Archiv der Kategorie: Filter / Sperrungen

Dänemark: Gerichtliche Sperre von 12 Piraterieseiten

Ein dänisches Gericht hat die Sperre von 12 Piraterieseiten aus den Bereichen P2P, Streaming und MP3 Download angeordnet.
Die Seiten werden nicht nur von den durch das Gerichtsurteil betroffenen ISPs gesperrt, sondern aufgrund einer Vereinbarung auch von allen anderen dänischen ISPs.

http://torrentfreak.com/popular-torrent-and-streaming-sites-blocked-in-denmark-150327/

Cloudflare ermöglicht Umgehung britischer Sperren

Mehrere in Großbritannien per Gerichtsbeschluss gesperrte Seiten sind wohl wieder erreichbar. Der Betreiber eines Pirate Bay Proxys erklärt dies auf Torrentfreak folgendermaßen:
“I believe it’s because of how CloudFlare works, Simply put when you enable HTTPS Strict on CloudFlare they remove the HTTP Header from the request during HTTPS Connections, thus when they try to inspect the header to a list of ‘banned’ websites it won’t register,”

Eco-Mitglied Cloudflare ist für seinen lockeren Umgang mit Sicherheitszertifikaten bekannt, so schreibt PSW
„CloudFlare ist nicht der einzige Service, der Cyberkriminellen geradezu einlädt – wenngleich es bei anderen Anbietern ein wenig komplizierter wird, da die Registrierung umfangreicher ausfällt.“

http://torrentfreak.com/secure-pirate-bay-unblocked-by-most-uk-isps-150316/

www.psw-group.de/blog/cloudflare-ssl-zertifikate-fuer-phishing-missbraucht/1810

www.eco.de/2014/mitglieder/cloudflare-inc.html

Vgl. auch: www.crimeflare.com/cfssl.html

Frankreich: Gesetz ermöglicht weitere Internetsperren

Ab sofort können französischen Behörden Internetseiten mit terroristischen oder kinderpornografischen Inhalte sperren lassen. Die Provider müssen die Sperre 24 Stunden nach der Aufforderung durch die Bundespolizei umsetzen. Die gesperrten Seiten sollen quartalsweise kontrolliert werden, um festzustellen, ob die Sperre weiterhin nötig ist.

www.legifrance.gouv.fr/eli/decret/2015/2/5/INTX1502813D/jo/texte

www.golem.de/news/frankreich-internetsperren-auch-fuer-terroristische-inhalte-1502-112235.html

Youtube löscht Gewaltvideos – gerne auch mehrfach

IS-Anhänger laden anscheinend regelmäßig Hinrichtungsvideos auf die Videoplattform Youtube hoch. Auf Hinweis der Nutzer löscht Youtube solche Videos.

Die TAZ weist aber daraufhin, dass diese Videos völlig unproblematisch wieder hochgeladen werden können. Grund dafür ist, dass – anders als bei Urheberrechtsverletzungen – keine Vorsorge gegen einen neuen Upload getroffen wird.

Wieso Youtube das hochentwickelte Content-ID-Verfahren nicht nutzt, bleibt offen. Die angebliche Begründung, dass je nach Kontext bewertet wird und ein Gewaltvideo welches aus zeitgeschichtlichem Kontext bedeutsam ist, nícht gelöscht wird, erklärt nur die unterschiedliche Behandlung von unterschiedlichen Videos. Wieso man es zulässt, dass ein einmal gelöschtes Video wieder hochgeladen werden kann, ist dadurch nicht erklärt.

http://taz.de/Sperren-von-Gewalt-Videos-auf-Youtube/!154159/

 

KJM fordert bessere Filter

Stagnation lautet das Fazit des aktuellen Filtertests, den jugendschutz.net zum neunten Mal im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) durchführte.

Die Programme von JusProg und Telekom zeigten zwar niedrigere Fehlerquoten als die meisten anderen Filter, die zur Ermittlung des Stands der Technik überprüft wurden, erfüllten aber noch nicht die Erwartungen der KJM. Nur bei pornografischen Websites waren die Filterquoten befriedigend, bei Gewaltdarstellungen oder Rassismus wurde jedes zweite Angebot falsch behandelt.

Davon unabhängig muss die Entwicklung von Lösungen für Social-Media-Plattformen wie YouTube oder Facebook vorangetrieben werden. Bislang können diese nur komplett blockiert oder frei geschaltet werden.

„Wir müssen die Anstrengungen verstärken, den technischen Jugendschutz zu verbessern“, fordert der KJM-Vorsitzende Schneider. „Ein Hochtechnologieland, das Milliarden für bessere Internetanbindung investiert, muss auch in der Lage sein, bestmögliche und einfach zu bedienende Schutzmechanismen zu entwickeln.“

www.kjm-online.de/service/pressemitteilungen/detailansicht/article/kjm-pressemitteilung-012015-jugendschutzfilter-halten-nicht-schritt-mit-der-internetentwicklung.html

 

 

Italien: Sperranordnung für 124 Streamingseiten

Nach einer Beschwerde von Sky und danach durchgeführten Untersuchungen der Staatsanwaltschaft haben italienische Behörden gestern 124 illegale Streamingseiten von den lokalen ISPs sperren lassen. Die illegale Seiten bieten ein breites Medienspektrum, von Film, Musik und Sport an; alles aber ohne jeweils über die notwendigen Rechte zu verfügen

www.ansa.it/sito/notizie/cultura/2015/01/25/pirateria-blitz-gdf-oscurati-124-siti-illegali_3c29e4fe-9926-46d4-ab13-2c955b657f51.html

http://torrentfreak.com/italy-launches-largest-ever-pirate-site-blockade-150126/

Eco-Propaganda: Meldestelle statt Filter

Das eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft, gegen Filter wettert, obwohl man Filter über den europäischen Dachverband als mögliche Option akzeptiert hat, ist bekannt.

Neuer Höhepunkt dieses Feldzuges gegen Filter ist es nun das eigene Modell der Meldestelle als erfolgreiches Konzept auch für Verstöße gegen den Jugendschutz darzustellen: Eco-Propaganda: Meldestelle statt Filter weiterlesen

GB: Jugendschutz im Internet

Der aktuelle JMS-Report beschäftigt sich mit der Einführung der Netzanschlussfilter in Großbritannien und stellt sowohl die unterschiedlichen System dar als auch die ersten Erfolge bei der Einführung.

Jörg Weinrich, Jugendschutz in Großbritannien: Erfolgreiche Einführung von Netzanschlussfiltern, JMS-Report, 5/2014, S. 2f.

www.jms-report.nomos.de/fileadmin/jms/doc/Aufsatz_JMS-Report_14_05.pdf

GB: Terror-Propaganda wird gefiltert

Die vier großen Internet Service Provider in Großbritannien – BT, Virgin, Sky und Talk Talk – haben sich verpflichtet, terroristische und extremistische Inhalte in die von den Unternehmen bereitgestellten Jugendschutzfiltern aufzunehmen.

Zudem soll ein Button den Kunden die einfache Meldung extremistischer Inhalte ermöglichen. Dies wohl in Ergänzung der Arbeit der britischen Counter Terrorism Internet Referral Unit (CITRU), die seit Dezember 2013 in 34.000 Fällen die Entfernung von extremistischen Inhalten eingeleitet hat.

www.theguardian.com/technology/2014/nov/14/uk-isps-to-introduce-jihadi-and-terror-content-reporting-button