Archiv der Kategorie: Alle (Deutsch)

Brexit – Weiterer Verdacht auf Twitter-Manipulationen

Nach einer Analyse des IT-Sicherheitsunternehmens F-Secure zeigt die Brexit-Debatte auf Twitter immer noch Auffälligkeiten, die Manipulationen nahelegen.
Ausgewertet wurden 24 Millionen Tweets aus 1,65 Millionen Twitter-Konten, die zwischen dem 4. Dezember 2018 und dem 13. Februar 2019 gesammelt wurden und das Wort «brexit» enthielten.
Die Untersuchung fand «anorganische Aktivitäten» sowohl auf der Seite der Brexit-Gegner als auch auf Seiten der Brexit-Befürwortern, dort allerdings viel stärker ausgeprägt.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/hintergruende/article190168353/Brexit-Streit-auf-Twitter-weiter-unter-Manipulationsverdacht.html

BGH beendet McFadden-Fall

Der Bundesgerichtshof hat die Revision des Musikkonzerns Sony in der Sache McFadden (freies WLAN) abgewiesen. Damit ist das Urteil des OLG München aus März 2018 rechtskräftig (Az. I ZR 53/18).
Die Karlsruher Richter gehen davon aus, dass kommerzielle Anbieter schon nach alter Rechtslage erst dann ihr Netzwerk zum Beispiel mit einem Passwort sichern mussten, wenn sie jemand auf einen Rechtsverstoß hingewiesen habe.
Eine Urteilsbegründung liegt noch nicht vor.

Steam bietet Rape-Game an

Der Kommentar auf Heise.de ist eindeutig: Ein Rape-Game auf Steam sollte niemanden mehr überraschen, denn Steam fordert das geradezu heraus.
Zugelassen wird alles, solange man 86 Euro bezahlt. Deshalb gibt es auf Steam seit Jahren reihenweise Nazi-Spiele, dreiste Plagiate, pornografische Inhalte und Fake Games.
Erst wenn sich jemand laut genug über einen besonders eklatanten Ausreißer aufregt, wird ein Spiel entfernt.
Die Konkurrenz (Sony, EA, Microsoft, Epic und andere) machen sich hingegen die Mühe die Spiele zu prüfen, bevor man sie im Store verkauft.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Ein-Rape-Game-auf-Steam-sollte-niemanden-mehr-ueberraschen-4327907.html

Schweiz wehrt sich

Die Schweizerische Eidgenossenschaft wehrt sich gegen die ständigen Vorwürfe, dass die Schweiz ein wichtiger Hafen für Urheberrechtsverletzungen sei und nimmt damit Stellung für den nächsten US Special 301 Report.
Neben geplanten rechtlichen Änderungen betont man insbesondere den fehlenden Bezug zur Schweiz bei einigen Vorwürfen:

  • Ein Strafverfahren gegen die Cyando AG/Uploaded.net hat ergeben, dass es keine wirklichen Verbindungen zur Schweiz gibt und dass die Operation sehr wahrscheinlich von einem benachbarten EU-Mitgliedstaat aus durchgeführt wird.
  • Bei Oboom zeigt die Einsichtnahme in das Handelsregister, dass sich die Gesellschaft in Liquidation befindet und somit keine Bedrohung für Urheberrechtsinhaber mehr darstellt.

https://torrentfreak.com/images/301-2019_Public-Comment-Switzerland_20190220.pdf

Imageproblem für die IT-Branche

Das Schweizer Forschungsinstitut Media Tenor hat Hunderttausende Beiträge im Fernsehen und in der Wirtschaftspresse aus den Jahren 2001 bis 2018 untersucht  und dabei festgestellt, dass die IT-Branche momentan ihr früher gutes Image verspielt.

Die aktuellen Nachrichten allein zu Facebook dürften da kaum helfen:

Guess what? Facebook still tracks you on Android apps (even if you don’t have a Facebook account)

Deutsche Datenschützer alarmiert über Facebooks interne Spitzelabteilung

„EU-Kommission: Facebook und Google müssen mehr gegen „Fake News“ tun“

USA-Stellungnahme mit mehr als 100.000 Unterschriften: Copyright Drives Creativity and Innovation

Die Copyright Alliance hat einen offenen Brief an gewählte Kongressabgeordnete, Senatoren und Gouverneure gesendet, in dem sie die Bedeutung des Urheberrechtsschutzes betont und die Angeschriebenen auffordert, die kreative Gemeinschaft zu unterstützen.
Der Brief, der von mehr als 100.000 Kreativen, Zuschauern, Fans und Verbrauchern unterzeichnet wurde, besagt, dass es kein „links“ oder „rechts“ gibt, wenn es um die Einhaltung des Urheberrechts geht. Stattdessen steht die kreative Gemeinschaft vereint für ein Urheberrechtssystem, das die Vereinigten Staaten weiterhin zum weltweit führenden Anbieter in der bildenden Kunst und zum globalen Paradigma für freie Meinungsäußerung machen wird.

https://copyrightalliance.org/news-events/press-releases/elected-officials-open-letter-copyright-drives-creativity/

Kryptomining: Coinhive gibt auf

Der oft als Kryptojacker genutzte Dienst Coinhive gibt auf. Es lohnt sich angeblich nicht mehr.
Etwa zeitgleich hat der Verband Eco Regeln für solche Geschäftsmodelle veröffentlicht: Transparenz, Opt-In und Abbruchsmöglichkeit.
Die Coinhive-Betreiber waren mit einem solchen legal genutzten Geschäftsmodel aber nicht erfolgreich.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Schluss-mit-Krypto-Mining-im-Browser-Coinhive-stellt-Betrieb-ein-4322936.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/eco-Verband-stellt-Regeln-fuer-akzeptables-Krypto-Mining-im-Browser-auf-4323230.html

Stellungnahme zur Veröffentlichung vom 28.02.2019

Am 28.02.2019 wurde auf diesem Blog ein Artikel mit der Überschrift „Wer twittert zur EU Urheberrechtlinie“ (englisch „Who tweets on the EU Copyright Directive“) veröffentlicht.

Der Artikel betrachtete die regionale Herkunft, sogenannte Geoloca, von Tweets mit Erwähnungen bestimmter Hashtags.
Als Datenbasis dienten dabei Zahlen des professionellen Dienstes Talkwalker. Der Extrakt der Zahlen aus Talkwalker geschah nach bestem Wissen und Gewissen. Es wurden ausführliche Tests mit sehr unterschiedlichen Hashtags durchgeführt (auch von solchen, die nicht in dem Artikel besprochen wurden) und die Zahlen aus Talkwalker erschienen durchaus plausibel. Stellungnahme zur Veröffentlichung vom 28.02.2019 weiterlesen

Frankreich will stärker gegen Hass im Netz vorgehen

Der französische Präsident Emmanuel Macron will stärker gegen Hass im Netz vorgehen. Zu den geplanten Maßnahmen gehören:

  • Druck auf die Betreiber von Onlineplattformen, damit sie entsprechende Inhalte löschen.
  • Eine Art Klarnamenpflicht soll dafür sorgen, dass Menschen, die sich rassistisch oder antisemitisch äußern, schnell und eindeutig identifizierbar sind.
  • Verurteilten Antisemiten soll der Zugang zu Facebook und Co verwehrt werden – „so wie wir Hooligans aus Stadien ausschließen“.

https://www.sueddeutsche.de/politik/frankreich-antisemitismus-soziale-netzwerke-sperre-1.4339704