Kundendaten von Pirateriestreamingdienst im Netz

Nach einem Bericht von Tarnkappe ist ein aktuelles Backup des illegalen Streamingdienstes Watchhd.to im Netz aufgetaucht.
Tarnkappe hat sich das Archiv angesehen und unzählige Daten gefunden die zur Ermittlung der Downloader führen können, darunter Einträge von über 4.000 zahlenden Kunden mit Abo-Daten und Nummern von PaysafeCards und Amazon-Gutscheinen.

https://tarnkappe.info/watchhd-to-gehackt-backup-mit-userdaten-im-netz-aufgetaucht/

Niederlande: Gericht verpflichtet Rechenzentrum zu Sperren

Der Gerichtshof von Den Haag hat den Internet-Service-Provider Ecatel dazu verpflichtet, illegale Streams der Premiere League binnen 30 Minuten für die Dauer des Spiels abzuschalten.
Ecatel diente als Data Center für Kunden, die illegale Sportstreams verbreiteten und nicht auf Löschaufforderungen reagierten.
Bei Verstößen droht eine Strafe in Höhe von 5.000 Euro je Verstoß bis zu einem Höchstbetrag von eineinhalb Millionen Euro.

Die Ausrede Ecatels, dass Fußballspiele keine urheberrechtlich geschützten Werke seien, akzeptierte das Gericht nicht und stufte Ecatel als Vermittler im Sinne Urheberrechts ein.

Das Gericht war zudem der Meinung, dass ein solcher Beschluss die Freiheit, ein Unternehmen in seinem Kern zu führen, nicht beeinträchtigt. Der Aufwand und die Kosten wären gering, und der Effekt der Sperrung von illegalen Inhalten kann durch eine angemessene Kündigungspolitik gelöst werden. Nach Ansicht des Gerichtshofs wird auch die Informationsfreiheit hinreichend gewahrt, da die Anordnung nur für die Dauer der beanstandeten Streams gilt.
Auch wenn Ecatel seine Geschäftstätigkeit eingestellt hat, hat das Urteil entsprechende Auswirkungen auf andere Rechenzentren.

https://www.boek9.nl/items/iept20180124-rb-den-haag-premier-league-v-ecatel

https://torrentfreak.com/court-orders-hosting-provider-to-stop-pirate-premier-league-streams-180126/

Kommission leitet Konsultation zur künftigen „Watch-List für Fälschungen und Piraterie“ ein

Die EU-Kommission will zukünftig eine “Counterfeit and Piracy watch-List” veröffentlichen. Um nichts zu übersehen, wurde dazu eine öffentliche Konsultation eingeleitet, zu der jeder seinen Beitrag leisten darf.
Unklar bleibt der geographische Bezug. Einerseits soll die Liste die erste „weltweite“ Liste sein, andererseits ist das Ziel der Liste, Märkte außerhalb der EU zu identifizieren, auf denen Fälschungen, Piraterie oder andere Formen des Missbrauchs geistigen Eigentums gängige Praxis sind.
http://trade.ec.europa.eu/doclib/press/index.cfm?id=1786

Wieder einmal: Hauptsache kostenlos

Eine Studie des Max-Planck-Institutes für Innovation und Wettbewerb mit dem Titel “Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte im Internet durch deutsche Verbraucher“ zeigt u.a., dass der wichtigste Grund für die illegale Nutzung kreativer Online-Inhalte finanzieller Natur ist: 38 % gaben „Es ist kostenfrei“ an.

http://www.ip.mpg.de/fileadmin/ipmpg/content/projekte/Nutzerverhalten_Kurzbericht.pdf

EUGH: Klage gegen Facebook in Österreich möglich

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass eine Klage in Sachen Datenschutz gegen Facebook in Österreich möglich ist, obwohl Facebook seinen europäischen Sitz in Irland hat.
Unzulässig ist hingegen die vom Kläger Schrems geplante grenzüberschreitende Massenklage gegen Facebook in Österreich.
[EUGH, 25. 1. 2018, C‑498/16]

http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=198764&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1&cid=1071026

Eine erste Einordnung der Schrems-Entscheidung des EuGHs von Dr. Jörg Ukrow, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des EMR finden Sie hier:
http://emr-sb.de/verbraucher-ja-sammelklagen-nein-ein-rueckschlag-fuer-einen-effektiven-verbraucherschutz/

OLG Hamburg zu den Pflichten aus einer Verfügung zur Löschung illegaler Inhalte

Das OLG Hamburg hat entschieden, dass sich aus einer per Einstweiliger Verfügung verordneten Löschpflicht eines rechtswidrigen Online-Inhalts nicht automatisch Kontroll- oder Überwachungspflichten ergeben.

In der Begründung wird betont, dass Kontroll- oder Überwachungspflichten nie Gegenstand des Verfahrens waren: OLG Hamburg zu den Pflichten aus einer Verfügung zur Löschung illegaler Inhalte weiterlesen

Richard Gutjahr pfändet compact-online.de

Der Journalist Richard Gutjahr hat die Domain compact-online.de pfänden lassen. Das rechtspopulistische Magazin hatte wahrheitswidrige Behauptungen über den Journalisten verbreitet und ausstehenden Verfahrenskosten nicht gezahlt.
Sollte das Magazin sich weiterhin die Zahlung verweigern, könnte die Domain versteigert werden.

https://www.golem.de/news/domain-richard-gutjahr-pfaendet-compact-online-de-1801-132331.html

Vgl. auch
http://webschauder.de/journalist-richard-gutjahr-berichtet-ueber-die-social-media-hoelle/

USA: Google hat am meisten für Lobbying ausgegeben

In 2017 hat Google nach eigenen Angaben umgerechnet rund 14,6 Millionen Euro für Lobbying beim US-Parlament, der Regierung und verschiedenen Behörden ausgegeben.
Da, neben Google, auch Facebook, Amazon und Apple ihre Ausgaben deutlich steigerten, kommen die vier Unternehmen auf insgesamt 41 Millionen Euro Lobbyausgaben.

https://www.washingtonpost.com/news/the-switch/wp/2018/01/23/google-outspent-every-other-company-on-federal-lobbying-in-2017/?utm_term=.217bea1ebff8

Neue Kryptowährungen: 10 % des Invests werden gestohlen

Initial Coin Offering (ICO) sind Crowdfinanzierungen, von Firmen, deren Geschäftsmodell auf Kryptowährungen basiert. In der Regel werden wird neues Kryptogeld verkauft.
Nach einer Studie der Beratergesellschaft EY werden im Schnitt zehn Prozent der Gelder gestohlen. Dazu nutzen die Täter Fakeseiten und gekaperten realen Angebote.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Crowdfunding-mit-Kryptowaehrungen-10-Prozent-aller-ICO-Gelder-werden-gestohlen-3949132.html

Polen: Polizei schaltet Pirat Streaming TV ab

Die polnische Polizei hat einen Piraterie TV-Streamingdienst abgeschaltet und drei Männer festgenommen. Der Dienst hatte mehr als 160 Fernsehkanäle angeboten. Kunden konnten diese zunächst kostenlos nutzen und mussten später Abos abschließen, die den Betreibern rund 840.000 Euro einbrachten.
Ein Dutzend Computer, neun Server, Decoder und mehr als 60 Speichergeräte wurden beschlagnahmt.

https://torrentfreak.com/police-shut-down-pirate-streaming-tv-provider-three-men-arrested-180120/

USA: Pubfilm muss 20 Mio. US-$ zahlen

Ein New Yorker Bundesgericht hat ein Versäumnisurteil gegen die Piraterie-Streaming-Seite Pubfilm erlassen. Den Filmstudios wurden fast 20 Millionen Dollar an Schadensersatz zugesprochen und die Domainnamen der Website werden dauerhaft beschlagnahmt.
Einer der Hauptdomain-Namen die Pubfilm verwendet ist derzeit die isländische is Kennung. In der Vergangenheit hat die isländische Domain-Registrierungsstelle ISNIC TorrentFreak mitgeteilt, dass man nur auf Aufforderung isländischer Gericht tätig werde.

https://torrentfreak.com/mpaa-wins-19-8-million-from-pirate-site-pubfilm-180119/