USA: Neuer USTR-Report

Das Office of the United States Trade Representative (USTR) hat seinen jährlichen Sonderbericht 301 veröffentlicht, der den weltweiten Stand des Schutzes und der Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum überprüft.
In dem Report werden u.a. Länder aufgeführt, in denen der Schutz des Geistigen Eigentums problematisch ist. In die Priority Watch List hat es Kanada geschafft. In der nachrangigen Watch List stehen u.a. Griechenland, Rumänien und die Schweiz.
https://ustr.gov/sites/default/files/files/Press/Reports/2018%20Special%20301.pdf

Studie: Langfristige Auswirkungen einmaliger Piraterieangebote

Ein neues Arbeitspapier des Wirtschaftsforschers Wojciech Hardy vom Institut für Strukturforschung der Universität Warschau hat die Folgen der illegalen Vorab-Veröffentlichung von Game of Thrones Anfang 2015 untersucht.
Daraus ergibt sich ein lang anhaltender negativer Einfluss auf die offiziellen Zuschauerzahlen von Game of Thrones und verwandten Angeboten. Das einmalige illegale Angebot bot für einen Teil der Zuschauer einen starken Anreiz nach nicht autorisierten Quellen für Serien zu suchen. In der Folge begannen einige von ihnen begannen, generell Inhalte über nicht autorisierte Kanäle anzusehen.

Wojciech Hardy, PRE-RELEASE LEAKS AS ONE-TIME INCENTIVES FOR SWITCHING TO UNAUTHORISED SOURCES OF CULTURAL CONTENT, IBS Working Paper 03/2018
http://ibs.org.pl/app/uploads/2018/04/IBS_Working_Paper_03_2018.pdf

KODI: Welcome to Piracy 3.0

Das hätte sich Microsoft sicherlich auch nicht träumen lassen, dass sein ehemaliges Xbox Media Center (XBMC), einem Programm zum Abspielen verschiedener Dateiformate von Medien auf der Microsoft XBox, einmal zu einer echten Herausforderung für die Kreativwirtschaftsbranchen Film und TV wird.
Microsoft entließ sein XBMC bereits vor Jahren in die freie Open Source Wildbahn und aus dem kleinen Programm ist mittlerweile ein veritabler Player für alles Mögliche geworden, über die unterschiedlichsten Betriebssysteme und Plattformen hinweg.
Seit 2016 unter dem Namen KODI bekannt, kann das Programm als quasi Herzstück einer Settop-Box (KODI-Box) betrachtet werden. Die KODI-Boxen bringen die unterschiedlichsten Inhalte auf den eigenen Fernseher.
Wie immer gilt auch hier das Dual-Use-Prinzip. Die Software kann für ganz legale Zwecke eingesetzt werden – in der Realität dürfte das aber eher der geringere Teil der Nutzung sein.
Ein kürzlich veröffentlichte Studie des kanadischen Unternehmen Sandvine bestätigt genau das. Demnach haben zwar nur knapp 10% der kanadischen Haushalte eine KODI-Box, wer aber eine hat, der benutzt diese zu 87% für Pirateriezwecke.
Menschen sind eben sehr erfinderisch, wenn es um Geschäfte auf Kosten Dritter geht. So auch hier. Mit wenigen Handgriffen lassen sich sogenannte AddOns auf einer KODI-Box installieren mit denen sich sowohl Filme als auch Live TV zu einem Bruchteil der Kosten eines legalen Abos ansehen lassen. Am Ende steht auch hier ein Geschäft, wie eigentlich immer in der Piraterie.
Auch in der KODI-AddOn-Welt herrscht kein Altruismus, denn die AddOns werden mehrheitlich gegen Geld und auf Zeit verkauft. Es ist Paid Piracy.

KODI on the rise
KODI-Boxen sind offenbar auf dem Vormarsch. Eine Studie aus dem Vereinigten Königreich legt nahe, dass es dort eine große Nachfrage nach KODI-Boxen gibt und viele Konsumenten sich überlegen, das eigene (legale) teure Abo für Fußball oder Filme in absehbarer Zeit zu kündigen, um auf die wesentlich günstigeren erweiterten KODI-Boxen zu wechseln. KODI: Welcome to Piracy 3.0 weiterlesen

Belgien: Lootboxen in FIFA 18, Overwatch und CS:GO sind Glücksspiel

Die belgische Gaming-Kommission hat Lootboxen in populären Videospielen geprüft und festgestellt, dass diese in drei von vier getesteten Titeln gegen das Glücksspielgesetz verstoßen. FIFA 18, Overwatch und Counter-Strike verstoßen gegen das Glücksspielgesetz, Star Wars Battlefront 2 nicht.
Statt Strafen zu verhängen sucht die Behörde nun den Dialog mit den Entwicklern.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Belgien-stuft-Lootboxen-in-FIFA-18-Overwatch-und-CS-GO-als-Gluecksspiel-ein-4035181.html

Australien: Bundesgericht ordnet an IPTV-Dienst zu sperren

Village Roadshow und mehrere große Hollywood-Studios haben eine einstweilige Verfügung gegen einen Piraterie-IPTV-Dienst erhalten. HD Subs Plus mit rund 600 Live-Premiumkanälen und Hunderten von Filmen auf Abruf muss nun von den größten ISPs gesperrt werden.
Die ISPs können die jeweils genutzte Methode selber entscheiden. Die Richter stellten aber fest, dass DNS-Blockierung, IP-Adressblockierung oder Umleitung, URL-Blockierung oder „alle alternativen technischen Mittel zur Sperrung des Zugangs“ akzeptabel wären.
Die Rechteinhaber sind verpflichtet, eine Gebühr von AU$ 50 für jede Domain zu zahlen, die sie blockieren wollen.

https://torrentfreak.com/aussie-federal-court-orders-isps-to-block-pirate-iptv-service-180427/

KG Berlin verbietet Googles Umgehung der Impressumspflicht

Google darf auf Kunden-Anfragen an die im Impressum genannte E-Mail-Adresse nicht mit einer automatisch erzeugten Standardantwort reagieren, die Verbraucherinnen und Verbraucher lediglich auf Hilfeseiten und andere Kontaktmöglichkeiten verweist. Das hat das Kammergericht Berlin nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen den Internetkonzern entschieden und bestätigt damit die Entscheidung des Landgerichts.

Also auch für Google gilt: Eine E-Mail-Adresse im Impressum muss auch eine Kommunikation ermöglichen.
Ob Google auch gegen diese Entscheidung vorgehen wird, ist noch offen.

[KG Berlin, 23. November 2017, Az.: 12U 124/14]

https://www.vzbv.de/pressemitteilung/google-muss-kommunikation-e-mail-ermoeglichen

Europol schließt weltweit größten Marktplatz für DDoS-Angriffe

In einer international angelegten Polizeiaktion gegen den weltweit größten Anbieter von DDos-Angriffen (webstresser.org) konnte der illegale Dienst abgestellt und seine Infrastruktur in den Niederlanden, den USA und Deutschland beschlagnahmt werden.

Weitere Maßnahmen wurden gegen die Top-Nutzer dieses Marktplatzes in den Niederlanden, Italien, Spanien, Kroatien, Großbritannien, Australien, Kanada und Hongkong ergriffen.

https://www.europol.europa.eu/newsroom/news/world%E2%80%99s-biggest-marketplace-selling-internet-paralysing-ddos-attacks-taken-down

Frankreich: Kulturminister fordert Piraterie-Blacklist

Die französische Kulturministerin Françoise Nyssen hat gegenüber der Presse geäußert, dass eine nationale Blacklist gegen Piraterie eingeführt werden sollte. Die vorgeschlagene Liste sollte regelmäßig aktualisiert werden, damit ISPs, Suchmaschinen und Werbeunternehmen die Seiten blockieren können. Die Führung der Liste könnte die Hadopi-Behörde übernehmen.

https://torrentfreak.com/french-minister-of-culture-calls-for-pirate-streaming-blacklist-180423/

Kanada: Google muss weiterhin weltweit löschen

Der Supreme Court of British Columbia hat entschieden, dass Google weiterhin verpflichtet ist, bestimmte Links weltweit aus dem Index zu löschen.
Dass es eine amerikanische Entscheidung gibt, nach der die Löschung der strittigen Links unrechtmäßig sei, interessierte das kanadische Gericht nicht.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kanadisches-Gericht-beharrt-auf-weltweiter-Google-Zensur-4029248.html

YouTube: Weiterhin Werbung bei Extremisten

YouTube bekommt anscheinend die Werbung vor extremistischen Inhalten nicht in Griff. CNN berichtet von mehr als 300 namhaften Werbekunden deren Anzeigenvideos auf Channels von Neonazis, Verschwörungstheoretikern, White-Supremacy-Rassisten und Pädophilen gezeigt wurden.
So lief Werbung für 20th Century Fox auf dem Channel eines amerikanischen Neonazis oder Werbung für zwei jüdische Non-Profit-Organisationen vor einem Video eines militanter Neonazis und Ku-Klux-Klan-Aktivisten, der sich über die „jüdische Weltherrschaft“ ausließ.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/YouTube-schaltet-weiterhin-Werbung-vor-extremistischen-Inhalten-4029170.html

YouTube und Facebook löschen

YouTube hat im letzten Quartal 2017 über acht Millionen problematische Videos gelöscht. Etwa 75 Prozent der entfernten Videos wurden gelöscht, bevor sie ein YouTube-Nutzer sehen konnte.
Rund 80 Prozent der beanstandeten Videos wurden automatisch über Algorithmen oder einen Datenbankabgleich gelöscht. 1.131.962 der gelöschten Videos wurden von Trusted Flaggers und 402.335 Clips von normalen YouTube-Nutzern gemeldet.

Facebook hat im ersten Quartal rund 1,9 Millionen Beiträge mit terroristischem Bezug zu IS oder al-Qaida gelöscht.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/YouTube-loescht-ueber-acht-Millionen-problematische-Videos-4030292.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-loescht-fast-zwei-Millionen-extremistische-Beitraege-4030274.html