im Internet ein

Seit Ende 2013 werden in Großbritannien Internetzugänge insoweit umgestellt, dass vermehrt Jugendschutzfilter eingesetzt werden, diese sollen insbesondere pornographische Inhalte ausfiltern.

Hintergrund dieser Umstellung sind Forschungsberichte, Aktivitäten einzelner Internet Service Provider und staatliche Aktivitäten. So haben britische Internetprovider in 2011 auf einen Bericht über die Sexualisierung von Jugendlichen reagiert, in dem kritisiert wurde, dass die Jugendschutzfilter der Anbieter standardmäßig abgeschaltet seien, also ein Eingreifen der Eltern erfordern würden.
Eine unabhängige parlamentarische Untersuchung zum Online-Jugendschutz (siehe Anhang ) legte im April 2012 GB führt Jugendschutzfilter im Internet ein weiterlesen