Archiv der Kategorie: Alle (Deutsch)

Weltweiter Start verhindert keine Piraterie(rekorde)

Trotz weltweitem Starts wurde auch der zweite Teil der fünften Staffel von „The Walking Deads“ in hohem Maße illegal heruntergeladen. Nach Erhebungen der Piraterie-Trackingfirma Excipio landete die erste Kopie am Sonntag bereits 20 Minuten nach US-Ausstrahlung in Torrent-Netzwerken und wurde dort binnen 24 Stunden 1,29 Mio. Mal heruntergeladen. Damit erreicht diese Serie aber nicht den Rekord der viertel Staffel von „Game of Thrones“, die in den ersten 24 Stunden auf über 1,86 Mio. illegale Downloads kam; auch diese Staffel wurde zeitgleich in vielen Ländern legal angeboten.

www.mediabiz.de/video/news/the-walking-dead-auch-bei-onlinepiraten-begehrt-wie-nie/390877

www.webschauder.de/neuer-piraterierekord-bei-game-of-thrones-trotz-legalem-angebot/

Rapidshare schließt

Der Filehoster Rapidshare hat angekündigt, seinen Dienst zum 31. März 2015 zu schließen. Rapidshare, einstiger der Star der Piraterieszene, wurde nach einer Studie von GfK und OpSec vom Endverbrauchern überwiegend dazu genutzt, illegale Inhalte zu beziehen.
Nach mehreren Verfahren verordnete der BGH dem Sharehoster weitgehende Prüfpflichten, die er nach einer Überprüfung im Rahmen der Zahlungsstudie auch einhielt. Im Ergebnis wurde er für die Verbreitung von illegalen Inhalten unbrauchbar und für die Kunden uninteressant.

Hosterstudie:
www.webschauder.de/erste-studie-zur-nutzung-von-sharehostern/

Zahlungsstudie:
www.webschauder.de/studie-zeigt-bezahlsysteme-sind-lebensadern-der-share-und-videohoster/

BGH-Urteil:
www.internet-law.de/2013/09/bgh-erweitert-pruefpflichten-von-filehostern-wie-rapidshare.html

Hoster und Registrare in Industrieländern uneinsichtiger?

In Somalia wurde heute die Torrentseite KickassTorrents insoweit abgeschaltet, als das die Verbindung der Domain mit dem Namen “Kickass.so” nicht mehr auf das illegale Angebot verlinkt.

Die Piratebay-Domain „thepiratbay.se“ hingegen wird trotz massiver polizeilicher Maßnahmen weiterhin von der schwedischen Registrierungsstelle (iis.se) aufrecht erhalten.

Die Seite selber liegt auf einem Rechner von Cloudflare, einem amerikanischen Unternehmen. Der frühere moldawische Hoster der Seite, hatte seinen Dienst wegen der Urheberrechtsverletzungen aufgekündigt. Cloudflare hat anscheinend keine Probleme mit den Urheberrechtsverletzungen seines Kunden. Auch die Maßnahmen der schwedischen Polizei gegen den früheren schwedischen Hoster scheinen Cloudflare nicht zu beeindrucken.

http://torrentfreak.com/kickasstorrents-taken-domain-name-seizure-150209/

www.golem.de/news/torrent-the-pirate-bay-offiziell-in-den-usa-gehostet-1502-112206.html

Nachtrag: Inzwischen wurde bekannt, dass die schwedische Staatsanwaltschaft, die Domain „thepiratebay.se“ beschlagnahmen will, der Registrar sich aber weigert diese abzuschalten. Der Fall wird nun vor Gericht verhandelt.

 

www.golem.de/news/stastsanwalt-the-pirate-bay-soll-seine-webadresse-verlieren-1502-112324.html

Frankreich: Gesetz ermöglicht weitere Internetsperren

Ab sofort können französischen Behörden Internetseiten mit terroristischen oder kinderpornografischen Inhalte sperren lassen. Die Provider müssen die Sperre 24 Stunden nach der Aufforderung durch die Bundespolizei umsetzen. Die gesperrten Seiten sollen quartalsweise kontrolliert werden, um festzustellen, ob die Sperre weiterhin nötig ist.

www.legifrance.gouv.fr/eli/decret/2015/2/5/INTX1502813D/jo/texte

www.golem.de/news/frankreich-internetsperren-auch-fuer-terroristische-inhalte-1502-112235.html

Youtube löscht Gewaltvideos – gerne auch mehrfach

IS-Anhänger laden anscheinend regelmäßig Hinrichtungsvideos auf die Videoplattform Youtube hoch. Auf Hinweis der Nutzer löscht Youtube solche Videos.

Die TAZ weist aber daraufhin, dass diese Videos völlig unproblematisch wieder hochgeladen werden können. Grund dafür ist, dass – anders als bei Urheberrechtsverletzungen – keine Vorsorge gegen einen neuen Upload getroffen wird.

Wieso Youtube das hochentwickelte Content-ID-Verfahren nicht nutzt, bleibt offen. Die angebliche Begründung, dass je nach Kontext bewertet wird und ein Gewaltvideo welches aus zeitgeschichtlichem Kontext bedeutsam ist, nícht gelöscht wird, erklärt nur die unterschiedliche Behandlung von unterschiedlichen Videos. Wieso man es zulässt, dass ein einmal gelöschtes Video wieder hochgeladen werden kann, ist dadurch nicht erklärt.

http://taz.de/Sperren-von-Gewalt-Videos-auf-Youtube/!154159/

 

Silk Road: Darknet schützt nicht vor Haftstrafe

Der mutmaßlicher Silk-Road-Gründer, Ross Ulbricht, wurde von den Geschworenen in allen Anklagepunkten für schuldig gesprochen. Damit folgten die Geschworenen dem Staatsanwalt. Das Verfahren gegen Ulbricht wegen Drogenhandels, Geldwäsche und Verschwörung zum Computer-Hacling läuft vor einem Bundesgericht in New York, welches am 15. Mai das Urteil verkünden will

Hintergrundartikel in Wired:
www.wired.de/collection/latest/silk_road_ross_ulbricht_prozess_trial_drogen_drugs_darknet_fbi_urteil_strafe_haft

Piraten im Streit

Piratebay ist nun wieder unter der ursprünglichen schwedischen Domain im Netz. Allerdings scheint das Comeback nach den Beschlagnahmen der Hoster von internen Streitereien (ehemalige Admins und Pirate-Bay-Mitstreiter sollen ausgesperrt worden sein) und Ausfällen überschattet zu sein. Zudem sollen die aktuellsten Inhalte vom 9.12.2014 stammen, dem Zeitpunkt des Behördenzugriffs.

Zum Systemstreit kommt es hingegen zwischen einzelnen Sharehostern wie Uploaded und sogenannten Multihostern. Piraten im Streit weiterlesen

KJM fordert bessere Filter

Stagnation lautet das Fazit des aktuellen Filtertests, den jugendschutz.net zum neunten Mal im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) durchführte.

Die Programme von JusProg und Telekom zeigten zwar niedrigere Fehlerquoten als die meisten anderen Filter, die zur Ermittlung des Stands der Technik überprüft wurden, erfüllten aber noch nicht die Erwartungen der KJM. Nur bei pornografischen Websites waren die Filterquoten befriedigend, bei Gewaltdarstellungen oder Rassismus wurde jedes zweite Angebot falsch behandelt.

Davon unabhängig muss die Entwicklung von Lösungen für Social-Media-Plattformen wie YouTube oder Facebook vorangetrieben werden. Bislang können diese nur komplett blockiert oder frei geschaltet werden.

„Wir müssen die Anstrengungen verstärken, den technischen Jugendschutz zu verbessern“, fordert der KJM-Vorsitzende Schneider. „Ein Hochtechnologieland, das Milliarden für bessere Internetanbindung investiert, muss auch in der Lage sein, bestmögliche und einfach zu bedienende Schutzmechanismen zu entwickeln.“

www.kjm-online.de/service/pressemitteilungen/detailansicht/article/kjm-pressemitteilung-012015-jugendschutzfilter-halten-nicht-schritt-mit-der-internetentwicklung.html

 

 

LG München I: Schadensersatz vom Hostprovider

Nach entsprechenden Urteilen in Hamburg und Frankfurt, hat nun auch das Landgericht München 1 entschieden, dass ein Sharehoster als Gehilfe auf Schadensersatz haften kann.

Die Münchener Richter bejahen zudem die Gehilfenhaftung und damit den Schadensersatzanspruch auch für solche Dateien, für die der Sharehoster keine Hinweise von Rechteinhabern erhalten hat. Es kann vielmehr genügen, dass die Links zu den neuen Dateien auf Linksammlungen veröffentlicht wurden, die bereits Gegenstand einer früheren Meldung des Rechteinhabers waren.

Damit stellt das LG München klar, dass Schadensersatzansprüche auch dann in Betracht kommen, wenn Sharehoster die benannten Linksammlungen nicht umfassend und regelmäßig kontrollieren.

[Landgericht München 1, vom 11.07.2014, Az. 21 O 854/13]

www.raschlegal.de/news/lg-muenchen-i-praezisiert-voraussetzungen-einer-schadensersatzhaftung-des-hostproviders/

www.webschauder.de/lg-frankfurt-urteil-zu-schadensersatz-eines-sharehosters-veroeffentrlicht/