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LG München zur Verbreitung von Fotos in einer Facebookgruppe

Das LG München hat entschieden, dass die Veröffentlichung von Fotos einer Ausstellung in einer geschlossenen Facebookgruppe mit 400 Teilnehmern eine Urheberrechtsverletzung darstellt. In der Gruppe konnte jeder auf Anfrage teilnehmen, insoweit, so die Ansicht des Gerichts,  würden die Inhalte der Allgemeinheit preisgegeben.
[LG München I, 31.01.2018, Az.: 37 O 17964/17]

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2018-N-006538?hl=true

Dänemark: Piraterie wächst deutlich

Laut einer Studie der dänischen Rights Alliance stieg der Besuche von Piraterieseiten in Dänemark zwischen von 2016 auf 2017 um 67%. Hauptsächlich werden Filme und Fernsehsendungen konsumiert, aber auch IPTV-Dienste und Stream-Ripping nehmen rapide zu.
Auf Basis von Daten von SimilarWeb und MarkMonitor wurde festgestellt, dass die Dänen in 2017 die 2.000 führenden Piraterieseiten 596 Millionen Mal besucht haben (Vorjahr 356 Mio. Besuche). Alleine der Besuch von 123movies stieg von 40 Millionen Besuchen im Jahr 2016 auf 175 Millionen Besuche im Jahr 2017 an.

Die 500 beliebtesten Filme und Fernsehsendungen in P2P-Netzwerken wurden mehr als 15 Millionen Mal von dänischen IP-Adressen heruntergeladen, gegenüber 11,9 Millionen im Jahr 2016.

Ebenfalls auf dem Vormarsch sind Besuche auf Plattformen, die illegal Live-Sportarten anbieten. Im Jahr 2017 haben dänische IP-Adressen 2,96 Millionen Besuche bei diesen Diensten gemacht, was eine jährliche Steigerung von 28% bedeutet.

Laut Rights Alliance hat Dänemark eines der effektivsten Sperrsysteme der Welt, diese hindere aber immer noch viele Menschen nicht daran, Piraterieinhalte von Websites zu konsumieren, die noch nicht blockiert sind.

https://torrentfreak.com/danish-traffic-to-pirate-sites-increases-67-in-just-a-year-180501/

USA: Neuer USTR-Report

Das Office of the United States Trade Representative (USTR) hat seinen jährlichen Sonderbericht 301 veröffentlicht, der den weltweiten Stand des Schutzes und der Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum überprüft.
In dem Report werden u.a. Länder aufgeführt, in denen der Schutz des Geistigen Eigentums problematisch ist. In die Priority Watch List hat es Kanada geschafft. In der nachrangigen Watch List stehen u.a. Griechenland, Rumänien und die Schweiz.
https://ustr.gov/sites/default/files/files/Press/Reports/2018%20Special%20301.pdf

Studie: Langfristige Auswirkungen einmaliger Piraterieangebote

Ein neues Arbeitspapier des Wirtschaftsforschers Wojciech Hardy vom Institut für Strukturforschung der Universität Warschau hat die Folgen der illegalen Vorab-Veröffentlichung von Game of Thrones Anfang 2015 untersucht.
Daraus ergibt sich ein lang anhaltender negativer Einfluss auf die offiziellen Zuschauerzahlen von Game of Thrones und verwandten Angeboten. Das einmalige illegale Angebot bot für einen Teil der Zuschauer einen starken Anreiz nach nicht autorisierten Quellen für Serien zu suchen. In der Folge begannen einige von ihnen begannen, generell Inhalte über nicht autorisierte Kanäle anzusehen.

Wojciech Hardy, PRE-RELEASE LEAKS AS ONE-TIME INCENTIVES FOR SWITCHING TO UNAUTHORISED SOURCES OF CULTURAL CONTENT, IBS Working Paper 03/2018
http://ibs.org.pl/app/uploads/2018/04/IBS_Working_Paper_03_2018.pdf

Belgien: Lootboxen in FIFA 18, Overwatch und CS:GO sind Glücksspiel

Die belgische Gaming-Kommission hat Lootboxen in populären Videospielen geprüft und festgestellt, dass diese in drei von vier getesteten Titeln gegen das Glücksspielgesetz verstoßen. FIFA 18, Overwatch und Counter-Strike verstoßen gegen das Glücksspielgesetz, Star Wars Battlefront 2 nicht.
Statt Strafen zu verhängen sucht die Behörde nun den Dialog mit den Entwicklern.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Belgien-stuft-Lootboxen-in-FIFA-18-Overwatch-und-CS-GO-als-Gluecksspiel-ein-4035181.html

Australien: Bundesgericht ordnet an IPTV-Dienst zu sperren

Village Roadshow und mehrere große Hollywood-Studios haben eine einstweilige Verfügung gegen einen Piraterie-IPTV-Dienst erhalten. HD Subs Plus mit rund 600 Live-Premiumkanälen und Hunderten von Filmen auf Abruf muss nun von den größten ISPs gesperrt werden.
Die ISPs können die jeweils genutzte Methode selber entscheiden. Die Richter stellten aber fest, dass DNS-Blockierung, IP-Adressblockierung oder Umleitung, URL-Blockierung oder „alle alternativen technischen Mittel zur Sperrung des Zugangs“ akzeptabel wären.
Die Rechteinhaber sind verpflichtet, eine Gebühr von AU$ 50 für jede Domain zu zahlen, die sie blockieren wollen.

https://torrentfreak.com/aussie-federal-court-orders-isps-to-block-pirate-iptv-service-180427/

KG Berlin verbietet Googles Umgehung der Impressumspflicht

Google darf auf Kunden-Anfragen an die im Impressum genannte E-Mail-Adresse nicht mit einer automatisch erzeugten Standardantwort reagieren, die Verbraucherinnen und Verbraucher lediglich auf Hilfeseiten und andere Kontaktmöglichkeiten verweist. Das hat das Kammergericht Berlin nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen den Internetkonzern entschieden und bestätigt damit die Entscheidung des Landgerichts.

Also auch für Google gilt: Eine E-Mail-Adresse im Impressum muss auch eine Kommunikation ermöglichen.
Ob Google auch gegen diese Entscheidung vorgehen wird, ist noch offen.

[KG Berlin, 23. November 2017, Az.: 12U 124/14]

https://www.vzbv.de/pressemitteilung/google-muss-kommunikation-e-mail-ermoeglichen

Europol schließt weltweit größten Marktplatz für DDoS-Angriffe

In einer international angelegten Polizeiaktion gegen den weltweit größten Anbieter von DDos-Angriffen (webstresser.org) konnte der illegale Dienst abgestellt und seine Infrastruktur in den Niederlanden, den USA und Deutschland beschlagnahmt werden.

Weitere Maßnahmen wurden gegen die Top-Nutzer dieses Marktplatzes in den Niederlanden, Italien, Spanien, Kroatien, Großbritannien, Australien, Kanada und Hongkong ergriffen.

https://www.europol.europa.eu/newsroom/news/world%E2%80%99s-biggest-marketplace-selling-internet-paralysing-ddos-attacks-taken-down

Frankreich: Kulturminister fordert Piraterie-Blacklist

Die französische Kulturministerin Françoise Nyssen hat gegenüber der Presse geäußert, dass eine nationale Blacklist gegen Piraterie eingeführt werden sollte. Die vorgeschlagene Liste sollte regelmäßig aktualisiert werden, damit ISPs, Suchmaschinen und Werbeunternehmen die Seiten blockieren können. Die Führung der Liste könnte die Hadopi-Behörde übernehmen.

https://torrentfreak.com/french-minister-of-culture-calls-for-pirate-streaming-blacklist-180423/

Kanada: Google muss weiterhin weltweit löschen

Der Supreme Court of British Columbia hat entschieden, dass Google weiterhin verpflichtet ist, bestimmte Links weltweit aus dem Index zu löschen.
Dass es eine amerikanische Entscheidung gibt, nach der die Löschung der strittigen Links unrechtmäßig sei, interessierte das kanadische Gericht nicht.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kanadisches-Gericht-beharrt-auf-weltweiter-Google-Zensur-4029248.html