Archiv der Kategorie: Filter / Sperrungen

NetzDG: Erste Berichte zu Beschwerden

Facebook, Twitter und YouTube haben erste Zahlen zu Nutzerbeschwerden vorgelegt. Leider sind die Zahlen nur bedingt aussagekräftig, aber zumindest die Angst vor einem Overblocking war unbegründet. Der Großteil der Beschwerden wird abgelehnt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzdg-so-oft-sperren-facebook-youtube-und-twitter-a-1220371.html

Russland: Sperrungen für 3.400 Piraterieseiten

Nach Angaben der russischen Telekommunikationsbehörde Roscomnadzor wurden inzwischen mehr als 3.400 Internetseiten wegen wiederholten Verstößen gegen das Urheberrecht auf die nationale Internet-Blacklist gesetzt.
Das Moskauer Stadtgericht hat 302 Sperrverfügungen erlassen und ein Ministerium weitere 2.286 ergänzende Verfügungen zu Proxies oder abgewandelten Seiten.
Die gesperrten Seiten werden von den ISPs blockiert und von den Suchmaschinen nicht aufgelistet.
https://torrentfreak.com/russia-has-permanently-blocked-3400-pirate-resources-180722/

Großbritannien: Weitere Sperren für illegale Premiere League-Streams

Der britische High Court hat entschieden, dass weiterhin Piraterie-Live-Streams von Fußballspielen der Premiere League in Großbritannien zu blockieren sind. Eine einstweilige Verfügung, die vorsieht nicht autorisierte Streams in Echtzeit zu blockieren, wurde für die Saison 2018 bis 2019 erneuert.
https://torrentfreak.com/premier-league-obtains-piracy-blocking-order-for-2018-19-season-180719/

Nachtrag 25.7.2018:
Pressemeldung der Premiere League:
https://www.premierleague.com/news/442401

Facebook: Bloß nicht zu viel löschen

Eine bei Channel 4 ausgestrahlte Sendung zeigt, dass bei Facebook Irland viel zu wenig gelöscht wird. Ein Investigativ-Journalist musste feststellen, dass Gewalt, Rechtsextremismus und Inhalte von Kinder unter 13 nicht selten auf Facebook online bleiben. Manchmal, weil sie die „Gemeinschaftsstandards“ nicht verletzen, manchmal weil es Seiten betrifft, die „besonders viele Follower“ haben.
Facebook gibt die Verstöße zu. Die „Löschungen“ sollten durch CPL Resources erfolgen, dort wollte man nicht zu viel zensieren, da sonst die Menschen das Interesse an der Plattform verlieren würden.

https://www.channel4.com/programmes/inside-facebook-secrets-of-a-social-network

https://futurezone.at/digital-life/doku-enthuellt-wie-gewalt-und-rechtsextremismus-auf-facebook-online-bleibt/400067930

YouTube: Neuer Uploadfilter

YouTube bietet den großen Kanalbetreibern nun eine neue Möglichkeit, mit der ihre eigenen Inhalte vor unberechtigten erneuten Uploads geschützt werden können. Das neue Copyright Match Tool erkennt doppelte Uploads automatisch und lässt dem Ersteller die Wahl, was mit den Kopien passiert.

Alle YouTuber mit mehr als 100.000 Abonnenten können sich in den kommenden Wochen mit dem neuen Copyright Match Tool darüber informieren lassen, wenn ihre eigenen Videos auf anderen Kanälen erneut auftauchen. Die Erkennung verläuft vollautomatisch und benötigt keinen direkten Eingriff des Uploaders.

Wird eine Kopie entdeckt, hat der Original-Uploader eine Reihe von Möglichkeiten: YouTube: Neuer Uploadfilter weiterlesen

Dänemark: Gericht ordnet Sperre eines Stream-Rippers an

Nach einer Klage der Rights Alliance im Namen der IFPI hat ein dänisches Gericht Convert2MP3für rechtswidrig erklärt. Der Stream-Ripper ermöglicht es, Audiofiles von Plattformen wie YouTube herunterzuladen.
Mit der Feststellung der Illegalität wurde auch die Sperrung durch ISPs angeordnet.

https://torrentfreak.com/in-world-first-danish-court-rules-stream-ripping-site-illegal-180710/

Niederlande: Der Oberste Gerichtshof hebt Urteil gegen PirateBay-Sperre auf

Das höchste Gericht der Niederlande, der Hoge Raad, hat die bisherige Entscheidung gegen eine Sperre von The Pirate Bay aufgehoben und an das Berufungsgericht in Amsterdam zurückverwiesen.
Zuvor hatte der EuGH auf Fragen des Gerichts entschieden, dass auch The Pirate Bay selbst als Plattform als auch die Up- und Downloader das Urheberrecht verletzen.
Die Provider müssen BREIN die Kosten des Verfahrens und der Ermittlungen ersetzen.

https://stichtingbrein.nl/nieuws.php?id=496

OLG Karlsruhe: Facebook darf Hetzer zeitweise aussperren

Das OLG Karlsruhe hat eine Beschwerde gegen ein Urteil des LG Karlsruhe abgewiesen, nach dem Facebook berechtigt war, eine Person, die regelmäßige eine Internierung von Flüchtlingen verlangte, zeitweise zu sperren.

Aus der Pressemitteilung des OLG:
„Der Antragsteller ist Nutzer der Interplattform facebook. Er kommentierte in den vergangenen zwei bis drei Jahren in mindestens hundert Fällen unter anderem Postings von Politikern und Medien mit dem Satz: „Flüchtlinge: So lange internieren, bis sie freiwillig das Land verlassen!“. OLG Karlsruhe: Facebook darf Hetzer zeitweise aussperren weiterlesen

Irland: Sperrliste umfasst über 250 Domains

Inzwischen müssen die großen Internet-Provider Irlands mehr als 250 Piraterieseiten blockieren. Viele von ihnen wurden auf Basis gerichtlicher Entscheidungen auf die Sperrliste gesetzt. Zudem gibt es regelmäßige Aktualisierungen, die es den Inhabern von Urheberrechten erlauben, neue Proxies und Mirror-Sites hinzuzufügen.
https://torrentfreak.com/irish-pirate-site-blocklist-expands-to-over-250-domains-180629/

EU informiert zur Terrorbekämpfung im Netz

Die EU-Kommission informiert in ihrem fünfzehnten Fortschrittsbericht zur Sicherheitsunion auch über die Bekämpfung terroristischer Inhalte im Internet.
Danach bleibt die Bekämpfung terroristischer Inhalte im Internet eine zentrale Herausforderung bei der Verhinderung von Radikalisierung.

Es gibt eine Hashdatenbank mit 88.000 Einträgen an der 13 Unternehmen, 20 Mitgliedstaaten und Europol beteiligt sind.

Die Löschquoten aufgrund von Meldungen der EU-Meldestelle liegen bei großen Unternehmen bei 90 bis 100%, bei kleineren in einem Test bei 61 %.

Das Ziel, der Löschung binnen einer Stunde wird noch nicht erreicht. Die gemeldete Reaktionsgeschwindigkeit von Unternehmen auf Meldungen variiert je nach Plattform und reicht von unter einer Stunde bis zu Tagen.

http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-10206-2018-INIT/de/pdf

OLG München bestätigt Sperre von kinox.to

Im Einstweiligen Verfügungsverfahren um die Sperre von kinox.to hat Vodafone erneut verloren. Das OLG München hat entschieden, dass Vodafone weiterhin das Streamen des Films „Fack Ju Göhte 3“ über kinox.to verhindern muss.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/oberlandesgericht-vodafone-muss-kinox-to-weiter-sperren-a-1213252.html

https://twitter.com/mmoszkowicz/status/1007175904840290304?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Enews%7Ctwgr%5Etweet

Nachtrag 12.7.2018:
Das Urteil ist zu finden unter:
https://www.online-und-recht.de/urteile/Vodafone-muss-Kinox-to-sperren-Oberlandesgericht-M%C3%BCnchen-20180614/

Schweiz: Bürger wollen Verbot und Sperren für ausländische Online-Casinos

Die Schweizer Bürger haben am Sonntag das neue Geldspielgesetz mit 72,9 Prozent überaus deutlich angenommen.
Die Gegner hatte insbesondere gegen die geplanten Netzsperren argumentiert. Ihnen ist dabei auch zum Verhängnis geworden, dass sie sich teilweise von ausländischen Glücksspielangeboten haben finanzieren lassen.

Mit dem neuen Gesetz sind Online-Geldspiele künftig erlaubt. Für die Konzession dürfen sich allerdings nur Anbieter mit Sitz in der Schweiz bewerben. Diese können Spiele auch in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern anbieten. Angebote von ausländischen Anbietern sind dagegen verboten und werden für Spielerinnen und Spieler in der Schweiz im Internet gesperrt.
Wer auf einer illegalen Seite landet, wird künftig auf eine staatliche Informationsseite weitergeleitet mit dem Hinweis, dass das Spiel in der Schweiz nicht bewilligt ist.

Das neue Gesetz soll gewährleisten, dass Sport- oder Kulturvereine weiterhin von den Geldspielen profitieren.

https://www.swissinfo.ch/ger/direktedemokratie/abstimmung-10–juni-2018_geldspielgesetz-sollte-angenommen-werden/44180660