Archiv der Kategorie: Alle (Deutsch)

VG Köln: Bundesprüfstelle muss indizierte Medien herausgeben

Ein Privatsammler hat über ein Urteil des Verwaltungsgerichts Köln erreicht, dass die Bundesprüfstelle ihm eine Kopie eines indizierten Sexfilms herausgeben muss. Basis der Entscheidung ist die richterliche Interpretation des Informationsfreiheitsgesetzes, nach der eine „amtliche Information“ herausgegeben werden müsse.

„Bei Zugrundelegung der Auffassung des Gerichts sind diese Medien nun sämtlichst von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf Antrag rechtsextremistisch orientierter oder pädophil geneigter Antragsteller zu kopieren und auszuhändigen. Sollten indizierte Pornos, pädophil-orientierte Posendarstellungen Minderjähriger, antisemitische und NS-glorifizierende Medien vergriffen sein, böte sich für Interessierte nach dem Urteil also stets der Rückgriff auf die „Kopieranstalt“ der Bundesprüfstelle an – und dies selbstverständlich kostengünstiger als im vormaligen Handel“, so Prof. Dr. Marc Liesching, der die Bundesprüfstelle in dem Verfahren vertritt.

Verwaltungsgericht Köln: Urteil vom 22.9.2014, Az. 13 K 4674/13 – nicht rechtskräftig

http://blog.beck.de/2014/09/26/vg-k-ln-pornosammler-haben-anspruch-auf-kopien-vergriffener-sexfilme-gegen-die-bundespr-fstelle

www.tagesspiegel.de/politik/informationsfreiheit-urteil-macht-jugendschutzbehoerde-zum-porno-versand/10771480.html

 

Wer gesetzliche Leistungsschutzrechte nutzen will fliegt (teilweise) raus

Nachdem 1&1 und die Telekom gar nicht mehr auf Internetangebote verweisen, die von Mitgliedern der VG Media ins Netz gestellt werden, hat nun auch Google den Teilboykott per Blog angedroht: „Vor dem Hintergrund dieser Klage werden wir Snippets und Thumbnails einiger bekannter Webseiten wie bild.de, bunte.de oder hoerzu.de nicht mehr anzeigen, also jener Verlage, die in der VG Media organisiert sind. Für diese Seiten werden wir nur noch den Link zum Artikel sowie dessen Überschrift anzeigen“, so im Post von Philipp Justus, Managing Director von Google Germany.

www.stefan-niggemeier.de/blog/19058/leistungsschutzrecht-wirkt-mehrere-suchmaschinen-zeigen-verlagsseiten-nicht-mehr-an/

http://google-produkte.blogspot.de/2014/10/news-zu-news-bei-google.html

Hamburger Datenschützer erlassen Anordnung gegenüber Google

Da Google nach Auffassung der Hamburger Datenschutzbehörde weit über das zulässige Maß hinaus Nutzerprofile erstellt und in die Privatsphäre der Google-Nutzer eingreift, hat der Hamburgische Beauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit in der vergangenen Woche gegenüber der Google Inc. zur Beseitigung von Verstößen gegen das Telemediengesetz und das Bundesdatenschutzgesetz eine Verwaltungsanordnung erlassen. Hamburger Datenschützer erlassen Anordnung gegenüber Google weiterlesen

Presseschauder berichtet über neuste Google-Methoden

„Google ist dafür bekannt, die Wissenschaft durch Spenden, Finanzierung ganzer Lehrstühle und Auftragsarbeiten gefügig zu machen. Noch nie aber hat Google versucht, den Deutschen Juristentag gezielt für sich zu instrumentalisieren. Die Premiere für dieses Unterfangen lieferte der Konzern vergangene Woche ab. „

Weiterlesen auf:

www.presseschauder.de/wie-google-versuchte-den-deutschen-juristentag-zu-instrumentalisieren/

 

Löschung von Kinderpornographie erlaubt keine Bewertung

In der aktuellen Unterrichtung durch die Bundesregierung über die im Jahr 2013 ergriffenen Maßnahmen zur Löschung von Telemedienangeboten mit kinderpornografischem Inhalt wird deutlich, dass gemeldete Inhalte im Inland zu 100% binnen 2 Wochen und im Ausland (bereinigt) zu 94 % binnen 4 Wochen gelöscht werden.

Zudem ist erstmals ein Rückgang der bearbeiteten Fälle zu verzeichnen (3.504 URL in 2013 zu 4.127 URL im Vorjahr). Ob man daraus wie von Netzpolitik.org propagiert „Löschen statt Sperren funktioniert!“ machen darf, bleibt aber ungeklärt. Löschung von Kinderpornographie erlaubt keine Bewertung weiterlesen

Gutenberg 3.6: Der neue Ebook-Piracy Report

Manuel Boni und Dr. Andreas Schaale haben einen neuen Pirateriereport vorgelegt, der aktuelle Aspekte und Trends illegaler Ebook-Verbreitung dokumentiert. Nachfolgend auszugsweise einige der Ergebnisse:

  • „Nur noch ein Bruchteil der Nutzer (<10%) findet diese Seite über Suchmaschinen. Das Gros geht direkt dorthin (>60%). Diese Seite ist etabliert und als Quelle „sozialisiert“.“
  • „Die Bücher werden „ zu einem geringen Betrag verramscht (im Durchschnitt ein paar Cent pro Buch). Es ist jedoch so, dass – u.a. durch Piraterie – im hiesigen Internet eine sehr starke Umsonst-Mentalität herrscht. Offensichtlich fehlt den Leechern der Zahlungswille selbst bei geringsten Beträgen …“

Aus den Fallbeispielen: Gutenberg 3.6: Der neue Ebook-Piracy Report weiterlesen

EU: Italienische Präsidentschaft kümmert sich um Durchsetzung der Urheberrechte im digitalen Bereich

Im Rahmen eines Papiers an die Delegationen der Mitgliedsstaaten erklärt die italienische Ratspräsidentschaft, dass es für notwendig erachtet wird, auch den legislativen Maßnahmenkatalog zur Durchsetzung von Urheberrechten weiter zu entwickeln, da die bisherigen Maßnahmen (überwiegend in der Enforcement-Richtline 2004/28 enthalten) als nicht passend für die Probleme im digitalen Bereich erachtet werden.

Wichtig seien dabei insbesondere folgende 4 Bereiche:

  1. Klärung, welche Werkzeuge zur Identifizierung der Rechtsverletzer zur Verfügung stehen
  2. Verbesserung der Effizienz von Maßnahmen durch eine bessere Beteiligung von Vermittlern
  3. Verbesserung der Zugänglichkeit der Rechtssysteme auch für kleine Forderungen
  4. Bessere Vorhersehbarkeit von Schadensersatz

http://register.consilium.europa.eu/doc/srv?l=EN&f=ST%2013076%202014%20INIT

Juristentag fasst Beschlüsse zum Urheberrecht

Im Rahmen des 70. Deutschen Juristentags in Hannover war das „Urheberrecht in der digitalen Welt“ eines von sechs Schwerpunktthemen. Unter den zur Stärkung des Urheberrechts und dessen Durchsetzung geforderten Maßnahmen:

  • Möglichkeit von Schadensersatzansprüchen gegenüber Intermediäre
  • Löschhinweis auf illegale Inhalte müssen zur Löschung und Vorbeugemaßnahmen gegen gleichartigen Rechtsverletzungen führen
  • Warnhinweise
  • Richterliche Sperrverfügungen an Zugangsprovider
  • Aufnahme der Bankverbindungsdaten in die Auskunftsrechte des § 101 Abs. 2 Nr. 3 UrhG

www.urheber.info/sites/default/files/Juristentag-2014-Urheberrecht-Beschlüsse.pdf

 

 

US-Studie: Umsatz der Share- und Videohoster

In der Studie „Behind the Cyberlocker Door“ hat NetNames im Auftrag der Digital Citizens Alliance jeweils die 15 wichtigsten Share- und Videohoster untersucht.

Danach geht man konservativ geschätzt von einem jährlichen Umsatz in Höhe von 72 Mio. € aus. Basis der Schätzungen sind die aus den Anklageschriften bekannten Umsätze bei Megaupload, also Zahlen aus den Anfangszeiten der Sharehoster.

Nachfolgend die wesentlichen Ergebnisse in der Kurzübersicht: US-Studie: Umsatz der Share- und Videohoster weiterlesen

Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen

Jeder siebte Jugendliche (14 Prozent) im Alter von 10 bis 18 Jahren ist im Internet gemobbt worden. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von BITKOM hervor. In absoluten Zahlen entspricht das rund einer Million Fälle.

In den unterschiedlichen Altersgruppen variieren die Werte für Opfer von Cybermobbing oder Beleidigungen:

  • 10- bis 12-Jährige:      9 Prozent
  • 13- bis 15-Jährige:      16 Prozent
  • 16- bis 18-Jährige:      15 Prozent.

Mädchen sind mit einem Anteil von 15 Prozent etwas häufiger betroffen als Jungen mit 13 Prozent.

Weitere negative Erfahrungen im Zusammenhang mit Mobbing im Internet:

  • 10 Prozent der Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren geben an, dass über sie im Internet Lügen verbreitet worden sind. Bei den 16- bis 18-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 16 Prozent.
  • 4 Prozent der 10- bis 18-Jährigen sagen, dass jemand peinliche Fotos von ihnen im Internet veröffentlicht hat (16 bis 18 Jahre: 9 Prozent).

www.bitkom.org/de/presse/8477_80358.aspx

Apps: Fast alle sammeln Daten – meist ohne Wissen des Nutzers

Bei einer Untersuchung von 1.211 Apps hat das GPEN (Global Privacy Enforcement Network) festgestellt, dass 75 % aller Apps mindestens einmal auf personenbezogenen Daten zugreifen. 32% wollen den Gerätestandort, 16 % die ID des Gerätes und 9 % lesen sogar die Kontakte des Nutzers aus.

Der Nutzer wird nur in 59 % der Fälle aufgeklärt. Eine nachträgliche Einschränkung des Datenzugriffs ist allenfalls bei Apple iOS möglich.

www.priv.gc.ca/media/nr-c/2014/bg_140910_e.asp

http://de.statista.com/infografik/2702/app-zugriff-auf-geraetefunktionen/