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Trustworthy Accountability Group startet neue Anti-Piraterie-Initiative in Europa

Die amerikanische Trustworthy Accountability Group (TAG) will sich nun auch um Werbung auf Piraterieseiten in Europa kümmern. Das Projekt Brand Integrity wird durch eine Partnerschaft mit White Bullet umgesetzt, die Anzeigen auf rechtsverletzenden Websites überwachen und dokumentieren, so dass die Informationen von der TAG an die Werbetreibenden oder Agenturen weitergegeben werden können.

White Bullet arbeitet eng mit der britischen Police Intellectual Property Crime Unit (PIPCU) zusammen, die auch über die neue Initiative berichtet. Die TAG wird mit Strafverfolgungsbehörden, einschließlich der PIPCU und Europol zusammenarbeiten, um das Bewusstsein für das Programm weiter zu schärfen und Marken und ihre Agenturen bei ihren Bemühungen um Compliance zu unterstützen.

Vor kurzem hat man zumindest für die USA Erfolge der TAG vermeldet, nämlich eine starke Verringerung der Impressions auf Piratenseiten um 90%. Während 2016/2017 noch über 60 Marken oder Agenturen jeweils ein großes Volumen an Anzeigen auf Piratenseiten platzierten (einige Premium-Marken zwischen 5 und 25 Millionen Impressionen pro Monat), gab es in 2018 keinen Premium-Werbetreibenden mehr mit einem (leider undefinierten) hohen Werbevolumen auf Piratenseiten.

Da die TAG ist aber nur für diejenigen tätig ist, die eine kostenpflichtige Mitgliedschaft haben – alleine der Eintritt kosten 65.000 US$ – sagen diese Zahlen nichts über einen generellen Rückgang von Werbung auf Piraterieseiten aus, sondern dokumentieren nur, dass Unternehmen eine Platzierung ihrer Anzeigen auf Piraterieseiten reduzieren können, wenn sie dies nun wollen.

http://news.cityoflondon.police.uk/r/1194/trustworthy_accountability_group_launches_new_ant

https://torrentfreak.com/project-brand-integrity-aims-to-purge-ads-from-pirate-sites-190212/

https://creativefuture.org/follow-the-money-update/

USA: Sport meldet ausländische Pirateriebedrohungen

Die US Sports Coalition, zu der prominente Ligen wie die NBA, NFL und MLB gehören, hat ihre Besorgnis über die Sportpiraterie der US-Regierung mitgeteilt.
Die Koalition benennt in ihrem Bericht für den jährlichen USTR „Special 301 Review“ verschiedene Bedrohungen im Ausland, darunter viele Streaming-Dienste und das niederländische Hosting-Unternehmen Leaseweb. Auch der saudi-arabische Service „beoutQ“ wird erwähnt.

https://torrentfreak.com/major-us-sports-leagues-identify-foreign-pirate-streaming-threats-190211/

MPAA: Zahlen zu Sperrungen

Torrentfreak berichtet aus einem Vortrag von MPAA-Mitarbeiter Okke Delfos Visser, (Vice President, Head Legal Department EMEA), nach dem es derzeit in 31 Ländern Sperrungen von Piraterieseiten gibt. Die Internetprovider in diesen Ländern sperren insgesamt 3.966 Webseiten mit 8.150 Domainnamen.

Keine Sperrungen gibt es in Afrika und Nordamerika. Relativ viele hingegen in Westeuropa. Allerdings gibt es dort große Unterschiede. Portugal und Italien scheinen mit 944 bzw. 855 blockierten Websites am gründlichsten zu sein. Die Niederlande haben nur eine, die Visegradstaaten gar keine Sperrungen.

Basis der Sperren sind in rund 42% der Fälle Verwaltungsverfahren (Italien, Russland und Portugal), der Rest entfällt auf Zivil- (53%) und Strafrechtsfälle (5%).

Auch wenn engagierte Piraten viele Möglichkeiten haben, Sperren zu umgehen, weist die MPA aber darauf hin, dass die Sperrung von Webseiten insgesamt funktioniert.

https://torrentfreak.com/nearly-4000-pirate-sites-are-blocked-by-isps-around-the-world-190210/

Niederlande: Gericht verweigert Auskunftsrecht

Ein niederländisches Gericht hat entschieden, dass der Internetprovider Ziggo keine persönlichen Daten von mutmaßlichen Piraten weitergeben darf. Die Filmgesellschaft Dutch Filmworks hatte die Daten zu 377 IP-Adressen angefordert, die eine Kopie von“The Hitman’s Bodyguard“ geteilt hatten.
https://torrentfreak.com/dutch-isp-does-not-have-to-expose-alleged-pirates-court-rules-190208/

Blockchain: Wir haben alle nötigen Informationen, um Kriminelle aufzuspüren

Nach Angaben des BBC wurden in der Blockchain der Kryptowährung „Bitcoin Satoshi Vision“ (BSV) Bilder mit kinderpornografischen Inhalten gefunden. Der Anbieter hatte zuvor ein höheres Datenvolumen in der Blockchain ermöglicht.
Money Button hat den Nutzer, der die Bilder hochgeladen hat, gesperrt, Filter eingerichtet und der Polizei alle verfügbaren Daten zur Verfügung gestellt.
Der Gründer von Money Button, Ryan Charles, erklärte: „Kriminelle sollten wissen, dass alles in der Blockchain signiert, mit Zeitstempel versehen und fixiert wird. Wir haben alle nötigen Informationen, um Kriminelle aufzuspüren und vor Gericht zu bringen.“

https://futurezone.at/digital-life/kinderpornografie-in-blockchain-von-kryptowaehrung-aufgetaucht/400401185

LG München stufte Streamripper als Täter ein

Das Landgericht München hat zu dem Streamripper MusicMonster.fm entschieden, dass er nicht nur die Vervielfältigungsrechte verletzt, sondern auch einen Akt der öffentlichen Wiedergabe im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der InfoSoc-Richtlinie 2001/29/EG vornimmt. Das bedeutet, dass MusicMonster die Inhalte selbst zugänglich macht und als Täter haftet.
Erstmals hat damit ein Gericht in Deutschland entschieden, dass der Anspruch gegen einen Streamripping-Dienst auch auf § 19 a des Urheberrechtsgesetzes – das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung – gestützt werden kann, was eine noch weitergehende Haftung im Sinne der Rechteinhaber bedeutet.

Im Oktober 2017 war festgestellt worden, dass über MusicMonster.fm, betrieben von der DEMEKOM Entertainment AG, das vollständige Musikalbum „Jennifer Rostock – Worst of Jennifer Rostock“ bezogen werden konnte; alle Songs standen auf einem Server zum Download bereit. Auf eine Abmahnung von Sony Music Entertainment Germany reagierten die Betreiber nicht. Die Kanzlei Rechtsanwälte Rasch reichte daraufhin im Januar 2018 Klage beim LG München gegen die DEMEKOM Entertainment AG und deren Vorstandsvorsitzenden ein. Die Klage richtete sich auf Unterlassung der Vervielfältigung und der öffentlichen Zugänglichmachung der Musikaufnahmen des Albums „Jennifer Rostock – Worst of Jennifer Rostock“ sowie auf Auskunft, Feststellung einer Schadensersatzverpflichtung sowie Kostenerstattung für die Abmahnung.

http://www.musikindustrie.de/news-detail/controller/News/action/detail/news/further-clarity-in-the-area-of-stream-ripping-in-favour-of-rightholders/

USA: Cheater muss 150.000 US$ zahlen

Ein US-Gericht hat den Entwickler des GTA V Cheats „Elusive“ wegen Urheberrechtsverletzung verurteilt. Er muss den maximalen gesetzlichen Schadenersatz in Höhe von 150.000 US-Dollar zuzüglich 69.686 US-Dollar an Anwaltskosten zahlen.
Der Cheat wurde zuvor online für 10 bis 30 US-Dollar verkauft. Da der Täter keine Angaben zu seinem Umsatz machte und auch sonst zu keinem Vergleich bereit war, gab es nun ein Versäumnisurteil.
Take-Two schätzt den Schaden auf mindestens 500.000 US-Dollar.

https://torrentfreak.com/gta-v-cheat-maker-has-to-pay-150000-in-copyright-damages/

Raubkopien bei Amazon Prime

Auf Amazons Plattform Prime Video haben Redakteure des Insiders eine Kopie des Wong Kar-wei Films „In the Mood for Love“ gefunden. Die Kopie stammt von einem gekauften Datenträger und wurde auf Amazon Prime Video unter dem falschen Titel „Those Good Old Years“ zum Streamen angeboten.
Im Januar war zudem eine nicht verifizierte Kopie des japanischen Zombiefilms „One Cut of the Dead“ bei Prime Video aufgetaucht. Auch bei E-Books hatte Amazon in der Vergangenheit Probleme mit Bootleg-Kopien.
Die Probleme entstehen, weil Amazon es Kunden erlaubt, eigene Videos hochzuladen. Die Prüfungen der Uploads sind offenbar nicht ausreichend.

https://futurezone.at/digital-life/amazon-prime-video-hat-ein-problem-mit-bootleg-filmen/400401176

Amazon gibt Probleme mit Produktfälschungen zu

Amazon hat offiziell in einer Mitteilung gegenüber der US-Börsenaufsicht (SEC) zugegeben, dass es auf der Plattform ein Problem mit Produktfälschungen gibt und man unter Umständen nicht in der Lage sei dies zu verhindern. Diese Probleme können letztlich auch auf Amazon selbst zurückfallen.
https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Amazon-Produkt-Faelschung-22957771.html

Cloudflare scheint einige Piraterieseiten herauszuwerfen

Tarnkappe berichtet, dass das Content Delivery Network Cloudflare seit November 2018 die Betreiber diverser Piraterie-Hoster (rapidvideo u.a.) anschreibt und ihnen mitteilt, sie wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen nicht mehr weiter unterstützt werden.

Cloudflare, manchmal auch Crimeflare genannt, ist als Unterstützer von illegalen Seiten bekannt (Beispiele), hat es auf Platz 1 der Feinde der Künstler und in die “Counterfeit and Piracy Watch List“ der EU-Kommission geschafft (Seite 21).