Studie zur Sportpiraterie

Synamedia, ein Videosoftwareanbieter, hat die Studie „Charting Global Sports Piracy“ vorgestellt, die auf einer von Ampere Analysis durchgeführten 10-Länder-Studie mit über 6.000 Sportfans beruht.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass zwar 89% der Sportfans über einen Pay-TV- oder Abonnement-OTT-Dienst verfügen, dass jedoch mehr als die Hälfte (51%) nach wie vor mindestens einmal im Monat Piraterie-Sportdienste sehen.
Darüber hinaus sehen 42% derjenigen, die regelmäßig illegale Sportinhalte sehen, täglich Sport. Das sind mehr als 60% mehr als der durchschnittliche Sportfan.

https://www.synamedia.com/press/synamedia-unveils-first-global-research-to-define-fans-by-attitudes-to-sports-piracy/

EU-Kommission startet Konsultationen zur Regeln im Netz

Die EU-Kommissionen hat zwei Konsultationen zur Neuregelung digitaler Dienste gestartet. Beide laufen bis zum 8.9.2020:

Digital Services Act: deepening the Internal Market and clarifying responsibilities for digital services

https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12417-Digital-Services-Act-deepening-the-Internal-Market-and-clarifying-responsibilities-for-digital-services

Digital Services Act package: ex ante regulatory instrument of very large online platforms acting as gatekeepers
https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12418-Digital-Services-Act-package-ex-ante-regulatory-instrument-of-very-large-online-platforms-acting-as-gatekeepers

jugendschutz.net veröffentlicht Jahresbericht 2019

2019 registrierte jugendschutz.net insgesamt 6.950 Verstoßfälle (2018: 6.575).
Den größten Zuwachs an Fällen gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die Stelle im Bereich der Selbstgefährdung (plus 77 %, von 478 auf 846 Fälle) und im Bereich der Gewaltdarstellungen (plus 72 %, von 364 auf 627 Fälle).
Den größten Anteil der Verstoßfälle nahmen auch 2019 Darstellungen sexualisierter Gewalt mit 37 % (2.553 Fälle) ein. Knapp ein Viertel (1.606 Fälle) bezog sich thematisch auf politischen Extremismus.

https://fis.jugendschutz.net/master-detailseite-news/n/jugendschutznet-veroffentlicht-jahresbericht-2019/

 

Niederlande: Sperre rechtens – Sieg für BREIN

Nach einem jahrelangen Verfahren, bei dem auch der EuGH beteiligt war, hat nun der Gerichtshof in Amsterdam in der Hauptsache entschieden, dass von den Providern der Zugang zu The Pirate Bay gesperrt werden muss.
Die beiden ISPs, Ziggo und XS4ALL, müssen sowohl die Domäne als auch die IP-Adressen von The Pirate Bay sperren. Wenn neue IP-Adressen und Domänennamen von TPB und seinen Proxys auftauchen, können sie von BREIN zur Sperrliste hinzugefügt werden.
Die ISPs wurden auch zur Zahlung der Prozesskosten von BREIN verurteilt, die sich auf mehr als 250.000 Euro für Ziggo und etwa 60.000 Euro für XS4ALL belaufen.

https://stichtingbrein.nl/hof-amsterdam-wijst-blokkering-van-the-pirate-bay-toe/

https://uitspraken.rechtspraak.nl/inziendocument?id=ECLI:NL:GHAMS:2020:1421

OLG Braunschweig: Unzulässige Werbung einer Influencerin

Eine Influencerin darf im geschäftlichen Verkehr auf ihrem Instagram-Auftritt keine Bilder von sich einstellen, auf denen sie Waren präsentiert und auf die Accounts der Hersteller verlinkt, ohne dies als Werbung kenntlich zu machen.
[OLG Braunschweig, 13.5. 2020, 2 U 78/19]

Großbritannien: Haft wegen illegalem Streamingangebot

Der Crown Court in Manchester hat einen Mann wegen Verschwörung zum Betrug zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt.
Der Mann war an der Leitung eines Unternehmens beteiligt, das IPTV-Geräte herstellte, die den Zugang zu Inhalten wie Sport und Filmen ermöglichten, für die normalerweise ein Abonnement erforderlich ist. Das Unternehmen verkaufte auch Streaming-Dienste, die den Zugang zu kostenpflichtigen Inhalten zwischen 48 Stunden und sechs Monaten ermöglichten.

https://www.fact-uk.org.uk/seller-of-illegal-devices-that-bypassed-paid-for-tv-content-has-been-jailed/

Dänemark: Rights Alliance verbessert Sperrabkommen mit den ISPs

Die dänische Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance hat eine neue Version des Verhaltenskodex, in dem sich alle lokalen Internet-Provider freiwillig bereit erklären, Piraterieseiten zu sperren, wenn es eine einzige gültige Gerichtsentscheidung gegen einen einzelnen ISP gibt.
Die neue Vereinbarung macht es für die Rights Alliance leichter und schneller, die Sperrung von Websites ohne gerichtliche Genehmigung auszuweiten. Zum Beispiel, wenn neue Proxy-Sites erscheinen.
Zudem können nun auch .dk-Domains gesperrt werden.

https://torrentfreak.com/rights-alliance-reinforces-pirate-site-blocking-agreement-with-danish-isps-200601/

Illegales Streaming aktueller Filme bei Facebook

Tarnkappe weist darauf hin, man bei Facebook problemlos diverse öffentliche Gruppen und Seiten entdecken kann, die aktuelle Kinoblockbuster anbieten.
Wer nach den Begriffen Movies oder Watch Movies sucht, wird zeitnah bedient. Allerdings sind die Filme meist nur kurz verfügbar und meistens in Englisch.
Facebook scheint keinerlei eigenen Maßnahmen zu treffen um gegen solche Angebote vorzugehen.

USA: Verleger verklagen das Internet-Archiv

Mehrere große US-Verlage haben vor einem New Yorker Gericht eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung gegen die „Open Library“ des Internet-Archivs (IA) eingereicht. Der Klage zufolge handelt es sich bei dem Projekt um eine massive und vorsätzliche Verletzung der Urheberrechte:
„Die beklagte IA ist an einer vorsätzlichen Massenverletzung des Urheberrechts beteiligt. Ohne jegliche Lizenz oder Zahlung an Autoren oder Verleger scannt die IA gedruckte Bücher, lädt diese illegal gescannten Bücher auf ihre Server hoch und verteilt wortgetreue digitale Kopien der Bücher als Ganzes über öffentlich zugängliche Websites. Mit nur wenigen Klicks kann jeder Benutzer mit einer Internetverbindung komplette digitale Kopien urheberrechtlich geschützter Bücher von der Beklagten herunterladen“, heißt es in der Beschwerde.

https://torrentfreak.com/publishers-sue-the-internet-archive-over-its-open-library-declare-it-a-pirate-site-200601/

US-Gericht erlässt einstweilige Verfügung gegen Piraten-IPTV-Anbieter

Ein Bezirksrichter in Florida hat eine äußerst restriktive einstweilige Verfügung gegen einen Piraterie-IPTV-Anbieter erlassen, der unter verschiedenen Namen wie CBC und X-View firmiert. Der Fernsehsender DISH Networks hatte den Betreiber Robert Reich in Belize ausfindig gemacht.

Reich und alle seine Unternehmen sind nun per Verfügung daran gehindert, die Rechte von DISH weiterhin zu verletzen. Das schließt den Empfang und/oder die Verteilung von DISH-Programmen ohne Erlaubnis und den Verkauf oder die Verteilung von Geräten ein, die vermarktet, entworfen oder dazu bestimmt sind, andere zu empfangen oder ihnen dabei zu helfen, DISH-Programme zu empfangen.
Reich wurde ferner daran gehindert, jegliche Computer-Server, Satellitenausrüstung, Software, Set-Top-Boxen und Dokumentation zu zerstören, zu verstecken oder zu übertragen, die zur Unterstützung seines IPTV-Piratendienstes verwendet wurden (oder verwendet werden könnten).
Schließlich unterliegt Reich strengen Beschränkungen bei der Verwendung seines Vermögens.

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