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Observatory: Aktuelle Rechtsprechung zur Rechtsdurchsetzung

Zu den wichtigen Tätigkeiten des European Observatory on Infringements of Intellectual Property Rights (the Observatory) gehören die Überwachung, Sammlung und Analyse der europäischen Rechtsprechung zur Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum.
In diesem Zusammenhang hat das Observatory eine Zusammenfassung wichtiger Entscheidungen nationaler Gerichte und des EuGH veröffentlicht. Im Falle neuer Entscheidungen wird das Dokument einmal im Monat aktualisiert.

https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/web/observatory/news?p_p_id=csnews_WAR_csnewsportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_count=2&journalId=4777061&journalRelatedId=manual/

Schweden: Telia muss sperren

Das schwedische Patent- und Marktgericht hat in einem vorläufigen Verfahren einen lokalen ISP angewiesen, den Zugang zu mehreren großen Torrent- und Streaming-Plattformen zu blockieren. Ab Ende Oktober muss der ISP Telia die Angebote von The Pirate Bay, Dreamfilm, FMovies und NyaFilmer sperren.https://torrentfreak.com/court-orders-swedish-isp-telia-to-block-the-pirate-bay-181016/

Schweden: Schadensersatz von Trackerbetreibern

Der ehemals beliebteste private Tracker in Schweden, Rarat, wurde nach einer Strafanzeige 2016 geschlossen. Nun wurden die beiden Betreiber aus Jönköping vom schwedischen Patent- und Marktgericht wegen des Vertriebs von mindestens 113 raubkopierten Filmen über Rarat verurteilt. Sie wurden aufgefordert, den Rechteinhabern insgesamt 386.000 Euro Schadenersatz zu zahlen.
Ein Urteil welches wenig Verständnis gefunden hat: „Die Probleme mit der Filmpiraterie sind in Schweden viel größer als in anderen Ländern. Die niedrige Strafe hat keine Wirkung und es entstehen ständig neue illegale Filmdienste“, sagte Henrik Pontén von der Rights Alliance. „Schwedens sehr hohe Akzeptanz für die Verletzung der Rechte von Filmschaffenden hat zu einem enormen und dauerhaften Schaden für die sensible schwedische Filmindustrie geführt.“
https://torrentfreak.com/private-torrent-site-operators-ordered-to-pay-440k-damages-181012/

Abzocker untereinander

Tarnkappe.info berichtet, dass aktuell Piraterieseiten in anderen Ländern registriert werden und dann die Originale mit DDoS Attacken außer Gefecht gesetzt werden.
Dir „neu“ registrierte Seite präsentiert sich dann als legitimer Nachfolger. Besucher erhalten für die Nutzung Schadsoftware auf ihren Rechner geliefert und werden dann teilweise auch noch an der DDoS-Attacke gegen die ursprüngliche Seite beteiligt. Der Nutzer verstößt somit nicht nur gegen das Urheberrecht, sondern auch noch gegen § 303b des Strafgesetzbuches.
Tarnkappe beschreibt dies am Fall Filmpalast, weist aber auch daraufhin, dass die Täter es auch noch auf StreamCloud und Movie2k abgesehen haben.

https://tarnkappe.info/klon-von-filmpalast-to-mit-ekelhafter-strategie/

Kryptowährungen bei Cyberkriminellen beliebt

Nach einer Studie der Cybersicherheitsfirma CipherTrace haben Kriminelle in den ersten neun Monaten des Jahres Bitcoin und andere Kryptowährungen im Wert von einer knappen Milliarde Dollar erbeutet; 250% mehr als im Vorjahr.
Es gäbe zudem eine hohe Dunkelziffer, da zahlreiche Krytowährungs-Diebstähle gar nicht öffentlich gemacht würden.
Außerdem würden digitale Devisen zunehmend zur Geldwäsche genutzt.

https://futurezone.at/digital-life/cyberkriminelle-nehmen-verstaerkt-kryptowaehrungen-ins-visier/400142105

Musik: 38 % konsumieren illegale Angebote

Die IFPI hat für den „Music Consumer Insight Report 2018“ insgesamt 19.000 Personen aus 18 Länder befragen lassen.
Danach nutzen 38% der Befragten illegale Musikangebote.
32 % aller Konsumenten nutzen Stream-Ripping,
23% Sharehoster und
17% Suchmaschinen um die illegal angebotene Musik zu finden.

http://www.musikindustrie.de/fileadmin/bvmi/upload/05_Presse/01_Pressemitteilungen/2018/IFPI_Consumer_Insight_Report_2018_FINAL.pdf

EUGH erlaubt angepassten Zugang zu elektronischen Kommunikationsdaten

Der EUGH hat entschieden, dass auch bei Straftaten, die nicht von besonderer Schwere sind, Strafbehörden einen Zugang zu von den Betreibern elektronischer Kommunikationsdienste gespeicherten personenbezogenen Daten erhalten können. Allerdings darf dieser Zugang nicht zu einer schweren Beeinträchtigung des Privatlebens führen.
Insoweit passen die Richter den Umfang des Zugriffs auf die Daten an die jeweilige Schwere der Straftat an.
[EUGH, 2.10.2018, C-207/16]
https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2018-10/cp180141de.pdf

Dänischer ISP: Sperren führen zu neuer Landingpage

In Dänemark blockieren führende Internet-Provider den Zugang zu Hunderten von Piratenseiten. Mit einer aktualisierten Landingpage auf welche die Sperren verlinken, hoffen ISPs, Rechteinhaber und Behörden, mehr Piraten zu legalen Verbrauchern zu machen.
Die Kampagne „Share With Care“ bietet nun eine eigene Filmsuchmaschine an, die die Besucher auf legale Quellen hinweist.

https://torrentfreak.com/share-with-care-danish-isp-blocks-point-pirates-to-legal-alternatives-181009/

Irland: Sky führt Warnsystem ein

Sony Music, Warner Music, Universal Music und der ISP Sky Ireland werden in Irland ein „Three-Strikes“-System zur Bekämpfung von Piraterie einführen. Sky-Abonnenten, die online beim Raubkopieren von Musik erwischt werden, erhalten nun zwei Verwarnungen. Beim dritten mal werden ihre Daten an die Labels weitergegeben, die dann rechtliche Schritte einleiten können.

https://torrentfreak.com/sky-will-implement-three-strikes-scheme-to-disconnect-pirates-181009/

Singapur: Dynamische einstweilige Sperrverfügung

Die großen Studios der MPAA haben vom High Court in Singapur eine „dynamische einstweilige Verfügung“ erhalten, um Umgehungsseiten, die zu bereits gerichtlich gesperrten Seiten führen, schneller sperren zu lassen.
Mit dieser Verfügung können die Studios alle neuen Umgehungsseiten blockieren, die von den 53 von der früheren einstweiligen Verfügung betroffenen Webseiten eingesetzt werden.
„Ohne eine fortdauernde Verpflichtung, zusätzliche Domainnamen, URLs und/oder IP-Adressen zu blockieren, wenn man über solche Websites informiert wird, ist es unwahrscheinlich, dass es eine effektive Deaktivierung des Zugangs zu den 53 (rechtsverletzenden Websites) geben würde“, sagte Justice Lee Seiu Kin, wie von TodayOnline zitiert.

https://torrentfreak.com/mpaa-granted-dynamic-pirate-site-blocking-order-in-singapore-181006/

USA: Wissenschaftsverlage verklagen deutsches Forschernet

Die akademischen Verlage American Chemical Society (ACS) und Elsevier haben die in Deutschland ansässige Forschernetzwerkseite ResearchGate verklagt. Die Verlage behaupten, dass Forschungsarbeiten, die auf die Plattform hochgeladen wurden, ihre Urheberrechte verletzen, und fordern bei einem Gericht in Maryland dafür einen Schadenersatz von 150.000 Dollar pro verletztem Werk.
https://torrentfreak.com/acs-and-elsevier-sue-researchgate-for-copyright-infringement-181004/